Ein neuer Lebensabschnitt - Der richtige Zeitpunkt für die Rente

Ein neuer Lebensabschnitt - Der richtige Zeitpunkt für die Rente

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Die Rente ist ein heißdiskutiertes Thema. Dass es hieß: „Die Renten sind sicher“ ist lange passé. Aber wie steht es um die Renten, wie funktioniert die Absicherung im Alter? Welches Eintrittsalter ist aktuell und wer kann was in Anspruch nehmen? Vor allem: Was kann ich tun, wenn es nicht reicht?

Deutschland befindet sich gerade in einer Übergangsphase. Das Rentenmodell wird oft diskutiert und viele fürchten sich vor Altersarmut. Dadurch gibt es aktuell verschiedene Varianten: im Folgenden einen Überblick über die gerade aktuellen Modelle des Rentenbezugs.

 

Rente mit 63

Mit 63 Jahren in Rente gehen, können alle, die bis zum Dezember 1952 geboren sind und 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Alle folgenden Jahrgänge müssen jeweils 2 Monate drauf rechnen: 1953 - 63+2 Monate, 1954 - 63+4 Monate, 1955 63+6 Monate und so weiter.

Im Beispiel heißt das: Thomas ist am 6.4.1956 geboren und zahlt seit 1972, dem Beginn seiner Ausbildung, in die Rentenkasse ein. Am 6.4.2019 wird er 63 Jahre alt und hat über 47 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt. Da sein Geburtsjahrgang jedoch nach 1952 ist, muss er sechs Monate lang länger arbeiten gehen - Thomas kann entsprechend am 6.10.2019 in Rente gehen und wird den vollen, seinem Einkommen entsprechenden, Beitragssatz erhalten.

 

Rente mit 65

Mit 65 können schließlich all jene in Rente, die zwischen dem 01.01.1947 und dem 31.12.1957 geboren sind, je nach Geburtsjahr einen Monat später. 1957 Geborene gehen entsprechend einen Monat vor ihrem 66. Geburtstag in Rente.

 

Rente mit 67

Alle ab 1964 Geborenen können mit Erreichen des 67. Lebensjahres Rente in Anspruch nehmen. Wie lange in die Rentenkasse eingezahlt wurde ist dabei unerheblich und schlägt sich „nur“ in der Höhe der Rente nieder.

 

Welches Modell ist das Richtige?

Die Rente ab 65, beziehungsweise ab 67, wird als Altersrente bezeichnet. Die Rente mit 63 ist die Altersrente für langjährige Versicherte - diese können in den Jahrgängen nach 1952 Geborene jedoch nicht abschlagsfrei in Anspruch nehmen. Für Frauen, die im Durchschnitt weniger Rentenanspruch haben, gibt es gesonderte Regelungen, um Ausfallzeiten wegen z.B. Kindererziehung auszugleichen.

Die Möglichkeit früher in Rente zu gehen, besteht, das jedoch nur unter dem Zugeständnis von Abschlägen. Pro Monat, den die Rente früher angetreten wird, kostet 0,3% Abschlag. Das heißt, wer seinem Jahrgang entsprechend eigentlich mit 67 Jahren in Rente gehen sollte, aber sich entscheidet bereits mit 63 Jahren Rente zu beziehen, der büßt 14,4% der monatlichen Rente ein - lebenslang.

Die Rente kommt übrigens nicht automatisch: Sie muss beantragt werden. Das sollte mindestens drei Monate vor dem geplanten Arbeits-Austritt geschehen. Dafür muss ein Antrag bei der Rentenversicherung eingereicht werden - diese kann dann alles Weitere in die Wege leiten.

 

Rente aufstocken

Was, wenn die Rente nicht reicht? Der Mythos, dass Rentner nur 450€ dazu verdienen dürfen, hält sich hartnäckig. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Magazin von financescout24.de schreibt dazu: „Diese Begrenzung gilt grundsätzlich nur für Frührentner, die sogar Ihren Anspruch auf Rente verlieren könnten, wenn sie mehr verdienen. Haben Sie allerdings Ihr maximales Rentenalter erreicht, können Sie so viel verdienen, wie Sie möchten – ganz ohne Abzüge.“ Die beanspruchte Rente ab dem 67. Lebensjahr kann beliebig durch weitere Einkünfte aufgestockt werden.

Ist es hingegen so gravierend, dass das Geld nicht zum Leben ausreicht, greift die Grundsicherung. Über die Sozialhilfe wird dann die Differenz zwischen Bedarf und tatsächlichem Einkommen ausgeglichen. Dieses soziale Netz soll vor allzu gravierender Altersarmut schützen.

 

Wie viel Rente steht mir zu?

Auch andere Modelle, wie das Beziehen einer Teilrente bei fortlaufender Erwerbstätigkeit können sich lohnen - oder die Erwerbstätigkeit um zwei weitere Jahre zu verlängern. Je nach Arbeitgeber und Gehalt kann sich das durchaus auszahlen: aber auch das Gegenteilige kann passieren. In manchen Fällen gehen dadurch mehrere Tausend Euro Rentenbezug verloren, die in dieser Zeit bereits ausgezahlt hätten werden können. Es ist ein Rechenbeispiel und muss schließlich auf individueller Basis gewählt werden.

Wie viel Rente einem zusteht, kann nicht pauschalisiert werden. Es kommt darauf an, wie hoch das Einkommen war, über welchen Zeitraum in die Rentenkasse eingezahlt wurde und welcher Träger zuständig ist. Eine ungefähre Übersicht bietet dieser Artikel auf focus.de.

 

Das Fazit

Wie sich die Renten in Zukunft entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Es ist jedoch abzusehen, dass gerade jüngere Generationen sich selbst um die Absicherung im Alter bemühen werden müssen. Für alle, die sich bereits auf die Rente freuen können, heißt es: rechtzeitig beantragen und clever rechnen, welches Modell am Meisten bringt. Dann steht einem wohlverdienten Ruhestand nichts mehr im Wege.

 

Bild: (c) fotolia.de / Syda Productions

Redaktion, 12.09.2016

Fridolin70
0 | 16.09.2018, 19:53

Das Rentensystem ist ungerecht und sorgt dadurch für Altersarmut. Bei einer jährlichen
Erhöhung von 2% bekommt der Rentner mit niedriger Rente dadurch auch wenig dazu.
Nach 10 Jahren kann der Unterschied schon 500 Euro ausmachen und das monatlich.
Eine gleiche Erhöhung für ALLE Rentner wäre gerecht und sozial. Die Rentner, die nicht von ihrer Rente leben können, werden vom Steuerzahler unterstützt. Bei einer gerechten Rente müsste das nicht sein.