Ja, Marie021957, Du hast mich nachdenklich gemacht. Nun frage ich mich, ob ich mehr seltsame Begegnungen als der Durchschnittsmensch habe oder nicht. Falls ja, gibt es verschiedene Erklärungen dafür:

1. Ich wirke anrührend harmlos oder bedauernswert naiv, so dass sich kaum jemand scheut, mich anzusprechen. Je häufiger ich angesprochen werde, um so wahrscheinlicher ist, dass etwas Merkwürdiges passiert.

2. Ich wirke bedürftig oder unwiderstehlich einsam, und manche sehen in mir eine gute Gelegenheit, ein paar Karmapunkte zu sammeln, indem sie mir einen näheren Kontakt anbieten.

3. Ich wandere/ walke ziemlich viele Kilometer im Monat. Durch die zurückgelegte Strecke, dazu in Verbindung mit "abseitigen " Wegen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass unter all den Begegnungen etwas "Besonderes" ist.

4. NIcht die Menschen, denen ich begegne, sind seltsam, sondern es liegt ganz allein an meiner verschrobenen Wahrnehmung! Alles ist im Rahmen des Üblichen oder dem, was die Normalen als normal einordnen. Der Knacks liegt bei mir. Keiner traut sich, mir das zu sagen, weshalb ich weiter in meinem seltsamen "Film" gefangen bleibe.

Na ja, es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, aber mir reicht das erst einmal.

Dann noch einmal zu den freundlichen und unauffälligen Menschen, die es auf meinen Wegen auch gibt. Oft kommt die Frage, sinngemäß:
"Woher/ wohin?"

Auf meine Antwort folgt nicht selten ein Hinweis auf eine Abkürzung, oder mir wird der Weg zur nahen Bushaltestelle erklärt, oder man fragt, ob ich im Wald übernachten werde, und macht Vorschläge. Die Menschen machen sich Gedanken, sind voller Wohlwollen und einfach so hilfsbereit. Das berührt mich wirklich. Manchmal frage ich mich: Ob die auch so freundlich zu mir wären, wenn sie mich besser kennen würden? :o

Manche fragen auch: "Warum so schnell?" oder fordern besorgt: "Machen Sie langsamer!" Vor der Pandemie habe ich dann schon mal mein Handy rausgeholt und den Tourenverlauf gezeigt. Die sich daraus entwickelnden kurzen Gespräche vermisse ich. Vor allem das Ungezwungene, wenn niemand die wichtige Rücksichtnahme beachten muss. Andererseits habe ich den Eindruck, dass momentan mehr Menschen dazu bereit sind, mit mir ein paar Worte zu wechseln. Beim Überholen sind es schon mal drei oder vier kurze Sätze, das kam früher seltener vor.

Vielleicht erlebe ich das aber auch nur so, weil ich selbst durch den monatelangen Rückzug viel eher geneigt bin, unterwegs die Menschen anzusprechen. Heute habe ich grundlos einen Mann angesprochen. Er saß im Kleingarten auf einem Stuhl vor einem Bäumchen. Ich grüßte im Vorbeigehen und schwärmte von dem wundervollen Blütenduft, der über dem ganzen Ort dort lag. Er hob die Hand, bildete damit eine Schale hinter seinem Ohr und schaute ratlos. Ich blieb stehen, wiederholte den Satz lauter, und bekam direkt einen Schreck, weil ich plötzlich fürchtete, mein lautes Reden könne sämtliche Blütenblätter vom Baum schütteln. Jetzt hatte der Mann mich verstanden und sagte: "Leider kann ich das nicht mehr riechen!"

Das hat mich daran erinnert, wie gut ich dran bin, und ich sagte: "Oh ...." und: "Dann will ich den Duft noch intensiver genießen, solange es noch möglich ist." Mir fiel nichts Besseres ein. Er lachte auf und winkte mir zu. Die Sonne schien noch heller.

