Wat, Mister Fritz, nur noch so wenige Tage bis zum Start? :shock:
Ich hoffe, dass der Megamarsch stattfinden wird. Wenn die Startzone entzerrt ist, sehe ich da kein Risiko. Unterwegs ist man eh auf Lücke unterwegs. An den Verjüngungsstän... äh ... ich meinte: Verpflegungsständen! Da könnte ... nun habe ich vergessen, was ich schreiben wollte. Hauptsache, nach dem Megamarsch verjüngt! :lol:

Ein Blick auf das Höhenprofil, falls die Streckenführung so bleibt:
MM-Höhenprofil2020.png

Ich hoffe, dass nach vierzig Kilometern noch genug Saft in den Beinen übrig ist. Trainierst Du extra für die Anstiege, oder verleiht Dir das Gebrüll von Nichols Flügel? Ich will ja nicht angeben, aber ich glaube, ich könnte ihn von der Lautstärke her übertrumpfen. :oops:
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Teil 1 | Licht und Schatten | Mut und Muffensausen
Teil 2 | Kein Grund, sich Nudeln zu machen
Teil 3 | Seligenstadt


Teil 4 | Sonne, Staub und Schatten

Teil4.jpg


9:54 Uhr | Kürbiskopf

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Die Kürbisse als mögliches Fotomotiv spielen schnell eine Nebenrolle. Vor allem lockt der Schatten unter den großen Blättern. Als mein Kopf in das Blätterdach eintaucht, köstliche Kühle die Gesichtshaut streift, und dazu erdiger Geruch in die Nase dringt, mag ich fast glauben, selbst ein Kürbis zu sein. Die Kühle ist so unerwartet wohltuend, dass ich einfach nur innehalte. Bis mir einfällt, dass mein prominent aus dem Grün ragender Po als einziger Riesenkürbis auf dem ganzen Feld etwas zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte.

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So warm ist es noch gar nicht, und doch fällt mir jeder Schatten ins Auge. Im Schatten dieses Baumes steht sogar eine Ruhebank. Dazu ist es die letzte Bank vor einem längeren Abschnitt durch die pralle Sonne. Wie spät ist es? 10:03 Uhr. Wenn ich nur wüsste, ob mein Mann schon wach ist. Hier wäre ein angenehmer Platz für unseren Guten-Morgen-Anruf. Ich widerstehe dem Impuls, einfach mal anzurufen und zu fragen, ob er schon wach ist.

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Schachenweg über die L 2310



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Immer noch auf dem Schachenweg. Im Hintergrund der Herrenhof (Fleisch und Wurst) und ein Bioladen. Dort werde ich nach links dem Babenhäuser Weg folgen, der am Vereinsgelände des Wanderclub Edelweiss vorbeiführt.

10:18 Uhr | Auffällig unauffällig

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Leider habe ich dieses kleine Schild mit den schönen Alterszeichnungen in einem ungünstigen Winkel fotografiert, weshalb es jetzt viel größer erscheint, als es ist. Weiter entfernt ist die Edelweisshütte des Wanderclubs zu erahnen.

Kurz nach dieser Aufnahme sendet mein Handy den Ton einer mechanischen Klingel. Mit anderen Worten: ein Zeichen meines Mannes, der sich auf meinen Videoanruf freut. Allein die Vorstellung, durch die Sonne zu gehen UND dabei ständig das Display/ Kamera auszurichten … Nein, dafür bin ich zu schwach (säuselt mein Schweinehund). Das Vereinsgelände Edelweiss! Bäume! Vielleicht ist das Tor offen und es gibt dort einen schattigen Platz unter einem Baum?

Am Tor hängt ein Schild: Geschlossene Gesellschaft. Die Vereinshütte liegt jedoch weiter hinten auf dem Gelände, die Gäste sind so fern, kaum zu erahnen. Nun bin ich kein Mitglied des Wanderclubs, habe aber im vergangenen Sommer mit einigen Mitgliedern Bekanntschaft gemacht. Etwas ungezogen fühle ich mich dennoch, als ich durch das kleine Tor husche und mich, vor Blicken geschützt, unter einen Baum setze. Wie angenehm kühl das ist!

Während des Telefonats schwingt plötzlich das breite Tor zur Einfahrt auf. Womöglich hatte ich beim Öffnen des kleinen Tors unbemerkt etwas gelöst? Ich springe auf, renne hin, das Tor saust schneller. Ein furchtbar lauter Knall als Metall an Metall schlägt. Den zweiten Nachschlag kann ich verhindern. Da stehe ich, ein ungebetener Gast, und ziehe alle Aufmerksamkeit auf mich? Nein? Nein. Als ich wieder auf `s Display schaue, macht mein Mann einen Gesichtsausdruck, als betrachte er gerade eine mäßig interessante Dokumentation im Fernsehen. Merkt der gar nicht, dass er gerade meine krassen Abenteuer live miterlebt?

10:30 Uhr | Weiter geht 's

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Da saust er davon .... und die Staubwolke verteilt sich auf meine schweißfeuchte Haut. Vielleicht reicht es zur Mückenabwehr im Wald.

