Unser Kinotipp für März: Still Alice - Mein Leben Ohne Gestern

Unser Kinotipp für März: Still Alice - Mein Leben Ohne Gestern

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Still Alice-Mein Leben ohne Gestern

Kinostart: 5. März 2015 Deutschland und Schweiz / 13. März in Österreich

 

"Still Alice - Mein Leben ohne Gestern" die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsroman von Lisa Genova startet am 5. März 2015, in den Kinos.

 

 

Zunächst sind es nur Kleinigkeiten, die kaum jemandem auffallen. Bei einem Vortrag fällt Professorin Alice Howland (Julianne Moore) plötzlich ein Wort nicht ein. Wenig später dann verliert sie beim Joggen die Orientierung, obwohl sie die Strecke fast jeden Tag läuft. Die 50-jährige, die an der Columbia University Linguistik lehrt, ahnt bald, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Aber die Diagnose ist trotzdem ebenso unerwartet wie erschütternd: Alice leidet an einem seltenen Fall von frühem Alzheimer. Ihre jüngste Tochter Lydia (Kristen Stewart), die sich in Los Angeles als Schauspielerin versucht, ist die erste, die bemerkt, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt. Beim Familienbesuch an Thanksgiving scheint zwar alles wie immer, nur dass sich Alice der Freundin von Sohn Tom (Hunter Parrish) gleich zweimal vorstellt. Doch auch aus anderen Gründen können Alice und ihr Ehemann John (Alec Baldwin) es nicht länger vermeiden, den drei älteren Kindern die Wahrheit zu sagen. Denn weil diese Form der Krankheit vererbbar ist, könnten sie auch ganz direkt betroffen sein. Anders als ihre schwangere ältere Schwester Anna (Kate Bosworth) lässt Lydia sich selbst nicht testen. Statt sich um die eigene Zukunft zu sorgen, will sie lieber für ihre Mutter da sein, selbst wenn ihr Verhältnis nicht immer das einfachste war. Ein gemeinsamer Sommer im Strandhaus der Familie schweißt sie enger zusammen denn je. Und als Alices Zustand sich zusehends verschlechtert, ist es ausgerechnet ihre Jüngste, die für sie die größten Opfer bringt.

 

Mit einer herausragenden Leistung, die man so schnell nicht vergessen wird, beweist Julianne Moore in STILL ALICE einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter den Schauspielerinnen ihrer Generation. Als erfolgreiche Karrierefrau und Mutter, der langsam das eigene Leben entgleitet, beeindruckt die bislang vierfach Oscar®-nominierte Golden Globe-Gewinnerin in der Titelrolle mit feinsinniger Subtilität und emotionaler Wucht gleichermaßen. Unterstützt wird Moore von BAFTA-Gewinnerin Kristen Stewart die hier ihre bislang anspruchsvollste Rolle spielt. Golden Globe-Gewinner  Alec Baldwin, Kate Bosworth  und Hunter Parrish runden das hochkarätige Ensemble ab. Inszeniert wurde STILL ALICE, der seine Weltpremiere beim Filmfestival in Toronto feierte, von Richard Glatzer und Wash Westmoreland, die mit "Quinceañera“ das Sundance Filmfestival und den Independent Spirit Award gewannen.

 

STILL ALICE zeigt auf beeindruckende Weise, wie irritierend es für Menschen, die mitten im Leben stehen, ist, wenn sie bemerken, dass mit ihrem Gedächtnis etwas nicht stimmt, ihr Orientierungssinn aussetzt und plötzlich die richtigen Worte fehlen. Sich dies einzugestehen, damit zum Arzt zu gehen und die Diagnose Demenz zu erfahren, ist sehr schwierig. Mit Familienangehörigen, Freunden und Kollegen über die Diagnose zu sprechen, fällt schwer und führt zu Konflikten und Belastungen für alle Beteiligten. Beim Blick auf die weiterhin dramatische Zunahme von Alzheimer-Erkrankungen sprechen manche Experten bereits von einer globalen Epidemie. Häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimer-Krankheit.

 

Kennzeichnend für die Erkrankung ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Zellen bestimmter Gehirnregionen funktionieren zunächst nicht mehr und sterben schließlich ab. Alzheimer ist eine unheilbare Gehirnerkrankung. Die momentan verfügbaren Medikamente können deren Verlauf lediglich um maximal 1 bis 2 Jahre hinauszögern. Es gibt zwei nachgewiesene Formen der Alzheimer-Krankheit: Einerseits die sporadische Alzheimer-Demenz oder auch Spätform, die ab dem 65. Lebensjahr auftritt - mehr als 90% der Erkrankungen vom Typ Alzheimer-Demenz sind dieser Form zuzurechnen. Ihr gegenüber steht die seltener vorkommende familiär bedingte Form, die Frühform. Sie setzt bei Mutationsträgern zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr ein.

 

Von den etwa 1,5 Millionen Demenzkranken in Deutschland haben ca. 1,2 Millionen Alzheimer. Weltweit leben über 45 Millionen Alzheimer-Patienten, die von mehr als 60 Millionen Menschen gepflegt und versorgt werden. Im Jahr 2050 könnte die Zahl der Alzheimer-Erkrankungen bereits bei über 130 Millionen liegen. Das Risiko einer Erkrankung steigt zumeist mit zunehmendem Alter. So haben über 95 Prozent der Betroffenen das 65. Lebensjahr überschritten.

Redaktion, 05.03.2015

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