Lebenspartner, Familie, Freunde, eigentlich alle da. Uneigentlich aber leider nicht!
Mein Partner ist seit einem Schlaganfall vor knapp 10 Jahren schwerstbehindert und eher mein großes, pflegebedürftiges Kind, als mein Ehemann. Dadurch haben sich auch viele Freunde zurückgezogen und der Großteil unserer Familien wohnt weit weg.
Kennt Ihr das? Am Ende doch immer allein; dennoch möchte und mus ich doch gerade für meinen Partner immer da sein!

Freue mich auf einem regen Austausch Eurer Erfahrungen und über Menschen, die nachvollziehen können, wie es ist, sich nicht nur im Alter völlig allein gelassen zu fühlen.

Eure Wencke
Hallo Traumtanzerin,
Deine Worte haben mich schon sehr berührt. Ich kann mir ansatzweise vorstellen dass es eine sehr schwierige Situation ist in der du dich befindest. Versuche aber bei der ganzen Problematik nicht alles alleine bewältigen zu müssen um nicht selbst auf der Strecke zu leben. Ich weiss, das kann man leicht sagen wenn man nicht in dieser schwierigen Situation steckt.
Ich wünsche dir viel Kraft und dass sich Lösungsmöglichkeiten auftun.
Alles gute
Morgenstrahlen

Ich kann es Dir sehr gut nachfühlen. Mein Mann bekam mit 59 Jahren eine schwere Erkrankung und war 10 Jahre mein Betreuungs- und Pflegefall. Er wurde, gegen den Rat der Ärzte, von mir selbst betreut und zuletzt gepflegt.

Man wächst mit seinen Aufgaben, so ist das auch in der Pflege, auch wenn man nie vorher damit zu tun hatte. Ich wollte ihn nicht abgeben, es war mir eine Verpflichtung meinen Ehemann, Geliebten und langjährigen Weggefährten diesen letzten Dienst zu leisten. Er hätte es auch für mich getan.

Wichtig ist, dass Du selbst nicht zu kurz kommst und Dir ein gutes Netzwerk aufbaust, das Dir so manches abnimmt, es Dir ermöglicht Auszeiten zu nehmen. Es gibt heute so viele Möglichkeiten von der Tagespflege angefangen, über Betreuungscafés nur ein paar Stunden, bis zu Ehrenamtlichen Kräften, die ins Haus kommen. Das alles hat es mir möglich gemacht, das 10 Jahre lang durchzustehen. Inzwischen gibt es in jeder Stadt/Gemeinde Pflegestützpunkte, die auch mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Aufgabe und für Dich selbst.

Regen Austausch kann ich hier leider nicht leisten bei 3 Möglichkeiten im Tag.
Hallo, Ihr Lieben,
ich kannte eigentlich nie Einsamkeit bis zu dem Zeitpunkt, als ich in Rente ging und obendrein meine Berührung in die Brüche ging. Die Restfamilie wohnt außerhalb und es besteht leider nur wenig Kontakt, das lässt sich derzeit auch nicht ändern. Da fehlt mir manchmal das gute Gespräch mit guten Freunden, um über dieses und jenes mich auszutauschen.
Vielleicht ist ja dieses Forum eine neue Möglichkeit.
Liebe Grüße
Lunaline
Ja, liebe Lunalli...so sehe ich es auch, gute Gespräche und nicht nur smal talk...wünsche ich mir ebenfalls. Ich bin ja kein Weihnachtsfan aber einen Glühwein gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt schlürfen um sich persönlich kennenzulernen wäre nicht schlecht. Was meinst du bzw. ihr?
Herzliche Grüße
Ich hoffe hier Gleichgesinnte zu finden!
Ich bin verheiratet und führe berufsbedingt mit meinem Mann eine Wochenendehe. Nun merke ich,das wir uns immer mehr auseinander leben.
Zweisam und trotzdem einsam.
Hallo Traum Tänzerin .
Sehr gut kann ich sie verstehen .
Es ist immer in der Not zu erkennen wo die Freunde , Bekannten oder wie auch immer ,sind .Familie weit weg ?
Mein Mann ist schwer depressiv . Familie haben wir beide keine ,da verstorben .
Freunde schon lange nicht mehr . + die wenigen Bekannten ,die es gibt ,haben immer etwas anderes zu tun ,wenn man um kleine Hilfe bittet . Es ist zum weinen .
Es wurde mir Hilfe angeboten , da ich z.Z mein Bein gebrochen habe + im Bett bzw. Rollstuhl sitze ( Hände Schmerz ) . Aber wie erwähnt . Es kommt keiner . Bis zum 7. Januar darf ich das Bein nicht belasten .
Darum verstehe ich sehr gut was Einsamkeit bedeutet ,selbst in der Zweisamkeit .
Alle Kraft des Universums sende ich .die Celeste - MO
Celeste,Du schreibst : keiner hilft mir und gleichzeitig: mir wurde Hilfe angeboten....hast Du sie angenommen?
Sicher nicht einfach Deine Situation im Moment,zumindest wenn keine Familie da ist die einspringen kann.Professionelle Hilfe von aussen bekommst Du sicher,was wichtig und richtig ist.
Ich persönlich kann mir immer nicht vorstellen dass Freunde u. Bekannte eine Bitte um kleine Hilfen ablehnen,so wie Du das schilderst.
Manchmal denke ich aber auch dass gerade wir Frauen denken dass es unsere Pflicht ist immer da sein zu müssen,alles selbst zu machen ,z.B.in der Pflege für Partner oder Eltern. Bis zum Zusammenbruch,physisch u psychisch.
Das erlebe ich des öfteren .Holt euch Hilfe,es gibt sie.

Ein ganz typischer Satz dafür ist von Traumtaenzerin:
"Dennoch möchte und muß ich für meinen Partner immer da sein"
Ist das so?Steht einem nicht zu mal etwas für sich zu tun?
Klar vereinsamt man in dieser Rolle total und fällt ganz schnell aus dem sozialen Netz .
Es darf von Niemandem erwartet werden, dass er/sie sich zugunsten eines Anderen selbst aufgibt. Erst recht nicht die am nächsten Stehenden, wenn sie wirklich lieben und achten.
Die Übernahme von Angehörigenpflege kann aber auch ganz egoistisch einen leeren Platz im Leben füllen. Eine neue Aufgabe darstellen, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, die Berufstätigkeit beendet ist, die Enkel nicht griffbereit. "Er täte es für mich auch", scheint mir oft ein vorgeschobenes Argument speziell von Frauen.
Meine Schwiegermutter hat sich über die aufopfernde langjährige Pflege definiert und Sätze sichtlich genossen: Wie Sie das alles schaffen Frau T, das könnte ich nicht. Schwester T.... Ihr Mann wurde nicht gefragt und mußte mitmachen, wurde sogar fälschlicherweise mit der Aussage zitiert: B. will das so. Er will niemand Fremdes an sich heranlassen.
Tja, jetzt hatte sie das Zepter in der Hand und wurde bewundert. Er konnte sich erst in seinen letzten Stunden befreien und dann erst gehen.
Es zeigt das man wenn man andere auf seine eigene Situation hinweist das man auch Hilfe bekommt in verschiedener Weise und somit sich selber nicht mehr so alleine fühlt. Einzig dasProblem wie teile ich mich mit ist gar nicht so einfach da man eben nicht nur etwas aus Mitleid sondern eben etwas um einen selbst Willen erbittet.