10:52 Uhr – Dudenhöfer Feldschneise

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Diese „Forstrennbahn“ hat eine Länge von rund dreieinhalb Kilometern. Die breiten Wege sind langweilig. Andererseits auch immer wieder märchenhaft, wenn wie aus dem Nichts Schmetterlinge auftauchen, die mich, immer ein oder zwei Schritte voraus, ein Stück weit begleiten.

11:17 Uhr | Das Fell juckt

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Der Landwirt wendet das Heu in einem enormen Tempo. Ich denke an die Kindheit, an die Sommerferien bei dem Großeltern, Szenen vor Augen, wie wir das Heu mit dem Rechen bündelweise gewendet haben. Dann saust der Traktor fast hüpfend an mir vorbei.

Im Nacken kribbelt es, der Schweiß bahnt sich den Weg die Wirbelsäule hinab, während ich am Waldrand entlangstapfe. Nach fünfhundert Metern müsste es in den Wald hineingehen. Nur wo ist dieser Pfad, der in der Karte eingezeichnet ist? Alles zugewachsen. Die Gräser reichen bis unter die Arme. Unzählige Mücken stürzen sich auf mich. Ich reiße fast panisch den Rucksack vom Rücken, ziehe ein Autanfläschchen und pumpe,wild zielend, meine Abwehr auf die Biester. Zu spät, die ersten haben längst zugestochen.

11:35 Uhr | Eselseeschneise

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Ein Maschendrahtzaun, am oberen Rand mit Stacheldraht gesichert, umzieht das Gelände des Opel Test Center Dudenhofen.

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Opel Prüffeld


Was auf dem Gelände passiert, ist ganz geheim. Vor vier Jahren, bei einem Tag der offenen Tür im Opel Test Center, gab es die Möglichkeit, einen Teil des Geländes zu erkunden. Sogar an einer Fahrt über eine Teststrecke konnte man als Beifahrer teilzunehmen. Ich musste dafür lange anstehen, aber das war es mir wert.

11:47 Uhr | Gänsbrüh Weiher

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Damit liegt die „Wildnis“ hinter mir. Angrenzend gibt es einen Spielplatz. Heitere Kinderstimmen klingen über die Seerosen hinweg. Schatten in Verbindung mit einer Wasserstelle. Wie man allein über den Anblick eines Frische versprechendes Ortesm sich schon erfrischt fühlen kann, ist mir unerklärlich. Ebenfalls nicht zu erklären, warum sich mit einem Male Gedanken um Fußblasen in meine Hirnwindungen verirren. Es gibt keinen Anlass, über Fußblasen nachzudenken?! Schließlich hatte ich diese seit zwei- , nein, bestimmt schon dreitausend Kilometern nicht mehr. Wo manchmal diese abwegigen Gedanken herkommen. Geschätzt anderthalb Stunden liegen jetzt nur noch zwischen dem Weiher und der Dusche.

12:04 Uhr | Dörrpflaumenmodus

Noch rund zweieinhalb Kilometer geht es durch die Sonne. Schnell durchmarschieren, meinem Kopf ist es zu warm; richtig gesund fühlt sich das nicht mehr an. Danach wird es wieder Abkühlung in Waldschneisen geben.

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Ui, was ist denn das? Ist es ein Schlüsselanhänger? Ein Fundstück vielleicht, hier angehängt, damit es schneller wiedergefunden werden kann? Die Metallöse am Schnitz blitzt wie neu, so auch das Nägelchen, an dem es hängt. Etwas länger betrachtet, hat es den Anschein, als habe es jemand absichtlich zum Entdecken und zum Erfreuen hingehängt. Ich nehme es mit, in Form dieser Aufnahme. Und vom verträumten Ausdruck nehme ich auch etwas mit.

Ja, lieber Träumen als Fotografieren. Lieber schneller ankommen als Zeit mit dem Knipsen zu vertrödeln. Ich gehe einfach, denke nicht viel, sehe nicht viel - angenehm ist das, so leer im Kopf. Zwei Kilometer vor dem Zieleinlauf spüre ich ein wiederholtes Stechen an der linken Ferse. Sonderbar, haben sich Steinchen in den Schuh verirrt? Nein, ich mag keinen Schuh mehr öffnen, will nur noch ankommen. Soll es halt pieksen. Autschi.

Um 13:15 Uhr bin ich zurück am Startpunkt dieser Wandertour. Raus aus den Schuhen! Die pieksenden Steine im Schuh gibt es gar nicht, dafür erstreckt sich entlang der äußeren Ferse eine große Blase. Da muss ich vorhin am Gänsbrüh-Weiher mehr gewusst haben, als mir bewusst war. Hochmut war schon immer ein Verräter.
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Schlafwanderln am Main
OF-Marktplatz – Fechenheim - Dörnigheim
- Steinheimer Brücke –
Mühlheim - Rumpenheim - Bürgel - Waldhof


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Die aufgezeichnete Tour sieht aus, als wäre ich auf den letzten Kilometern eingeschlafen und abgedriftet. Tatsächlich hatte ich diese Wanderung entlang dem Main geplant, um über Stunden abschalten zu können. Keiner Navigation folgen, nicht nach Wegen suchen zu müssen. Der bei Bürgel abgelöste „Faden“ bis Waldhof war notwendig, weil ich dort in die S-Bahn steigen wollte.

