Die Regionalgruppen und der Fasching

Die Regionalgruppen und der Fasching

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Der Fasching ist ja nun nicht jedermanns Sache. Die einen lieben ihn, fiebern auf die ausgelassene Zeit hin, bereiten ein tolles Kostüm vor und freuen sich darauf, dieses auszuführen. Für die anderen ist der Fasching nur ein lästiges Übel, das man lieber zu Hause aussitzt. Wie sieht es in den 50plus-Treff-Regionalgruppen im Fasching aus? Wird da kräftig mitgefeiert oder nicht?

 

 

Dort, wo der Karneval mit ausgelassener Professionalität betrieben wird, ist die närrische Zeit ein besonders beeindruckendes Ereignis. Traumhaft schöne oder außergewöhnlich ideenreiche Kostüme gibt es zu bestaunen. Wahrhaft Lustiges kann man hören und sehen, es darf in Rollen geschlüpft und gefeiert, gefeiert, gefeiert werden.

 

Der Karneval und die Fastnacht: Von Köln...

 

Solche Orte, an denen der Karneval oder Fasching eine gewichtige Rolle spielt, sind allgemein bekannt: Rio de Janeiro, Venedig, Köln, Mainz, Düsseldorf,...

Der Kölner Karneval, die Mainzer Fastnacht und der Düsseldorfer Karneval gehören zu den größten Faschingsfesten überhaupt. Geprägt wird die fünfte Jahreszeit hier von Karnevalssitzungen und -bällen, außerdem von den ursprünglich gesellschaftskritischen Büttenreden. Den Höhepunkt bildet der Rosenmontagszug. Das Veranstaltungsangebot in dieser Zeit ist riesig, der Fasching hier fast überall präsent. Trotzdem bieten die Regionalgruppen Mainz und Düsseldorf ihren Mitgliedern zusätzliche Veranstaltungen im Fasching an. Dabei gilt bei den Düsseldorfern zur Altweiber-Fastnacht: ladies only. Die Aachener finden sich in der lachenden Köln-Arena ein und sehen sich gemeinsam den Rosenmontagsumzug in Aachen an.

 

...über Venedig bis Rio de Janeiro

 

In Venedig beeindrucken prunkvolle Kostüme und Masken, deren Ursprung in der commedia dell'arte liegt. Die Masken sollten den Theaterzuschauern das Wiedererkennen der einzelnen Rollen erleichtern. Später wurden sie auch außerhalb der Festlichkeiten genutzt, um unerkannt zu bleiben. Die Feierlichkeiten des venezianischen Karnevals reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Über 600 Jahre lang wurde damit jedes Jahr vor allem der Sieg des venezianischen Dogen über den Patriarchen von Aquileia im Jahr 1162 gefeiert.

Die Festwagen und Choreographien der Sambaschulen im brasilianischen Rio de Janeiro dürften weltweit unübertroffen sein. Die bunte Parade ist eines der größten Feste der Welt. Die Darbietungen der escolas de samba werden mit Punkten bewertet. Die Gruppe mit den meisten Punkten erhält einen Geldpreis und steigt in die grupo especial auf, was eine große Ehre für die Mitglieder dieser Sambaschule bedeutet.

 

Samba-Karneval in Bremen

 

Auch im deutschen Bremen gibt es seit 1986 einen Samba-Karneval, der auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Initiiert wurde er von der ersten Bremer Sambagruppe. Magisches Lichtertreiben verzaubert die Zuschauer am frühen Abend des 17. Februars beim Paulskloster. Ein lebendiger Umzug findet am 18.2. statt, der von etwa 1400 fantastisch kostümierten „Sambistas“ aus Deutschland, Dänemark, England, Holland und der Schweiz nach dem Motto „Wunderwelten“ gestaltet wird. Die Regionalgruppe Bremen lädt dazu ein, sich diesen faszinierenden Umzug gemeinsam anzusehen.

 

Hüttengaudi und Maschkeras

 

Sportlich ist Kaiserslautern unterwegs bei einer Faschingswanderung am 28.2., die genauso gerne maskiert wie „in Zivil“ begangen werden kann. Musik, Tanz und Hüttengaudi kommen hier auch nicht zu kurz. Im bayerischen Oberland trifft man sich am unsinnigen Donnerstag in Mittenwald zum Fasching mit den Maschkera. Ein echter „Maschkera“ muss bis Mitternacht unerkannt bleiben. Und so springt nach dem Zwölfuhrläuten ein Zug hinter Holzmasken versteckter Gestalten, angeführt von 12 Schellenrührern mit großen Kuhglocken, durch Mittenwald. Dargestellt werden zum Beispiel Bärentreiber, Jacklschutzer (Verkörperung des Winter, der „hinausgeschutzt“ werden soll) und Untersberger Mandln (Zwerge, die die unterirdischen Hallen des Untersberg bewohnen).

 

Auch andere Regionalgruppen wie beispielsweise Rostock, Heidelberg, Paderborn und Chur feiern den Fasching gemeinsam. Jedoch nicht alle beteiligen sich am bunten Faschingstreiben. Faschingsmuffel oder begeisterter Kostümträger, wie stehen Sie zur fünften Jahreszeit?

 

 

 

Foto: © filipefrazao/fotolia.de

 

 

Redaktion, 16.02.2017

taiga...oe
3 | 16.02.2017, 08:32

Wichtig zu erwähnen sind die Veedelszüge um Köln herum. Gut für “Einsteiger“, Kinder und alle, die Karneval mögen, aber es ruhiger angehen möchten. Da gehen sogar Düsseldorfer hin. (Wer die Geschichte zwischen Köln und Düsseldorf kennt, weiß von deren manches Mal schwierigen Verhältnis zueinander).
Ich liebe Köln ebenso wie meine Heimatstadt Düsseldorf!