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Für eine Duftprobe ein wenig auf dem Display/ Monitor reiben


Mister Fritz, Dir wollte ich noch antworten, von wegen "falsch verstehen" oder "Doppeldeutigkeiten". Aber ich muss noch paar Minütchen darüber nachdenken. Vielleicht fordere ich aber auch dazu heraus, dass Du mal was machst, um die Xanthippe in mir zu wecken. Stelle ich mir toll vor!

Allen gute Nacht!
Mal wieder ist eine Woche um. Den blauen Himmel habe ich genossen. Eine schöne milde Wärme, kein Wind und stille.
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Ich versuche mir auch oft vorzustellen, wie es so vor 100/200 Jahren hier ausgesehen hat. Vermutlich genauso. So gibt es hier in der Nähe von Frankfurt einen Weißen Tempel.
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Der wurde um 1850 gebaut, später mal renoviert. 170 Jahre alt. Ein schöner Pausenplatz und zu normalen Zeiten ein schöner Flirt platz. Jetzt ist auch hier alles still.
Und zu den Begegnungen, Frau Blau, das Thema ist kompliziert. Letzte Woche kam mir im Wald, eine Stunde von der nächsten Behausung entfernt, einer entgegen, der ein Federbett oder sehr großes Kissen mit sich herumschleppte.
Seit letztes Jahr weiß ich aber auch, das die organisierten Stadtbettler gerne in Gruppen am Waldrand/Gewerbegebiet wohnen. Da stand ich ja plötzlich mal in so einem Lager Süd/Osteuropäer. Aber mit dieser Matchokultur komme ich klar. Das Prinzip heißt; Gibst du mich Respekt, ich geb Dich Respekt :-) und nie, niemals eine Frau anschauen oder anlächeln, denn die Frau ist ein Gegenstand und Eigentum von einem Mann.
Du, Frau Blau schreibst in Punkte 1 bis 4, warum es seltsame Begegnungen gibt und die Punkte 1 bis 3 fangen mit Ich an und 4 ist auch Ich bezogen. Das mag die weibliche Sichtweise sein. Die Ursache von Verhalten anderer Menschen bei sich zu suchen. Diese Denkweise ist mir fremd. Fast nie, ist eine Person für das Verhalten anderer Menschen verantwortlich.
Um das jetzt mal bisschen in lustige zu drehen :-), ich wandel ja im Heiligen Schritt auf dem Jakobsweg entlang :-) Gott hat halt den Mann nach seinem Ebenbild erschaffen und Männer sind halt Gottähnlich und furchtlos :-)
allerdings ist meine Prognose für die Zukunft unerfreulich. Das Freizeitverhalten wird sich gravierend ändern. Die typischen Flirt und Bagger Locations für junge Männer sind geschlossen und fallen aus. Ein Spaziergang am Main in Frankfurt ist zurzeit gefährlich. Am letzten Wochenende waren fast 1000 Jugendliche, von der Polizei liebevoll als Partygänger umschrieben, dort und waren aggressiv unterwegs.
Uaahhh...welch ein ernstes Thema. :-)
Da Lob ich mir doch die Marie 021957, im Rheinland leben keine bösen Buben, nur Jecken! Jetzt bin ich beim Schreiben wieder in eine ernste Schiene geraten, schnell ein blaues Bild für Frau Blau
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Nicht eine Wolke. Keine trübe Wolke soll den Blick ins Universum versperren :-) Immer hoch den Kopf und Blick zum Horizont.
Ich fordere Freiheit, Nieder mit den Alpen, freie Sicht bis ans Mittelmeer.
Schöne Feiertage wünsche ich.
@MisterFritz
böse Buben gibt es hier bestimmt, nur haben die alle Angst vor mir. Weil ich nämlich ein Wassermann bin und deswegen einen Dreizack habe. Daher verziehen die sich alle wenn die mich sehen. Ich mache auch ein finsteres Gesicht und dann haben die sowas von Angst und gehen stiften. Obwohl, wenn ich es mir so recht überlege, ist das auch keine gute Taktik um jemanden kennenzulernen. Da werd ich wohl noch was dran feilen müssen. :lol:
@FrauBlau
vielleicht sollte ich von dir lernen und harmlos wirken. Den Dreizack werde ich demnächst besser zuhause lassen.