Offenbach vor Sonnenaufgang
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Um 5:30 Uhr verlasse ich den Untergrund der S-Bahn-Station „Offenbach-Markplatz“. Es geht die Herrnstraße entlang in Richtung Main. Um diese Zeit ist hier wenig los. Die vielen dunklen Nischen und Schatten bereiten mir etwas Unbehagen. Angesichts meiner Furcht, etwas könne mich heftig erschrecken, ist das aber in Ordnung. Dann folge ich dem von Laternen gesäumten Fußweg der Mainstraße. Der schönere Weg unten am Main, neben dem großen Parkplatz, liegt zu dunkel. Von dort kommen Stimmen junger Männer. Flaschenklirren. Mit dem Abbiegen auf die Carl-Ulrich-Brücke verliert sich meine Anspannung.

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Direkt am Ende der Brücke werde ich links abbiegen, und den Weg unten am Main fortsetzen. Zuvor ein Blick zurück nach Offenbach. Schnell noch eine Aufnahme davon, weil die Lichter der Stadt mir für einen Augenblick so etwas wie Schutz vermitteln. So als könne ich diesen Eindruck auf diese Weise ein wenig mitnehmen und davon zehren.

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Ach na ja
Mitten auf der Brücke angekommen, fühle ich mich fast ungeschützt. Ein Mann, der vom anderen Ende der Brücke kommt, ist nun klarer zu erkennen. Er wirkt schlecht gelaunt, taxiert mich ungeniert. Ich stelle einmal mehr in Frage, ob das frühe Losgehen wirklich … Die Begegnung ist doch eh schon wieder Geschichte, und das Ende der Brücke erreicht. Laut Route geht es hier nach links, eine Treppe runter. Diese ist schmal und von Grün umwuchert, vermutlich steil. Es könnte eine Diensttreppe sein. Nur die ersten drei Stufen sind etwas erhellt, alles weitere wird von der Dunkelheit verschluckt. Es nervt, mich von diesen harmlosen Eindrücken schon wieder ein wenig getriggert zu finden. Nur, muss ich hier wirklich meinen Mann stehen, um mich stark zu fühlen? Nein, ich will es mir gutgehen lassen, lasse die Treppe links liegen und finde bald einen breiteren Umweg. Anfangs noch Laternen, dann ist der Weg unbeleuchtet, und die Augen können sich endlich an die Dunkelheit gewöhnen. Wie immer zeigt sich dann: es ist gar nicht völlig dunkel.

Fechenheimer Mainbogen
Die ersten fünfhundert Meter sind dicht von Büschen und Bäumen gesäumt. Immer wieder streifen Spinnweben über Gesicht, Arme und Schienbeine. Wie lange braucht es, um diese Spinnfäden über den Weg zu weben? Wie lange also ist es her, dass jemand diesen Weg entlang ging? Vor mir auf dem Weg eine Bewegung. Ich muss mich etwas beugen, um es zu erkennen: Ein Igel entrollt sich und flitzt davon.

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Endlich trete ich hinaus in weites Gelände: der renaturierte Altarm des Mains liegt vor mir. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Es ist kühl, die Arme fühlen sich richtig durchgekühlt an. Wie ich das nach diesen heißen Tagen liebe. Das spornt mich an, kräftigere und weiter ausholende Schritte zu machen. Mir wird leichter und leichter, so als ließe ich meinen Körper ein wenig zurück.

Fechenheimer Leinpfad
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Fünfhundert Meter weiter, am Arthur-von-Weinberg-Steg, treffe ich zum ersten Mal wieder auf einen Menschen. Ein Mann, der gedankenversunken auf den Main blickt.

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Der Leinpfad führt durch ein kleines Hafengelände.

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Mit welchem Druck das Wasser hier aus den kleinen Rohren zischt! Irgendwie ein Stilbruch in dieser Morgenstille. Fast muss ich mich losreißen, so sehr gefällt mir der Ort zu dieser Tageszeit.

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Der Schiffsentladebereich ist zu diesem Zeitpunk nicht gesperrt. Vor einiger Zeit wurde mir hier mal das Tor vor der Nase zugemacht. Ich weiß nicht einmal, ob es bestimmte Zeiten gibt. Eher nicht, denn die Tafel am Torgitter hat abwischbare Felder, in die eine Uhrzeit eingetragen werden kann.

Hanauer Landstraße - B 8
Ja, gut, ein wirklich schöner Abschnitt ist das nicht. Der Verkehr ist hier zwar rege, jeoch noch nicht störend, sondern eher untermalend. Zur Abwechslung mag ich das sogar.

Nach einem Kilometer teilt sich der Weg. Einer scheint eine Sackgasse zu sein, denn es sieht aus, als ende er auf einem umzäunten Campingplatz. Bald stelle ich fest: Es wäre der richtige gewesen. Der Weg, dem ich jetzt folge, führt mich weg vom Main. Macht nichts, fünfhundert Meter weiter gibt es einen Graspfad, der in Richtung „Hanseatischer Segel Sport Club Frankfurt e. V.“, und damit zurück an den Main führt. Wie zur Bestätigung das laute Knattern eines Mopeds dort, wo ich den Weg vermute. Ein warm leuchtender Scheinwerfer taucht auf, ein Helm … bald verliert sich das Knattern. In der Ferne das Rauschen der Bundesstraße.

