25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer

25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer

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Feierlichkeiten in Berlin zum Jubiläum

Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer feierten die Berliner am 09.11.2014 ihr 25-jähriges Jubiläum. Zu den Feierlichkeiten gehörten jede Menge Veranstaltungen und Ausstellungen rund um die Themen Mauerbau, Kalter Krieg und friedliche Wiedervereinigung. Höhepunkt der Festivitäten war eine aus Tausenden von beleuchteten und mit Helium gefüllten Luftballons gebildete Lichterkette, die 15 km durch die Berliner Innenstadt führte. Als Symbol der friedlichen Revolution stiegen am Brandenburger Tor und weiteren Orten weiße Luftballons zu den Klängen der "Ode an die Freude" himmelwärts.

 

Die Geschichte der Mauer

Der 13. August 1961 steht für den offiziellen Tag des Mauerbaus. Dabei wurde zu diesem Zeitpunkt im Grunde lediglich die Sektorengrenze der Sowjetischen Besatzungszone abgeriegelt. Die Aktion fand in der Nacht vom 12. zum 13. August statt. Ganze Familien wurden bei diesem Ereignis auseinandergerissen, die Anzahl der traurigen Einzelschicksale ist schier unendlich groß. Während der Jahre des geteilten Berlins kam es zu diversen Fluchtversuchen und Todesopfern durch den Schießbefehl der ostdeutschen Grenzwachen. Am 9. November 1989 hatte die lange Zeit der Trennung ein Ende. Nachdem sich die Nachricht von der Öffnung der Grenzen verbreitet hatte, strömten Tausende auf die Übergänge zu. Die Sicherheitskräfte konnten der Masse nicht mehr standhalten und ließen daher die Menge um kurz nach 21 Uhr passieren.  Wir haben einige Einzelschicksale rund um die Berliner Mauer zusammengestellt.

 

1. Der Grenzgänger

Der als Lehrer tätige Heinz Kranaster lebte mit seiner Familie an der Grenze zwischen dem im ehemaligen DDR-Gebiet liegenden Bezirk Pankow und dem westdeutschen Wedding. Während seine Arbeit in West-Berlin lag, wohnte er in Ost-Berlin. Diesen Lebensstil pflegten viele Berliner zu dieser Zeit, da westdeutsches Geld in der DDR 4mal so viel wert war.

Am Abend des 12. August 1961 feierten sie mit Freunden ihren Abschied, da die Familie am nächsten Tag gemeinsam in den Westen ziehen wollte. Einen schicksalsschwereren Zeitpunkt der Übersiedlung vermag man sich kaum vorzustellen. Kranaster brachte gegen Mitternacht einen im Westen lebenden Freund zur Bahn. Ihm sei noch nichts beim Passieren des fraglichen Gebiets aufgefallen, berichtet er.

Am nächsten Morgen waren die Übergänge nach West-Berlin versperrt. Volkspolizisten und russische Soldaten bewachten die notdürftig mit Sandsäcken oder Zäunen verschlossenen Grenzen. Für Heinz Kranaster und seine Familie war dadurch der Traum vom Leben im Westen zerplatzt. Da sie noch sehr kleine Kinder hatten, wagten sie eine Flucht aufgrund des Risikos nicht.

 

2. Nach den Ferien von den Eltern getrennt

Ein sehr bewegendes Schicksal weiß der damals 14-jährige Ostberliner Jan-Aart de Rooij zu erzählen. Über einen Kontakt meldeten die Eltern ihn bei einer vorgeblichen Tante an, damit er in den Ferien aufs Land in den Westen reisen konnte. Im Sommer 1961 setzte sich der Jugendliche gegen seine aufgrund der politischen Lage besorgten Eltern durch und trat seine Reise an. Eine Woche vor seiner Rückfahrt erfuhr er vom Mauerbau und den geschlossenen Grenzen. Trotzdem fuhr er nach Berlin und wurde Zeuge der turbulenten Ereignisse an der Berliner Mauer. Dabei entstanden skurrile Situationen, wie beispielsweise Häuserblocks, deren Bürgersteige zum Westen gehörten, die Gebäude selbst aber auf Ostgebiet standen. In diesen Fällen wurden einfach die Eingangstüren zugemauert. Es mangelte nicht an kreativen Fluchtversuchen mithilfe von Bettlaken durch die Fenster. Viele sprangen sogar aus den obersten Stockwerken und wurden auf Westseite mit gespannten Tüchern aufgefangen.

Jans Eltern stellten bei den Ostberliner Behörden einen Antrag, ihren Sohn zurückzubringen. Als Ost-Berliner Polizisten vor der Tür standen, um ihn mitzunehmen, floh der Jugendliche durch ein Fenster. Er wurde schließlich von Bekannten aufgenommen und hatte zu seiner Mutter nur noch spärlichen Briefkontakt. Zurück wollte er nie mehr.

 

3. Die Begegnung

2012 brachte die Tochter eines ehemaligen westlichen Grenzwächters ihren Vater nach Berlin, damit er sich die Stadt ohne Teilung ansehen konnte. Er hatte die Hauptstadt das letzte Mal noch mit der Mauer gesehen und war fasziniert von der enormen Entwicklung, die sie gemacht hatte. Während seines Besuches traf er auf einen ehemaligen Grenzwächter der Ostseite. Beide hatten jahrelang täglich dicht beieinander gearbeitet, one jedoch ein Wort miteinander zu wechseln, denn das war strengstens verboten. 2012 kam es zu einer Begegnung als Freunde, die damals eine Unmöglichkeit gewesen wäre. Die ganze Geschichte finden Sie hier: http://belonganywhere.com/de/

 

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Redaktion, 01.12.2014

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