Morgen werde ich die vorletzte Etappe beenden, die 8 KM sollte ich locker schaffen und dann erreiche ich die Ziellinie!!! Juhu!! Mir kam das anfangs so unwirklich vor, ich hab gar nicht realisiert wieviele Meter ist wöchentlich zurücklege.Irre, naja, vielleicht bin ich einfach bekloppt daß mir das spazierengehen Spaß macht. Ich schiebe die Schuld einfach auf meinen Vater, der war Fahrlehrer und hatte daher kaum Bewegung.Zum Ausgleich ist er mit uns Sonntags und auch im Urlaub viel durch Wald und Flur gewandert. Das fand ich sooooo toll!!!

Und die Begeisterung für die See hab ich auch von meinen Eltern.

Frohe Ostern euch allen!
Nach 55o km wäre ich am Cruz de Ferro. Traditionsgemäß legen christliche Pilger am Cruz de Ferro einen von zu Hause gebrachten Stein als Symbol der Mühen auf der Pilgerschaft ab. Manche bringen Briefe mit und befestigen sie am Kreuz. Das letztere werde ich machen. Einen Zettel vollschreiben mit Dingen, von denen ich dieses Jahr nix mehr hören will. Und dieser Zettel bekommt ein Ehrengrab in der hessischen Pampa!

Der Schattenmann.
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Solche Begegnungen mit sich selbst gibt es auch

Manche Stellen im Wald sehen schon ganz schön kaputt aus.
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Dann latschen wir mal weiter...
Moin, ihr lieben Wandersleut' :-)

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Frohe Ostern, zweiter Teil

Na ja, Mister Fritz, ob das eine weibliche Sichtweise ist, die Ursache vom Verhalten anderer Menschen bei sich selbst zu suchen, das kann ich nicht beurteilen. Das mag hier und da der Fall sein, jedoch spielt für mich eine andere "Hauptursache" die entscheidende Rolle.
Einig bin ich mit Dir, dass jeder Mensch erst einmal für sein eigenes Verhalten verantwortlich ist, nicht jedoch für das anderer Menschen. Allerdings beeinflusst das eigene Verhalten (dazu zählt auch missverständliche Kommunikation) meist das Verhalten jenes Menschen, mit dem man interagiert. Zeige ich ein seltsames Verhalten, wird das Gegenüber darauf reagieren - offen oder insgeheim. Das Ausschlagen des inneren Seismographen kann sich ziemlich unangenehm anfühlen. Das möchte ich vermeiden. Bestenfalls für beide Seiten.

Ja, Marie021957, mein Aszendent ist übrigens Wassermann (Sternzeichen Waage; allerdings mit Betonung auf Skorpion und Steinbock durch Häufungen und Konjunktionen anderer Planeten. Kurzum: ich bin wie ein Luftballon, der mit feuchter Erde gefüllt ist. Das Abheben oder Abdriften fällt mir schwer, obwohl ich gerne würde. Huch, Astro! :shock: Themawechsel: Ich kann übrigens auch grimmig gucken. Moment ... :evil: Gut, wa?!

So, und noch ein Eintrag ins Wandertagebuch:

Entdeckungen
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Ein Baum mit Katzenseele


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Kann man machen ... muss man aber nicht.


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Hier bin ich einer optischen Täuschung erlegen. Dachte anfangs, das wäre eine riesige Spinne *schauder*


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Heute am Bahnhof Dietzenbach. So eine Sauerei, da waren noch mehr Räder platt und verbogen.


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Angeblich soll das eine Kugelsonne darstellen. Ich sehe da lauter Brüste.
Stehen die Nippel für Eruptionen?


