WER KOMMT MIT?
Sinfoniekonzert „Russische Seele“


Am Montag, dem 26. März 2018 19:30 Uhr
im Rosengarten, Musensaal
Rosengartenplatz 2, 68161 Mannheim


dirigiert Prof. Dr. Stefan Blunier

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ein Sinfoniekonzert mit dem Thema "Russische Seele"


Prof. Blunier ist Orchesterleiter und Professor für Sinfonik
an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim.
Er leitete viele bekannte internationale Orchester. In den letzten Jahren war er Generalmusikdirektor am Staatstheater Darmstadt und der Stadt Bonn und Chefdirigent des Beethoven Orchesters und der Oper Bonn.
2011 und 2012 erhielt er mit dem Beethoven Orchester zwei ECHO Preise für die beste Operneinspielung des Jahres.
Besucher der Mannheimer Akademie-Konzerte erinnern sich vielleicht noch an die gefeierte Aufführung von Gustav Mahlers 7. Sinfonie mit dem Nationaltheater-Orchester. und die Aufführungen im Oktober letzten Jahres im Rosengarten und im Saalbau in Neustadt.

Auf dem Programm stehen dieses Mal die Werke von

Sergei Rachmaninow 1873-1943
Vocalise
und
2. Klavierkonzert op. 18 cis-Moll
mit den Sätzen
- Moderato
- Adagio sostenuto
- Allegro scherzando
es spielt die Solistin Stanislav Novitskiy, Klavier
begleitet vom Sinfonieorchester der Hochschule Mannheim

und dann nach der Pause

Modest Mussorgski 1839-1881
Bilder einer Ausstellung
Hier komponierte Mussorgski als Programmmusik einzelne Sätze zu Bildern seines kurz zuvor (1873) verstorbenen Künstlerfreundes, dem Maler und Architekt Viktor Hartmann.

Die Bilder zu I. Der Gnom, V. Ballett der unausgeschlüpften Küken, VI. „Samuel" Goldenberg und „Schmuyle", VIII. Die Katakomben, IX. Die Hütte der Baba-Jaga auf Hühnerfüßen und X. Das Heldentor (in der alten Hauptstadt Kiew) sind erhalten. Diese habe ich hier unten abgebildet. Die verlorenen Bilder habe ich ähnliche Bilder anderer Künstler ergänzt. Soweit mir bekannt, habe ich kurz beschrieben, was Mussorski selbst zu Bildern sagte. Vielleicht wird durch meine kleine Ausführung für Dich das Musikstück beim Hören noch anschaulicher.

Es spielt das Sinfonieorchester der Musikhochschule Mannheim
Einstudierung/Leitung: Prof. Stefan Blunier

Eintrittskarten (Restkarten) zu (nur!) 5,00 Euro können beim Konzertbüro der Musikhochschule Mannheim
bestellt werden . Die Karten können dann um 19:00 Uhr am Saal-Einlass abgeholt werden.
E-Mail: konzertbuero@muho-mannheim.de

Treffpunkt: Café Flo um 18:00 Uhr
Friedrichsplatz 15, 68165 Mannheim

Ich würde mich freuen, den Einen oder die Andere zum Konzert begrüßen zu dürfen!
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Bilder und Beschreibung der Programmmusik
Die Überschriften zu den Musikabschnitten tragen den
Originaltitel;
darunter die deutsche Übersetzung

Promenade
Das Orchester beginnt mit einer Promenade.
Hier dürfen wir uns vorstellen wie korpulente Mussorvski selbst durch die Ausstellung flaniert und Bilder betrachtet.

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Das gleiche Thema der Promenade, in abgewandelter Form, erscheint wieder zwischen mehreren Sätzen. Auch wenn die im Original nicht extra überschrieben sind, habe ich die weiteren Promenaden hier der Übersichtlichkeit halber eingefügt.

I. Gnomus;
Der Gnom
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Die Musik soll auf einen holzgeschnitzten Nussknacker zurückgehen, wie sie damals in Russland überaus beliebt waren. Hartmann zeichnete ihn mit einem hässlichen, runzligen Gesicht und kräftiger Kinnlade zum Nussknacken. Mussorgsky schildert ihn als hinkenden, verunstalteten Zwerg. Ob das allgemein angegebene Bild wirklich der Nussknacker ist, scheint mir fragwürdig, auch wenn dieser Ballett-Tänzer bestimmt keine großen Sprünge machen könnte.