Mainkur
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Hier machen immer wieder kleine Schwärme auf sich aufmerksam, die aus dem Grün am Bootshafen auffliegen. Ich kann nicht sicher erkennen, ob es tatsächlich Störche sind. Wie auch immer … ein sich mehrfach wiederholendes Schauspiel vor dem Hintergrund der aufgehenden Sonne. Wunderschön.

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Jetzt aber nicht immer nur Frau-guck-in-die-Luft machen! Es gibt auch interessante Installationen am Wegrand. Diese Stimmung am Morgen. Ich freue mich diebisch darüber, morgens noch vor dem Schweinehund aufgewacht zu sein. Wann der wohl feststellt, dass er heute ohne mich auskommen muss?

Erfrischung in Dörnigheim
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Nach etwa 13 km erreiche ich Maintal-Dörnigheim. Main Kultur - OpenAir Lounge. Abholung online? Hier könnte ich jetzt bestellen und später die Köstlichkeiten zuhause am Monitor abholen? Ist das ein neuer Abnehmhype? Kalorienfreie Ernährung?

Nach einem weiteren Kilometer ein Kinderspielplatz. Eine Drahtseilbahn. Ich nehme einen Sitzteller, ziehe ihn an der Halterung hinauf zum Startpunkt, halte mich fest, klemme mit dem Sprung den Teller zwischen die Beine und sause davon … heißa, was für ein Vergnügen! Blöd nur, dass der Sitzteller noch nass vom nächtlichen Regen ist, beziehungsweise war. Denn jetzt ist er trocken und ich im Schritt nass.

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Das ist „Gackeleia“, eine der Holzskulpturen am Mainufer in Dörnigheim
---> Brentano, Clemens: Gockel, Hinkel und Gackeleia. Frankfurt, 1838

Erlebnispunkt 1
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Hier gibt es wieder die sogenannten Sitzkiesel. Sie werden auch als „Erlebnispunkt“ auf der Regionalparkroute bezeichnet. Zum kurzen Verschnaufen sind die okay, und für Kinder zum Rumturnen eh gut.

Erlebnispunkt 2
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Kaum ist da eine „Aufforderung“, zappele ich wie ein Fisch an der Angel. Schon sind die Gedanken nicht mehr frei, sondern sammeln sich mit frischer Kraft, einem Köder zu folgen. Freiheit ist, den Köder zu ignorieren. Tja, das ist mir offenbar nicht gelungen. Ich will sofort meine Freiheit wiederhaben!

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Wow, da ist ja schon der Schlosspark Phillipsruhe?! Drei Stunden unterwegs, die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Am Nachmittag, vor allem bei schönem Sommerwetter, sind hier viele Menschen unterwegs. Oft ist es überlaufen, doch früh am Tag ist es hier so schön.

Erlebnispunkt?
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Irgendwie ist es ja zum Haareraufen, dass die Müllbehälter häufig neben einer Bank montiert sind. Dieser spezielle Geruch, der unästhetische Anblick … Während des Ausruhens, beim Anblick der Natur, sollte wirklich niemand die ganzen Probleme vergessen. Ein Konzept, das hier gelungen umgesetzt ist. So große Müllbehälter lassen nur einen Rückschluss zu: Die Probleme wachsen uns langsam über den Kopf.

Gedanken verloren
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In Gedanken versunken setze ich den Weg fort, überquere unbewusst die Hellerbrücke. Der Anblick einer nächsten Brücke irritiert mich, aber nur am Rande geistert die Frage durch den Kopf: Vor der Steinheimer Brücke gibt es noch eine weitere Brücke?? Höh??? Warum habe ich das nicht auf dem Schirm? Meine Gedanken sind jedoch woanders. Nur, wo?

Wendepunkt
Als ich unter der Brücke durchgegangen bin, dämmert es langsam: Das ist die Steinheimer Brücke! Ich bin schon da! Einen Moment lang bin ich verdattert, so wenig entspricht es meinen Erwartungen, schon am Wendepunkt angekommen zu sein. Fast möchte ich es bedauern, doch dann fällt mir ein, dass es da noch so etwas Geiles gibt, wie Ankommen, Kaffeetrinken mit Beine hoch.

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Ein, womöglich standortbedingtes, erhebendes Gefühl, beim Blick von der Steinheimer Brücke hinüber zum anderen Ufer. Dort drüben geht es am Main zurück.

Die Wortlosen
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So sind sie, die Frauen: immer auf Krawall gebürstet. Ihren Unterleib habe ich mit einer nächsten Aufnahme gebannt. Zeige ich später, bei anderer Gelegenheit, vielleicht. Sie hat nämlich Spinnweben im Schritt. Darüber muss ich erst mal nachdenken – Im Hintergrund der Garten von der Uferkunst.

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Ist der Platz hier noch frei? Sie antwortet nicht, hat nur Augen für ihr Handy.

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Warten Sie auf den Bus? Hallo? Hier fahren nur Schiffe. Und Boote. Hallo, hören sie mich? Hmm … immer dieses Internetz.

