Ibelieve hat geschrieben: Froggys Zitat von Alber Kerr hat es meiner Meinung nach auf den berühmten
Punkt gebracht.
Freundschaft als auch Liebe/Partnerschaft bedeutet Mühe und Anstrengung,
Verantwortung und Zeit haben und sich nehmen und
das sind alles Werte, die in unserer Spaß- und Wegwerfgesellschaft
keine große Bedeutung mehr haben.
Ich weiß, dass man nicht pauschalisieren soll und es sind natürlich
nicht alle so, aber viel zu viele!
Gruß
Ursula


Ich verfolge diesen wirklich interessanten Meinungsaustauch, kann aber leider nicht das von "Froggy" zitierte Zitat von Albert Kerr finden. Kann es ein Zitat des Schriftstellers, Theaterkritikers und Journalisten jüdischer Herkunft Alfred Kerr gewesen sein?
ginger_55 hat geschrieben: Muss ich mich jetzt für Schoppenhauer interessieren? Oder der andere für Knickpflege? Nö!

robin ich verstehe durchaus, was Du damit ausdrücken willst. Und wenn man es unter dem Aspekt sieht - ich interessiere mich dafür, weil der andere es mag - dann ist das wohl zum scheitern verurteilt. Da stimme ich Dir zu.

Aber es beinhaltet noch eine andere Möglichkeit. Die, die ich anwende. Ich würde über das Wort Knickpflege schon stolpern. Ich kenne es nicht und somit ist meine Neugierde geweckt. Dann frage ich danach. Schon ist wieder eine Möglichkeit gefunden, sich zu unterhalten. Das kann so weitergehen..warum interessierst Du dich dafür? Wie kannst Du es gebrauchen? Und schon schließt sich der Kreis und ich bin wieder bei dem Menschen angelangt :)
Umgekehrt funktioniert das ebenso. Auf diese Weise habe ich schon viel im Leben kennengelernt, wovon ich vorher keine Ahnung hatte.

Es müssen nicht immer die Gemeinsamkeiten sein. Gerade Gegensätzlichkeiten können bereichernd für beide sein.

ginger


Ja....das ist es wohl. Interesse haben am anderen Menschen.
In diesem Zusammenhang habe ich einen Satz gelesen, den ich auch noch nicht verdaut habe. Er ist nicht von hier.

Es bleibt so viel übrig, wenn man sich frei macht von etwas, was einem nicht gefällt.

So..und nun muss ich meine Freunde reinholen. Bis später!
Hallo Robin,
Mit Deiner Aussage:

"Innerhalb weniger Tage entstand ein seltsamer Druck seitens meiner Briefpartnerin, der sich letztendlich sowohl mit meinen Inhalten, meiner Schnelligkeit im antworten,
als auch mit einer mir unbekannten geforderten Intelligenz, auseinandersetzte.

Ich stellte für mich fest, dass meine Denkebene wohl eine völlig andere war, und wir uns wohl zufällig auf der Treppe (symbolisch) getroffen hatten.
Einer ging gerade rauf, und der andere runter. "


machst Du deutlich, daß Du viel zu sehr nach Freundschaft suchst, anstatt sie wachsen zu lassen. Aber Du darfst auch nicht von Anfang wollen, daß sie wächst. Das Wachsen muß von selbst geschehen, kann schnell gehen und kann lange dauern.
Deine "völlig andere Denkebene" ist absolut kein Hinderungsgrund für eine Freundschaft. Das hat ginger sehr deutlich und richtig gesagt.
Vielleicht liest Du Dir mal meine Beiträge auf Seite 2 und vor allem auf Seite 3 dieses Threads durch. Da habe ich die Freundschaft zu meiner Freundin geschildert. Wir haben uns nicht in der Jugend, sondern als erwachsene Menschen mit 30 / 36 Jahren erst überhaupt kennen gelernt, aber sehr bald trotz der riesigen Unterschiede festgestellt, daß wir einander brauchen.
Und heute kommt es vor, daß meine Freundin mitten in der Nacht anruft, weil sie gerade mit einem Gedanken nicht zurecht kommt und meine Hilfe braucht.
Wir sagen uns gegenseitig sehr deutlich die Meinung, aber wir haben uns noch nie gezankt.
Freundin 61 hat m. E. in ihrem letzten Absatz etwas sehr wesentliches gesagt, was Du Dir mal auf der Zunge zergehen lassen solltest