Gestern gestürzt
Auf meiner Wandertour gestern bin ich gestürzt, bin der Länge nach aufgeschlagen. Kamera hing am Beckengurt, ich bin mit dem Brustkorb (rechte Seite) volle Granate draufgewummst. Ergebnis: Atmen ist bisschen unangenehm, und der teure Pol-Filter, den ich auf die Kamera geschraubt hatte, hat viele Sprünge und ist unbrauchbar geworden. Ich war den Rest der Tour ziemlich traurig deswegen, weil ich den Pol-Filter erst seit Weihnachten habe. Ich will nicht klagen, denn das ist immer noch besser, als ein verdrehtes Knie, gebrochene Rippen oder ausgeschlagene Zähne. Das war nämlich knapp. Etwas vom aufgewirbelten Sand und Laub hatte ich an den Zähnen kleben.

Unbemerkter Zieleinlauf St. Frances Way
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In der letzten Zeit habe ich die zurückgelegten Kilometer nur noch alle paar Tage eingetragen. Heute war das mal wieder der Fall, und - zack - kam plötzlich die Meldung, dass ich angekommen bin. Ich hätte besser aufpassen müssen, so war das eine unbewusste Sache. Ich bin noch unentschlossen, ob mir das gefällt, so ohne Würdigung meinerseits. Aber ich war ja wegen des Filters schon traurig genug. Da muss ich mir nicht noch selbst zusätzlichen Kummer bereiten.
Die Urkunde poste ich nicht. Bin nämlich zu faul, meinen Nachnamen zu verpixeln.

Passt gut auf euch auf (gilt auch für mich)!
@FrauBlau
erstmal Gratulation daß du dein Ziel erreicht hast. Und die tollen Fotos die du gemacht hast,besonders gut gefällt mir der Baum mit Katzenseele. Und zweitens gute Besserung, Glück gehabt daß dir nicht mehr passiert ist. Welches Ziel hast du jetzt geplant? Ich freue mich schon auf neue tolle Berichte und Superfotos. :D

@MisterFritz
gute Idee mit dem Zettel statt Stein. Ich hab nix hinterlegt weil ich das zu spät mitgekriegt hab. Sonst hätte ich einen Stein in den Rhein geschmissen. Mein Sohn fand diese Idee sehr langweilig, bis ich ihm weitere Details verraten hab. An dem Stein hätte ich ein Seil befestigt, am anderen Ende befände sich mein Nachbar, ein bösartiger fieser Möpp, der sich selvs nit rüche kann- ein richriges Freese!!!
Scherz!!!! :lol: (das mit dem Seil )

Ich bin jetzt in der letzten Etappe vom Jakobsweg allerdings in kleinen Schritten. Bei diesem Wetter ( Schnee,Hagel,Wind,eiskalt) jagd man doch keinen Hund vor die Tür, geschweige denn mich. Sobald ich draußen bin verwandel ich mich vom Wassermann in einen Schneemann. Brrrr!!! Wo ist der Frühling???
Das Ende unserer gemeinsamen Wanderung naht. FrauBlau ist schon am Ziel und weiter, Marie021957 in ein paar Tagen und ich Anfang Mai. Nun wird aber als Erstes die gestürzte FrauBlau betüddert. Kranke Menschen brauchen das. Hier also ein Trostpflaster.
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Dazu gibt es einen warmen Kakauchen und ein Lied wird gemeinsam gesungen, Heile heile Gänsje, es wird schon wieder gut...!

https://www.youtube.com/watch?v=cVWaJFjMEqA

Zum Abschluss wird noch eine Geschichte erzählt und am nächsten Morgen sind alle Sichtbaren und unsichtbaren Verletzungen verschwunden. Hat bei meinem Sohn immer prima geklappt :-)

Heute habe ich etwas gesehen, was ich so noch nie gesehen habe.
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Sind eigentlich alle am Saufen oder was ist los im Lande?