(Promenade, im Original steht kein Titel)

II. Il vecchio castello;
Das alte Schloss
(Das Originalbild ist verschollen.)

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Vor einem alten Schloss steht ein Troubadour auf der Schlosstreppe im Mondschein. Er begleitet seinen Gesang mit der Laute.

(Promenade, im Original ohne Titel)

III. Tuileries (Dispute d'enfants après jeux);
Die Tuilerien (Streitende Kinder nach dem Spielen)
(Das Originalbild ist verschollen.)

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In den Tuilerien, einem großen Park in Paris, streiten Kinder auf dem Weg. Die lebhaften Kinder auf dem Aquarell regten Mussorgski zu dieser Melodie an.

IV. Bydło;
Der Ochsenkarren
(Das Originalbild ist verschollen.)

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Wir hören das ächzen eines Ochsenkarren, dessen große Räder mühselig über den schlechten Weg rumpeln und die dumpf trottenden Schritte des Zugochsens.

(Promenade, im Original ohne Titel)

V. Балет невылупившихся птенцов;
Ballett der unausgeschlüpften Küken

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Der Kostümentwurf zu dem Ballett „Trilbi“ des St. Petersburger Ballettdirektors, gab die Anregung zu dem Scherzino der herumhüpfenden Küken.

VI. „Samuel“ Goldenberg und „Schmuÿle“;
„Samuel“ Goldenberg und „Schmuyle“
Von den vielen Bildern, die Hartmann im Ghetto malte, kennen wir nur noch diese beiden, den rechen Juden „Samuel“ Goldenberg mit einer großen ledernen Kippah

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und das eines armen Juden „Schmuÿle“ der erschöpft auf einem Mauervorsprung ausruht und seinen Wanderstock in den gefalteten Händen hält.
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Das Bild, auf das die Musik Bezug nimmt, ist leider verschollen.
Auf ihm bittet ein kleiner, armer Jude den reichen, großen Juden um ein Almosen.

(Promenade, im Original ohne Titel)

VII. Limoges. Le marché, (La grande nouvelle);
Limoges. Der Marktplatz, (Die große Neuigkeit)
(Das Originalbild ist verschollen.)

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Auf dem belebten Marktplatz von Limoges (hier ein das Bild einer Postkarte um 1900) unterhalten sich Marktfrauen lebhaft untereinander und mit ihrer Kundschaft.

VIII. Catacombae, (Sepulcrum romanum);
Die Katakomben von Paris, (Römische Gruft)

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Auf diesem Bild ist der Maler selbst mit einem Freund bei der Besichtigung der Katakomben von Paris dargestellt. Mussorgski notierte dazu in der Partitur die Worte "con mortuis in lingua mortua" (mit den Toten in der Sprache der Toten) und dann auf russisch "Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an - die Schädel beginnen im Inneren sanft zu leuchten" (vgl. Russisches Musikarchiv)

Promenade mit dem Titel „Mit den Toten in einer toten Sprache reden“ in der der Komponist gleichsam mit seinem (toten) Freund durch die Katakomben wandelt.

IX. Избушка на курьих ножках (Баба-Яга);

Die Hütte der Baba-Jaga auf Hühnerfüßen

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Den Entwurf für ein Uhrengehäuse auf Greifen- oder Hühnerbeinen wandelt Mussorgski zu der damals in Russland allgemein bekannten Hütte auf vier Hühnerbeinen der Hexe „Baba-Jaga“.
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Sie ernährt sich von zerstoßenen Menschenknochen und fliegt in ihrem Mörser durch die Lüfte, wie bei uns die Hexen auf ihren Besen.

X. Богатырские ворота (В стольном городе во Киеве);
Das Heldentor (in der alten Hauptstadt Kiew)

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Den großen Abschluss dieses Musikstückes bildet der Entwurf eines prächtigen Torgebäudes für Kiew.
Die Basis bildet wieder die Promenade, die jetzt Anklänge von Chorälen der Orthodoxen Liturgie aufweist und feierliches Glockengeläut. Sie gleicht dem Finale einer Oper.

Ich hoffe, Dir hat meine Beschreibung gefallen.
Liebe Grüße
Euer Morgenlied