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Ich glaube, hier geht noch was …

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Das bringt mich doch auf eine Idee … *holt die Ohrhörer raus*

Mühlheim – Erinnerungen ...
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Erinnert an die erste Zeit in Rhein-Main. Sechs Wochen lang lebten wir in Mühlheim, ehe wir eine Wohnung in Frankfurt fanden. Damals fuhr hier die Fähre noch. Für meine Tochter bot das ein doppeltes Vergnügen: die Fährfahrt und auf der anderen Seite ein schöner Spielplatz am Main.

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Am gegenüberliegenden Ufer die Kirche in Dörnigheim. Irgendwie werde ich bei den Erinnerungen wehmütig. Die Zeit vergeht so schnell. Die Tochter ist mir längst über den Kopf gewachsen, während ich meine, ihr Kinderlachen fast noch hören zu können.

Endspurt
Zeit für eine Rast am Ufer. Ich checke die verbleibende Strecke und berechne das notwendige Durchschnittstempo. Wäre doch blöd, die Bahn um eine Minute zu verpassen und dann da eine halbe Stunde warten zu müssen. Uih, dann gleich wieder los. Zeit zum Fotografieren ist nun nicht mehr drin. Morgens die Aufbruchsstimmung, und jetzt kleines Heim-Weh. Dieses gibt genügend Antrieb, um die frühere Bahn noch zu erwischen.

Fazit: Schöne Tour, mache ich im Herbst noch einmal.
Die Wege kenne ich. Aber vom Frankfurter Eisernem Steg zum Stammtisch nach nach Hanau. Die linke Seite war ein Horror. Klug wie Mann nun mal ist, dachte ich praktischer weise, die Hanauer Landstraße führt nach Hanau. Dumm wie Mann natürlich auch ist, lief ich ein paar Stunden in der Prallen Sonne an der Straße entlang. Aber klug wie Mann ist, hat er es sich nicht anmerken lassen. :-)
Ein Lied für Dich Frau Blau....

https://www.youtube.com/watch?v=_ddHcDKVDnY
Wieder eine schöne Tour, super geschrieben und mit sehr schönen Bildern.
Dankeschön.
In der Zeit, in der ich in Mühlheim und später in Offenbach gewohnt habe, Bin ich mit und ohne Kinder sehr oft den Main entlang gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren. Mal nach Frankfurt, mal nach Seligenstadt, aber nie so früh. :-)
An Mühlheim habe ich eine ganz lustige Erinnerung. Als ich noch Verheiratet war, haben wir uns eine Wohnung in Mühlheim angesehen. Es war irgendwann in der dunklen Jahreszeit, am Abend und es regnete. Da ich keinen Parkplatz fand, blieb ich im Auto sitzen und nur meine Frau ging schnell zum Vermieter in die Wohnung. Schon nach wenigen Minuten kam sie leichenblass zurück. Als sie sich mit dem Vermieter die Wohnung ansah und in der Küche angekommen sind, sagte der Vermieter; bevor sie es von jemand anderem erfahren sag ich es ihnen lieber gleich, hier in der Küche hat sich der Vormieter aufgehängt!
Lach... :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
Frau Blau ... Du hast wie immer meine Bewunderung! :D
Mister Fritz schrieb: Die Wege kenne ich. Aber vom Frankfurter Eisernem Steg zum Stammtisch nach nach Hanau. Die linke Seite war ein Horror. Klug wie Mann nun mal ist, dachte ich praktischer weise, die Hanauer Landstraße führt nach Hanau. Dumm wie Mann natürlich auch ist, lief ich ein paar Stunden in der Prallen Sonne an der Straße entlang. Aber klug wie Mann ist, hat er es sich nicht anmerken lassen.

Uff, Mister Fritz, wenigstens bist Du nicht versehentlich auf der A 66 gelandet.
Pralle Sonne und Asphalt; Mann lässt sich nichts anmerken ...
--> Du harter Hund, bist anscheinend aus dem typischen Holz der Megamarscher geschnitzt. :D

Was mir gerade einfällt, auch wenn das ja eher auf der anderen Mainseite liegt ... Als ich zum ersten Mal am Schultheis-Weiher vorbeikam, wusste ich nichts von einem Badestrand dort, schon gar nicht vom FKK-Strand. Ich kam ja ganz normal da angewandert und war im ersten Moment überrascht, dass mir auf dem Weg ein nackter Mann entgegenwandert. Ich wusste gleich Bescheid: ein Nacktwanderer! Kurz drauf sah ich zwei weitere Nacktwanderer auf der Grünfläche. Keiner der nackten Wanderer beachtete die anderen. Das war sonderbar, denn so viele Nacktwanderer gibt es ja nicht, und da war es erstaunlich, dass die offenkundig nichts miteinander zu tun hatten. Und trotzdem gleich drei davon?? Hmm ... Dieser Augenblick einer Irritation, eigentlich weiß man schon, man hat den falschen Film am laufen. Dann die Erkenntnis: Hier ist ein FKK-Strand! -- Ich bin mir echt selten dämlich vorgekommen, denn eigentlich hätte ich das sofort checken müssen. Aber nein, wenn ich wandere, wird mein Gegenüber natürlich auch gerade wandern. Was denn sonst?
--
Die Atmosphäre der Wohnungssuche hast Du sitmmungsvoll beschrieben. MIr wurde etwas fröstelig. Habt ihr die Wohnung nicht genommen??