Gestern war Drisswetter, würde Marie021957 sagen und so schaute ich durch Zufall TV und zwar ARTE den Film, die Frau im Mond! Eine Frau, die Jahrzehnte an eine Lebenslüge glaubte!
Ich war platt!
Der Film spielte in Südfrankreich und auch in Lyon. Orte, die ich kenne und ich auch an eine Lebenslüge hing und teilweise hätte ich in dem Film mitspielen können. Eine Lebenslüge, die gleichzeitig Freiheit und Gefängnis bedeutet. Da hat mir doch der Heilige Jakobus einen kräftigen tritt mit seinen Wanderstiefeln plus Wanderstock zum Nachdenken gegeben.
Dieses Wort kommt also auch auf meinem Zettel und wird demnächst beerdigt.
Und, Marie021957, Steine kann man auch mit einem Symbol benennen und im Rhein versenken. Aber ohne Seil und Nachbar, das finde ich übertrieben :-)
kleine Steine auf einem Weg sammeln ist auch eine gute Idee. Im Laufe der Wochen kämen viele zusammen. Eine Bekannte von mir sammelt Steine und macht daraus Bilder. Ich schweife mal wieder ab!
Es ist nicht leicht auf den richtigen Weg zu bleiben...
@MisterFritz
bei dem Nachbarn würde jeder auf solche Gedanken kommen. Aber ich bin ja auf dem Jakobsweg, vielleicht stimmt mich das friedlicher. :lol:

Jetzt sind es nur noch 61 KM die ich abzulaufen habe. So langsam sollte ich drüber nachdenken wo ich die letzten gehe und wo das Ziel ist. Der Dom wäre passend, doch bin ich die meiste Zeit hier im Wald rumgelatscht. Zudem müßte ich bei ersterem einen Mundschutz tragen und in der Natur nicht. Also lieber Wald. Ich werde mir Baum,Strauch oder sonstiges Gestrüpp merken und ein Foto machen. Aufpassen sollte ich nur daß ich nicht bei der Waldgrabstätte bei KM 780 bin oder daß der Mäusebussard über mir kreist. Dann schon lieber bei einer Kuhweide oder Pferdekoppel. Mal sehen.

Und Sonnenschein fände ich auch toll. Aber bei meinem Glück beginnt morgen eine dreiwöchige Regenzeit. Am besten fahr ich morgen nach dem Dom und stelle eine Kerze auf. :D
Marie021957...die Idee ist gut. Die letzten Meter sollten einen würdigen Abschluss bekommen. In letzter Konsequenz ist doch ein jeder mit sich alleine. Bei all den Schabernack, den wir die letzten Wochen hier geschrieben haben, hat jeder von uns etwas gewaltiges geleistet und zumindest bei mir und für mich, werde ich mich immer gerne daran zurück erinnern.
Und alles begann mit dem ersten, ganz kleinen Schritt...
@MisterFritz
genau und hoffentlich kommt das Jakobsweg Fotobuch zustande.
3/3
Heute war das passende Gruselwetter für eine kleine Runde. Beim Blick in die Wolken stellte sich mir die Klamotten frage.
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Da stand ich als Mann vorm Kleiderschrank und sagte mir, ich habe nix anzuziehen. So tief kann Mann sinken! Auf dem Balkon machte ich noch eine kleine gruselige Entdeckung. Vor Monaten hatte ich einen Ficus Benjamin, oder wie dieses Gestrüpp hieß, zerlegt und den Rest zum Sterben auf dem Balkon abgelegt.
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Da stand nun der Rest und sah aus wie ein mahnender Engel, der seine Arme ausgebreitet hat.
O ha, ich wünsche allen eine schöne Woche...
Der Kakao war ein Seelenwärmer, Mister Fritz. Und lecker dazu. // wischt mit dem Ärmel den virtuellen Kakaorand vom Mund.// Das Trostpflaster meinte ich fast auf der Haut zu spüren. :)

Was das von Dir gesichtete Leergut anbelangt ... Wenn da mal nicht die Offenbacher die Flaschen im Suff haben liegen lassen.
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Komm zu uns nach Offebach, da findste Suff und immer Krach


Steine
Obwohl ich nicht mehr darauf achte, entdecke ich doch immer noch mal einen dieser Wandersteine. So stellte ich fest, dass einem sogar leichte Steine schwere Gedanken bescheren können:
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Hi Marie021957, ich eile Dir gefühlt hinterher, damit ich noch antworten kann, bevor Du den Jakobsweg hinter Dir lässt. Da ich inzwischen eine Postkarte erwandert habe, antworte ich gleich mal damit, wohin die Reise gerade geht. Vorab aber noch eines: ich bin schon gespannt auf Dein Ankunftsfoto!