Mit lieben Grüßen
Feli
Robin4855 hat geschrieben: Weil mich Sprache, Ausdruck und Inhalt fasziniert haben, habe ich versucht mit einer Frau, die mir nur selten gelungene persönliche Nähe zu verwirklichen.
Wohlgemerkt rein auf freundschaftlicher Basis.

Innerhalb weniger Tage entstand ein seltsamer Druck seitens meiner Briefpartnerin, der sich letztendlich sowohl mit meinen Inhalten, meiner Schnelligkeit im antworten,
als auch mit einer mir unbekannten geforderten Intelligenz, auseinandersetzte.

Ich stellte für mich fest, dass meine Denkebene wohl eine völlig andere war, und wir uns wohl zufällig auf der Treppe (symbolisch) getroffen hatten.
Einer ging gerade rauf, und der andere runter.

Ich glaube nicht mehr, dass es Freundschaft zwischen Mann und Frau im fortgeschrittenen Alter noch geben kann.
Schon gar deswegen, weil ich bei allen Versuchen immer das Gefühl hatte, dass mich da einer verbiegen will.
Vielleicht muss man das ja, aber ich will es nicht mehr!

Ich habe für mich festgehalten, dass wahre Freundschaft immer etwas gewachsenes ist, dass viele Jahre der Entstehung braucht.

Und habe mich damit abgefunden, auch weil irgend jemand diese Tage hier geschrieben hat, ich soll einen bestimmten Thread umbenennen in "Mein Tagebuch".

So schlecht ist die Idee gar nicht.



Darf ich mir die Frage erlauben, was Du unter fortgeschrittenem Alter verstehst! Ich bin schon reichlich ergraut, meine Haare werden licht oder sind es schon. Ich hoffe aber doch, dass meine Lebenszeit noch nicht so bemessen ist, dass mir keine Zeit mehr zur Pflege einer Freundschaft mehr bleibt. Das würde mich sehr, sehr traurig machen.

Wenn man noch so jugendlich ausschaut wie Du, sollte man wirklich nicht den Kopf hängen lassen. Was soll ich denn sagen?
Frajo_RM hat geschrieben: Darf ich mir die Frage erlauben, was Du unter fortgeschrittenem Alter verstehst! Ich bin schon reichlich ergraut, meine Haare werden licht oder sind es schon. Ich hoffe aber doch, dass meine Lebenszeit noch nicht so bemessen ist, dass mir keine Zeit mehr zur Pflege einer Freundschaft mehr bleibt. Das würde mich sehr, sehr traurig machen.

Wenn man noch so jugendlich ausschaut wie Du, sollte man wirklich nicht den Kopf hängen lassen. Was soll ich denn sagen?


Eigentlich möchte ich das Tthema gerne diskutieren. Aber gut.
Ich bin 53 Jahre alt und möchte so wie viele in unserer Familie deutlich über 90 Jahre alt werden. Also habe ich die Hälfte gerade mal überschritten.
Fortgeschritten bedeutet für mich über 50 und ist spezifisch von mir.
Habe erst jetzt gemerkt, dass dieses Thema auch hier in einem Forum behandelt wird. (Bin ja gerade mal so drei wochen hier dabei und habe noch nicht so alles im Griff :roll: Da ich es als ganz wichtigen Punkt in meinem Blog verewigt habe, stelle ich hier die Kopie davon ein:

Freundschaft ist kostbar.
Freundschaft kann man nicht machen.
Sie ist immer ein Geschenk und sollte nicht mit Füßen getreten werden.