Irgendwie klingt das jetzt vielleicht unglaubwürdig, ich erzähle es trotzdem: Mein erster Mann und ich hatten ein (gebrauchtes) "Luxusmobil" gekauft. Als mir etwas zwischen die Sitze fiel, entdeckte ich verschiedene beschriftete Papierfetzen in den Ritzen oder unter der Matte. Es ist zu lange her, so klar erinnere ich mich nicht mehr. Jedenfalls waren es Mitteilungen in Art eines Abschiedsbriefs. Tatsächlich hatte sich der Vorbesitzer in dem Auto das Leben genommen. Das erklärte dann auch, warum wir das Auto so günstig bekommen hatten. Wann immer ich das Auto gefahren habe, ich habe fast immer, mehr oder weniger, darüber nachgedacht. Am Ende hat man dann doch einen fairen(?) Preis gezahlt, so gesehen.

Hallo Inleaj, mir gefällt der Gedanke, dass wir beide dort schon gegangen oder gefahren sind. Als ich in Mühlheim lebte, bin ich fast jeden Tag am Main gewesen. Ich fand es so schön, den Main praktisch vor den Füßen zu haben. Hätte mir auch vorstellen können, länger dort zu bleiben. Wir hatten ein Loft, richtig cool. Leider fehlte noch die sanitäre Einrichtung. Und als sich herausschälte, dass eine gläserne Dusche so mittenmang geplant war ... und ich überlegte, wie es mit Übernachtungsbesuch wäre ... und mit einem kleinen Kind war es eh eine Herausforderung, in einem großen Raum ohne Türen zu leben. Aber ich mach mal schnell das Nähkästchen wieder zu. :lol:

Tigi, Du ahnst es nicht, aber ich grübele schon die ganze Zeit, was genau bewundernswert ist. Ich habe mich so sehr im Nachdenken verheddert, dass ich erst damit aufhörte, als ich Folgendes überlegte:
Die Bewunderung gilt vielleicht dem Layout des Beitrags. Wie ich es hinbekommen habe, dass mir keines der Bilder seitlich weggerutscht ist, und ...
Hm, das hat Tigi bestimmt nicht gemeint. Oder?
Egal, wie auch immer. Danke! Ich freue mich auf jeden Fall. :)

Nachtrag: sobald ich es mal schaffe, mich kürzer zu fassen, will ich mich selbst bewundern. Echt! :shock:
FrauBlau hat geschrieben: ...
...

Tigi, Du ahnst es nicht, aber ich grübele schon die ganze Zeit, was genau bewundernswert ist. Ich habe mich so sehr im Nachdenken verheddert, dass ich erst damit aufhörte, als ich Folgendes überlegte:
Die Bewunderung gilt vielleicht dem Layout des Beitrags. Wie ich es hinbekommen habe, dass mir keines der Bilder seitlich weggerutscht ist, und ...
Hm, das hat Tigi bestimmt nicht gemeint. Oder?
Egal, wie auch immer. Danke! Ich freue mich auf jeden Fall. :)

Nachtrag: sobald ich es mal schaffe, mich kürzer zu fassen, will ich mich selbst bewundern. Echt! :shock:

Natürlich meinte ich in erster Linie das tolle Layout mit den schönen 'nicht weggerutschten' Bildern :mrgreen: (Späßle) :lol:

Zweitens 8) finde ich bewundernswert, dass Du diese langen Strecken alleine zurücklegst und uns hinterher so unterhaltsam darüber berichtest.
ich finde alles unglaublich....
die Strecken und die Bilder....
Gestern Abend hab ich das schöne Wetter genutzt und düste so für mich hier in der Gegend rum.
Wegweiser.jpg

Mitten auf dem Weg hat jemand das Wort Liebe geschrieben. Das Wort Hiebe habe ich dann gesucht.
Als älterer weiß ich, erst kommt die Liebe, dann gibt’s Hiebe.
Liebe.jpg

Das war die entscheidende Entdeckung des Tages. Ich habe sie entdeckt. Hier wohnen die Morlocks, aus dem Film, die Zeitreise. Diese unterirdischen Ungeheuer. Das passte auch zu den Sirenen der letzten Woche. Diese Lüftungsrohre haben sie verraten.
Morlocks.jpg

Gegen acht wird es schon Duster. Ich werd mir ein paar Reflektoren kaufen oder so reflektierende Bänder für die Beine. Sonst lande ich noch auf einem Lenkrad
Sonnenuntergang (1).jpg

Wünsche allen eine schöne Woche. Bewegt Euch, tankt Luft und Optimismus.der Corona-Herbst wird trist und bitter.
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MisterFritz ……...Grüß Dich!