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Dieses Mal habe ich mich für die Virtual Challenge "Kruger-Nationalpark" entschieden. Unglaubliche rund 11 000 Menschen aus aller Welt sind auf diesem Weg. Zwei Teilnehmer aus Deutschland habe ich inzwischen gesichtet. Es gibt eine FB-Gruppe zu diesen Challenges. Ich treibe mich dort selten rum, doch einmal habe ich mich im Lesen der Beiträge verloren. Teilweise hat mich das sehr betroffen gemacht. Ich las von Kindern/ Jugendlichen, die krank sind, oder eine schwere Krankheit überwunden haben, die eine kurze Challenge machen, für die es gut 30 Kilometer zurückzulegen gilt. Für diese Kinder sind 500 m ein Marathon. Ich habe geweint, als ich das Bild von einer Mutter mit ihrem Sohn sah. In den Augen der Mutter waren all die Sorgen, der Kummer, aber auch die Freude zu lesen, dass der Sohn dank dieser Challenge mit mehr Motivation seine Schritte machte. Von den Schicksalen zu lesen, macht das Herz schwer. Natürlich gibt es auch fröhliche Berichte - alles Mögliche, so wie das Leben ist.

Gruselwetter
Vielleicht hatte ich da am Vorabend schon geahnt, denn ich konnte heute nicht raus. Ich habe mir beim Ausziehen der Schuhe irgendwiewas ... keine Ahnung, was, jedenfalls konnte ich nicht mehr auftreten. Nicht mal mehr mit den Zehen wackeln war möglich. Nur noch humpeln. Das ist jetzt gut 24 Stunden her, und es hat sich aus dem Bein verzogen. Ich hoffe sehr, morgen wieder on the road zu können. Inzwischen hat sich mein Schweinehund wohl gewandelt. Der will lieber raus als drinnen hocken. Was mache ich denn jetzt mit so einem?

Schönwetterbank
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Ich stelle uns mal eine Bank mit schönem Wetter hin. Sollte es regnen oder hageln, bringt euch hier in Sicherheit! Die Temperatur ist sehr angenehm, ein ganz feiner Wind fächelt - haaaach, seufz und plumps.
Und wieder war ich unterwegs. Inzwischen bin ich aus unserer Gruppe der Letzte, aber da ich der einzige Mann bin, bin ich auch automatisch wieder der Erste und somit stimmt mein Weltbild wieder :-)
warm war es, als ich losging, so um die 25 Grad und so dachte ich, bei diesem schönem Wetter gehe ich bis nach Frankfurt. Als ich die letzten Meter über den Berg ging, lag die Stadt zu meinen Füßen und sah heute bei Sonnenschein besonders schön aus.
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Direkt ging ich in mein Stammcafé und eine Schönheit mit Rehbraunen Augen lächelte mich wie immer an: Bonsoir, ca vais? (Ihre Augen waren schöner als das gesamte Mittelmeer) Sie kannte mich, weil ich oft hier bin und auffalle, weil ich einen Kopf größer als die meisten hier bin und blonde, statt schwarze Haare habe. Ich bekam meinen Cafe au Lait und genoss die Atmosphäre. Die Geräusche der Kaffeemaschine mit dem Milchaufschäumer. Wie üblich blieb ich am Tresen stehn und rauchte meine Zigarette zum Cafe. Es ist gemütlich, Aschenbecher gibt es nicht. Die Kippe warf ich auf den Boden und wird mit dem Fuß ausgetreten.
Dann ging ich zum Plages du Prado, holte mir beim Monoprix eine Dose Heineken und schaute dem Sonnenuntergang zu.
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Langsam wurde es Zeit, einen Platz für mein Zelt zu finden. Entweder nach Camping Bonneveine oder nach La Madrague zu den calanques.
Ich schaute auf das nächste Infoschild wegen der Richtung und....ich las Orte wie Rüsselsheim und Frankfurt.....
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...und wachte so langsam aus meinem Tagtraum auf!