Der Freund hört genau hin, was mich im Innersten bewegt. Er hört sich in mich hinein um zu entdecken, was die Grundmelodie meines Lebens ist, er nimmt wahr, wo und wie mein Leben zum Schwingen und Tönen kommt. Er spiegelt mich und erinnert mich an das, was ich im Tiefsten bin. Seine Aufgabe ist also mehr, als mich nur zu verstehen und m e h r als nur bei mir zu stehen. Er nimmt vielmehr die Melodie meines Herzens in sich hinein, um sie dann wieder neu zum Klingen zu bringen, wenn sie in mir verstummt ist!!!! (nach Anselm Grün)

[b]Ein guter Freund läßt den anderen nicht einfach hängen oder grenzt ihn einfach aus, so wie es ihm gerade passt. Oder weil er zu feige ist, zu sagen, was er denkt und fühlt. Nein, ein Freund ist offen und ehrlich.

Gerade in der Anonymität unserer Zeit
braucht es Orte der Heimat,
sie sind dort, wo i c h zu Hause bin!!!!""

In meinem Leben habe ich erfahren, was WAHRE Freundschaft bedeutet....
Gott sei dank!!!

Ich wünsche Euch noch eine gute Nacht und eine erfolgreiche neue Woche
Viktoria2
freundin61 hat geschrieben: Letzter Absatz des Originales

Ich glaube, der Grundfehler liegt in dem starren Blick auf sich selbst, sprich Egozentrismus und in der Angst, sich verändern zu sollen dem Anderen zuliebe. Wer erwartet, der Andere müsse sich verändern, man selbst brauche das aber nicht, ist unfähig, Freundschaft und Liebe zu leben, sondern nutzt den Anderen einfach nur aus. Freundschaft und Liebe sind Ausdruck von Gebenwollen und intensiver Arbeit an sich selbst. Wer das nicht kann, bleibt einsam und bildet sich ständig ein, alle sind Schuld, nur ich nicht.

Freundin61


Hallo Feli,

das ist der letzte Absatz von Freundin61.

Also doch verbiegen!?
Lieber robin,
eine Freundschaft ist eine Blume, die wächst oder welkt - ein abgedroschenes Bild, ich weiß, aber ich kenne kein Besseres um ein Miteinander zu beschreiben.
Deine Brieffreundin hat einen Druck ausgeübt schreibst du!
Hat sie das wirklich oder hast du es so empfunden?
Hast du einmal versucht, Rollen zu tauschen um zu verstehen, was sie irritierte - versuche es doch einmal!
Vielleicht nimmt dir das Enttäuschung und Zorn.
Vielleicht steht in ihren Briefen auch noch etwas, was du nicht lesen konntest.
Freundschaft, auch wenn nur im Beginnen, ist ebenso wie eine Beziehung von Erwartung, Wünschen "belastet" - und damit umzugehen erfordert viel Achtsamkeit und Zartheit von jedem.
Und das Virtuelle macht eine Freundschaft verdammt schwer -es ist ein gestenloses und gesichtloses Mitteilen - und last but not least ein oft zweifelhaftes Unterfangen, das noch mehr Vertrauen fordert als in der Realität.

Nichtsdestotrotz - Freundschaft gibts, Freundschaft ist möglich - auch über den Weg des Virtuellen - ich weiß es.

vivara
vivara hat geschrieben: Auszug
Deine Brieffreundin hat einen Druck ausgeübt schreibst du!
Hat sie das wirklich oder hast du es so empfunden?
Hast du einmal versucht, Rollen zu tauschen um zu verstehen, was sie irritierte - versuche es doch einmal!

Vielleicht nimmt dir das Enttäuschung und Zorn.

Vielleicht steht in ihren Briefen auch noch etwas, was du nicht lesen konntest.
Freundschaft, auch wenn nur im Beginnen, ist ebenso wie eine Beziehung von Erwartung, Wünschen "belastet" - und damit umzugehen erfordert viel Achtsamkeit und Zartheit von jedem.
Und das Virtuelle macht eine Freundschaft verdammt schwer -es ist ein gestenloses und gesichtloses Mitteilen - und last but not least ein oft zweifelhaftes Unterfangen, das noch mehr Vertrauen fordert als in der Realität. vivara


Hallo Vivara,

das ist doch einmal ein Aspekt, den ich noch nicht so betrachtet habe.
Ich will das gerne einmal tun, und wieder darauf zurückkommen.