Beim Radfahren in der Dämmerung habe ich eine super starke Lampe am Lenker meines Trekkingrades eingeschaltet.
Nur für den Wegebereich vor mir, nicht zum Ausleuchten von irgendwelchen Baumkronen oder zum Blenden von anderen Wegebenutzer. ;-)

UND am Lenker von meinem Trekking-Rad habe ich drei Geräuschemacher:

- Eine Klingel mit einfachen „Bim“!
- Wird diese vermutlich akustisch nicht wahrgenommen,
dann Benutzung der lauten Klingel mit „Bimmelim, Bimmelim“.
- Und bei meinen Radtouren z. B. im benachbarten blauweisse Ländle benutze ich
zumeist eine kleine angebrachte Kuhglocke und schon schauen die anderen Wege-Mitbenutzer
sofort, was denn da so plötzlich auf Sie zukommen könnte.

Gute Kommunikation auf kritischen Wegen ist eben alles! ;-)

Der Senior-Radler
honeyman01
MisterFritz hat geschrieben: Gestern Abend hab ich das schöne Wetter genutzt und düste so für mich hier in der Gegend rum.(...)
(...)Hier wohnen die Morlocks, aus dem Film, die Zeitreise. (...)Diese Lüftungsrohre haben sie verraten.
Schöne Aufnahme! Du warst im rechten Moment dort. Oder schwebst Du immer elfengleich durch den Wald, und die Morlocks bemerken Dich nicht? Hier bei mir in der Nähe gibt es diese Lüftungsrohre nämlich auch, doch sie leuchten nicht. Vielleicht trampele ich zu laut über die Wege, so dass den gewarnten Morlocks genug Zeit bleibt, sämtliche Lichter zu löschen. Sollte mich nicht wundern, wenn auf meinem Weg demnächst HIEBE geschrieben steht.
Zum Abschluss noch ein Bild:

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Was das "Nö!" anbelangt, waren sich alle Radfahrer einig. Ohne Ausnahme. Ehrlich, in diesen Zeiten, wo so viel Gegeneinander zu beobachten ist, hat mir diese Einigkeit gut gefallen. Da nicht gearbeitet wurde, war eh genug Platz für alle. "Rücksicht macht die Wege breit", stand mal auf dem Niddaradweg geschrieben. So ist es.
Kleine Tour am Montag, 14. September 2020

Nachdem ich die Tour von Mister Fritz gesehen hatte, musste ich auch raus und eine Runde drehen. Nichts Besonderes, einfach vor die Tür und los. Nach nur 300 m bemerke ich etwas, das sonst nicht am Wegrand liegt:

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Ein Wanderstein

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Einen näheren Blick ist mir der Stein wert. Ein Lächeln kommt zurück. Als ich den Weg fortsetze, rollt ein Transporter an mir vorbei. Fast geräuschlos, und so langsam, dass ich interessiert die Aufschrift am Transporter lese: Kampfmittelräumdienst
Kampfmittelräumdienst? Hier im 1000-Seelen-Ortsteil? Eigentlich wäre ich nun nach rechts auf den Pfad abgebogen, aber … ich bin einfach zu neugierig. Mit aufgesetzt gelangweiltem Blick hefte ich mich an den Transporter. Als ich überlege, dass er vielleicht geradeaus entlang den Feldweg zum Waldstück fährt, biegt er ab.

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Aber wohin genau? Auf das Grundstück oder auf den angrenzenden Fahrweg? Irgendwie sagt mir das Gefühl, dass ich sehr wahrscheinlich etwas ziemlich Langweiligem auf der Spur bin. Nein nein, das kann nicht sein! Ich pirsche weiter …

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Paar Schritte nur, und dann kann ich über die Mauer hinweg den inzwischen parkenden Transporter sehen. Die Fahrertür ist offen, noch sitzt der Fahrer drin. Schaut in meine Richtung. Ich fotografiere konzentriert und aus verschiedenen Blickwinkeln diese äußerst formschöne Kastanienschale:

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Ohne Kampfmittelräumdienst hätte ich diesen entzückenden Schalensessel gar nicht entdeckt. Wäre ich ganz klein, könnte ich mich hineinsetzen. Inzwischen ist der Fahrer ausgestiegen und unterhält sich. Sieht eher nach einem kurzen Besuch aus, so wie mal jemand bei Bekannten reinschaut, weil er gerade vorbeikommt. Langweilig. Also weiter.

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Das hing hier gestern noch nicht. Hat jemand mit Absicht ein Zeichen hinterlassen? Bin ich vielleicht doch etwas Heißem auf der Spur?

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Ah, schon wieder ein Zeichen! Ich sehe das genau vor mir: Eine Person setzt das Wodkafläschen an, und lässt dessen Inhalt durch die Kehle rinnen, kommt am Maschendrahtzaun ins Schlingern, das Ohrgehänge mit den Glassteinen bleibt dort hängen. Wenige hundert Meter weiter legt sie die Flasche ab. Warum? Das wäre zu klären. Vielleicht von mir.

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Sechs Kilometer liegen zurück. Ich hatte mich damit abgefunden, die heiße Spur verloren zu haben. Doch nun das! Wenn das Hütchen mal nicht mit dem Ohrhänger im Zusammenhang steht?! Vielleicht erzählt mir der Hut etwas, wenn ich ihn nur lange genug fotografiere.