Ich war nun wieder im Jahre 2021 und nicht mehr in den 80zigern.
Auf dem Weg nach Hause dachte ich noch an die Mittelmeerschönheit mit den Rehbraunen Augen. Inzwischen wird sie so alt sein wie ich und hat wohl einen Franzosen geheiratet. Dieser, inzwischen auch alte Mann, wird am Abend vor seinem Pastis sitzen und mit seinem Kumpels Backgammon spielen. Und sich nicht nach Hause trauen, weil die Mittelmeerschönheit, vielleicht, inzwischen auch zu einer Xanthippe geworden ist :-)
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Nachtrag! Alle Ortsnamen stimmen, ich war oft dort, das Cafe mit der Mittelmeerschönheit gab es wirklich. Camping Bonneveine gab es, gibt es nicht mehr und bei den calanques zelten ist jetzt strikt verboten, weil alles Naturschutzgebiet ist. Bilder sind aus Marseille von mir gemacht bei meinem letzten Besuch dort 2016! Sah früher aber genauso aus.
FrauBlau, es gibt auch Begegnungen mit der Vergangenheit!
Leise, vor mich her pfeifend das Lied, le Boudin, ging ich nach Hause. Es war alles nur ein Traum aus der Vergangenheit, aber ein schöner :-)
Wandern durch Tag und Traum
Das Wandern hat momentan weder Anfang noch Ende, weder Start noch Ziel, auch wenn das natürlich nicht wirklich so stimmt. Gefühlt wandere ich fast nur noch, oihne dass es von Bedeutung wäre. Eher so selbstverständlich, wie andere Körperfunktionen. Schon länger bin ich in fast allen Träumen auf Wanderschaft, folge den Wegen in der Natur. Was auch an Alltag, Wünschen, Ängsten und Sehnsüchten in meinen Träumen verarbeitet wird, ich gehe immer weiter meinen Weg, unterbrochen vom Schauen und Handeln, je nachdem, was der Traumweg mit sich briingt. So kommt es, dass selbst die politischen Themen, die tagsüber mein Gemüt erhitzen oder mir Sorge erfüllen, im Schlaf in traumhaft-idyllische Umgebungen eingebettet sind, so wie kürzlich die wahnwitzigen Fahrmanöver der Politiker in den Kurven auf der hiesigen Opel-Teststrecke. Ich wachte jedoch vom Wecker auf, als sie gerade aus der Kurve und in hohem Bogen über die Bäume flogen, so dass mir der Trümmerhaufen erspart blieb. Zumindest im Traum.

Ein langer Postweg
Dann habe ich gestern meine "Belohnung" für den St. Francis Way bekommen. Ist ja schon lange her, dass ich das virtuelle Ziel erreicht habe. Die Medaille war fast (bisschen übertrieben) so lange unterwegs, wie ich gebraucht habe, um die rund 500 km zu wandern. Die Absenderadresse ist Michigan, abgestempelt wurde die Sendung in Schweden, die Sendungsverfolgung zeigte tagelang keine Bewegung, und dann eine Woche lang, dass die Sendung für den US-Export bereit sei. Dann endlich eine Veränderung: Standort "Russian Federation". Warum das denn, fragte ich mich verwundert, und holte meinen Globus aus dem Keller. Vielleicht würde ich dort eine Erklärung finden. Es dauerte nicht lang, da war die Medaille in Deutschland angekommen. Einen halben Tag später Ankunft in Frankreich, und ich rief tonlos aus: Nein!! Dann sagte ich mir, dass es klüger ist, nicht mehr zu schauen. Vielleicht sollte mir der Versand einfach imponieren? Wohin so eine Medaille alles reisen kann? Tatsächlich half es. Am nächsten Tag lag das Tütchen im Postkasten.