Den Gefühlsbereich "Zorn" kenne ich eigentlich nicht. Das ist für mich unbeherrscht und entspricht gar nicht meiner Erziehung.
Enttäuschung schon eher, wobei es meist die Enttäuschung über mich selbst ist, zu wenig über die Frage nachgedacht zu haben "Wie muss es sein, dass es geht"?

Auch der Punkt "Erwartung und Wünsche" ist mir beim nachdenken über meine "Erwartungen und Wünsche" mit erschrecken als Defizit aufgefallen.
Ich verstehe jetzt, dass sich mir auch Grundsätzliche Fragen stellen.

Warum suche ich überhaupt Freundschaft?
Was tue ich dann damit?
Was tut die Freundschaft mit mir?

Obwohl....je länger ich jetzt vor dem Text sitze, und es sind schon mehr als 5 Minuten, fällt mir gerade auf, dass es mir unheimlich schwer fällt das zu formulieren.
Ein wenig habe ich dabei auch die Angst im Nacken etwas für mich "intimes" zu formulieren beziehungsweise zu offenbaren. Um Missverständnisse auszuschließen....damit meine ich nichts sexuelles.....nein!

Gedanken in meinem Kopf meine ich damit.

ich denke darüber nach. Vielen Dank für den guten Anstoß.
Robin, für mich ist Freundschaft etwas intimes - weil ich jemanden sehr nah an mich heranlasse.
Jetzt - im Alter - sperre ich mich da ein bisschen - oder bin vorsichtiger geworden, das liegt aber auch daran, dass ich gute alte -alt im Sinne von lange - Freunde habe.
Ich weiß, auf wen ich in der Not bauen kann. Und eine Freundin, die da ist und mit der man alles besprechen kann, brauche ich nicht. Also so etwas, was, wie man hört, die meisten Frauen wohl haben.
Ich denke auch, dass man sich nicht auf die Suche machen kann nach Freundschaft, das ist etwas was sich ergibt und wachsen muss.
Und hier bei 50-plus habe ich diesen Anspruch nicht.
Lieber Robin,
Ich habe den Absatz von Freundin 61 anders verstanden,
nicht als "Verbiegen",
sondern als ein Entgegenkommen, ein Verstehen, ein Suchen nach den Beweggründen des anderen.
Und andererseits als das Überprüfen meiner eigenen Gedanken,
ob ich "Angst (habe), sich verändern zu sollen dem Anderen zuliebe".

"Sich verändern" heißt nicht "verbiegen", sondern offen sein, Verständnis haben und mein eigenes Ich mal in den Hintergrund zu schieben.

Lies es mal unter diesem Gesichtspunkt,

Liebe Grüße
Feli
Hallo Feli!

Ich hab es gerade gemacht, und musste mein Fahrrad mit beiden Reifen aus den Straßenbahnschienen heben. Während der Fahrt war das nicht möglich die Spur zu verlassen. Ich musste absteigen.

Ich habs verstanden! :lol:
Hallo Robin,

deine Beiträge zu diesem Thema bringen bei mir so einige Gedanken in Gang.
Ich lese deine Zeile und ich lese zwischen deinen Zeilen.

Teilweise finde ich mich wieder, in dem was du schreibst ....und der Wunsch zu reagieren nimmt zu.

Allerdings habe auch ich die Bedenken, dass mein Text hier zu wie auch immer gearteten Missverständnissen führen könnte....und das wäre sehr schade.

Sei versichert, dass ich auch weiterhin sorgfältig lesen werde.

Ein lieber Gruss
Merlotta
öhm....hab ich wieder etwas angestellt, von dem ich noch nichts weiss?

:wink: :lol:
Robin, warum fühlst Du Dich durch Merlotta getroffen?

Feli
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