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Ich knie im Sand, doch wie viel Mühe ich mir auch gebe, der Hut beginnt nicht zu erzählen. Ich fotografiere ihn, doch er lässt sich nicht einfangen. Nicht in seiner Eigenart. Okay, noch ein anderer Blickwinkel … direkt über dem Boden … da rollt ein Fahrradreifen ins Display und stoppt vor dem Hut. Eine Frauenstimme, etwas streng: „Aha, und Sie ...“
Ich springe auf, wie erwischt, in meinem Kopf rattert es und ich höre mich sagen: „Ah, es ist ihr Hut?!“
An ihre Antwort kann ich mich nicht erinnern, nur dass sie nicht begeistert klang. Ein bisschen so als habe ich ihren Hut gestohlen oder habe dieses zumindest vor. Dabei klaue ich alles nur mit der Kamera. Da fällt mir ein, und ich erzähle ihr, dass hier in der Nähe, am Vortag, ein herrenloses Fahrrad gestanden habe, und ich überlegt hatte, was man macht: Unbekümmert weitergehen? Das Fahrrad bei der Polizei melden? Die Lage länger beobachten? Vielleicht braucht ein Mensch Hilfe? Ja, so antwortet sie, das sei wirklich schwer zu sagen. Etwas Smalltalk, dann wünschen wir uns einen schönen Abend.

Ich gehe weiter. Was ich nicht erzählte, mir aber durch den Kopf geht: Immer wieder gehen Menschen verloren. Vielleicht deshalb, weil man oft denkt, es wird für alles schon eine banale Erklärung geben. Dabei stimmte es mich gestern schon nachdenklich, dass der Feld- und Wiesenblumenstrauß, der neben dem Fahrrad am Feldrand gelegen hatte, total welk war. Ein herrenloses Fahrrad, ein welker Blumenstrauß, und in Sichtweite der Baggersee. Kürzlich kam hier in der Nähe jemand aus dem Gestrüpp, Ganz unerwartet, weil ich mir nicht hätte vorstellen können, dass es überhaupt möglich wäre. Ohne Machete. Meine Vorstellungswelt ist einfach zu beschränkt, so muss ich annehmen. Dauernd beobachte ich Gegebenheiten, für die ich keine Erklärung finde. Dabei wird es sie geben. Und erzählte man sie mir, würde ich mich oft wundern, warum ich nicht von allein darauf gekommen bin.

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Am Waldrand sieht es aus, als habe sich ein Wildschwein im angrenzenden Maisfeld bedient. Mangels Wildschwein diese Aufnahme.

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Nach knapp 12 km bemerke ich erneut einen Wanderstein. Ich lasse das Glück liegen, für den nächsten Menschen. Eine Aufnahme aus anderer Perspektive mache ich noch von dem Stein, geblendet von der tiefstehenden Sonne. Manchmal werden diese Aufnahmen was. Manchmal nicht.

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Deshalb sehe ich erst zuhause, dass der Stein auch für die „Liebe“ steht. Ein Zufall, der mich etwas verblüfft hat, da ja Mister Fritz ebenfalls „Liebe“ auf dem Weg gefunden hatte.

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19:25 Uhr. Jetzt wird es schon wieder so viel früher dunkel. Das sind übrigens keine Nebelfelder, sondern eine von einem Traktor aufgewirbelte Staubwolke, die sich seit einer Viertelstunde wieder absenkt. Der Fahrer war scheinbar kreuz und quer über die Felder gebrettert. Na ja, ich kannte halt seinen Plan nicht. Nun aber heimwärts. Mal schauen, ob ich meinen Freund noch sehe …

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Eine Aufnahme von Anfang des Monats, denn mein Freund ist zwar da, aber hat sich schon in den Unterstand zurückgezogen. Tagsüber kommt er meist zum Zaun gerannt oder, gelangweilt wirkend, getrottet. Das gibt immer ein Spektakel, weil er damit das Geflügel, mit dem er die Grünfläche teilt, immer völlig aus dem Häuschen bringt. Ungerührt, so als gäbe es das Geschnatter nicht, kommt er dann her und wir gucken uns prüfend an. Heute macht er einen Schritt aus dem Unterstand heraus, zögert, und nimmt den Schritt wieder zurück. Unsere Blicke berühren sich, prüfend, wie immer. „Gute Nacht!“ so denke ich ganz laut zu ihm hin. Ich geh jetzt auch nach Haus!
Von heute Nachmittag. Von dem Ziel, die 100km in 24 Std. zu schaffen, habe ich mich getrennt. Ein kleineres Ziel habe ich mir gesetzt. Später davon mehr.
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Meine Runde heute führte durch staubige Felder. Alles ist abgeerntet. Nur ein paar einsame Raben stolzieren ungestört darüber.
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Apfelbäume voller Äpfel, das bis die Äste gebrochen sind. Auch der Boden war voller Äpfel. Aus Fallobst wird Apfelwein gemacht (würg, schüttel)
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Ein typischer langer Weg. Totale Stille. Kein Gejammer, kein Corona, keine Bedenkenträger und sonstige Erbsenzähler. Dabei fiel mir auf, dass die Natur sich für Corona überhaupt nicht interessiert. Sie lebt weiter!
Zum Abschluss gabs denn noch viele blaue Blumen ….
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...und eine blaue habe ich gepflückt für Frau Blau 8)
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