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Das Mittelteil ist beweglich. Das mag ich, denn so nehme ich die Medaille vielleicht doch ab und an mal aus der Schachtel.


Blubberwasser
Auf einer der Runden, die ich am häufigsten gehe, führt der Weg an einem verborgenen See vorbei. Dieser See liegt in einer Grube. Es gibt einen Fahrweg vom Anglerverein, der hinunter führt, doch dieser ist durch ein Gatter und Maschendraht versperrt. Es gibt zwei, oder auch drei, ziemlich steile Pfade, die hinunter führen. Da dort auch die Bäume kreuz und quer hängen, jederzeit ganz umstürzen können, lockt es mich fast nie, hinunter zum See zu gehen. So war es heute erst das zweite Mal, dass ich hinunter ging. Merkwürdige Stimmung dort. Meine App quäkte, es gäbe kein GPS-Signal mehr. Klar, so in der Grube, die hohen Bäume ringsumher. Am See war es still, fast wie unbewegt, wäre da nicht dieses Blubbern und untergründige leise Rauschen gewesen. Tatsächlich blubberte das Wasser in regelmäßigen Abständen an der Oberfläche. Ich schaute mich um, ob dort wohl jemand wäre ... Nein, es war irgendwie merkwürdig, so als würde die Natur ringsum den Atem anhalten, bis ich wieder verschwunden wäre.

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Auf dem Foto zu sehen, eher links im Bild der helle Fleck am Ufer, der Weg, wo es dann wieder hinauf geht.

Die ferne Vergangenheit, Mister Fritz, beschäftigt mich seit vielen Tagen, eher schon Wochen. Schönen Übergang zwischen Tagtraum und Wirklichkeit hast Du beschrieben - das habe ich mir gerne vorgestellt.

Beweggründe
Beim Wandern kann man sich selbst nicht ausweichen, und Beweggründe, die ich lieber unbewegt hätte, wabern dann doch in die Hirnwindungen, so dass ich sie gedanklich drehe und wende, um sie loszuwerden. Nur deshalb, wegen der beharrlichen Wiederkehr, würde ich gerne mal wissen, ob ich mich von meinen Beweggründen zum Tun bringen lassen sollte. Das ist die Frage, die immer wiederkehrt. Mal sehen, was letztlich stärker sein wird: Der Beweggrund, der mich zum Handeln bringt, damit ich das erledigt habe. Oder ob die unberechtigten Einwände - obwohl sie allein meinen Vorurteilen und Fantasien entspringen -- mich abhalten werden. Unwichtige Entscheidungen können sehr lästig sein, denn leicht bleibt das Für und Wider, an dem ich dann hängen bleibe, wie an einem alten Kaugummi. Allein das Tun erlöste mich. Oder das Vergessen der Idee. Aber es geht eben genau nicht darum, mich von diesem zähen Nachdenken zu befreien, sondern darum, was es bewirken könnte, während ich unbedingt nichts bewirken wollte.

Die Natur
Währenddessen habe ich einige Kilometer auf den Weg zum Kruger-Nationalpark zurückgelegt, und ein sechster Baum wurde für mich gepflanzt. Eine Postkarte gibt es auch:
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So, jetzt habe ich eigentlich noch Zeit, um im Thread drüben etwas zu "Sex in der Natur" zu schreiben. Das ist mein Thema, weil ich viel in der Natur unterwegs bin, dann und wann Sex in der Natur ... beobachte! Allerdings überlege ich, ob meine nüchternen Betrachtungen zu dem Thema wirklich so berauschend sind. Eher nicht geeignet in Sex & Erotik, sondern mehr so Alltagsbetrachtungen zum Thema. Mal schauen! Allen gute Nacht!