Götter des alten Ägyptens

Götter des alten Ägyptens

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Die alten Ägypter glaubten, dass alles um sie herum ein einziges großes Meer sei, aus dem die Erde geschaffen wurde. Auf ihr - so die Überlieferung - sollte auch ihre oberste Gottheit, der Sonnengott Re, geboren sein. Der mächtige Re hatte vier Kinder: Die Gottheiten Schu (für die Luft), Geb (für die Erde), Nut (für den Himmel) und Tefnut (für das Wasser). Als die Menschen auf die Erde kamen, verschwanden die Götter in die magische Unsichtbarkeit. Die alten Ägypter erklärten sich die Welt mit Hilfe ihrer Götter, die in Tiergestalt oder in Menschengestalt mit Tierköpfen dargestellt wurden. Die Aufgaben dieser Götter - es tummeln sich ungefähr 1.500 von ihnen im Pantheon, dem Gesamtkomplex der verschiedenen Götterfiguren – sind so vielfältig wie sie selbst.

 

Die Mystik der ägyptischen Götter

Es wurden Naturerscheinungen, wie beispielhaft die Sonne, die Erde, der Himmel oder der Mond durch die Zuordnung von Göttern verehrt. Die Götter verkörperten auch Attribute wie Zauber, Fruchtbarkeit, Streit oder Vernunft. Die Götter des alten Ägyptens hatten oftmals unterschiedliche und vielfältige Funkionen und konnten deshalb auch verschiedene Gestalten annehmen. Dass die Gottheiten nicht nur nach Wirkungsfeldern sortiert wurden und ihr Aussehen wechseln konnten, unterscheidet sie wesentlich von den Göttern der griechischen Antike. Die ägyptischen Götter konnten ihre Wesenszüge verändern, ihre Gestalt wechseln oder verschiedene Götter konnten zu einem Wesen verschmelzen. Die ihnen zugeordneten Attribute treten in unterschiedlicher Gewichtung auf. Diese vielseitigen Charaktereigenschaften machen die Götter zu komplexen Persönlichkeiten.

 

Der Götterkult erschuf die ägyptische Hochkultur

Die differenzierten Eigenschaften der ägyptischen Gottheiten machen die Hochkultur des alten Ägyptens für uns heute mystisch und zeitweise auch undurchschaubar. Die aber nicht das wäre, was sie ist, hätte es die Verehrung der vielschichtigen Götter nicht gegeben. Die phantastischen Gräber im Tal der Könige, die zu Ehren des Gottes Osiris geweiht wurden, sind ebenso wie die gewaltigen Pyramiden von Gizeh Zeitzeugen der ägyptischen Hochkultur und des Götterkultes. Dieser hat entscheidend die faszinierende Schrift der Hieroglyphen beeinflusst. Die alten Ägypter versuchten das Unerklärliche sichtbar zu machen, indem sie die Götter anriefen und befragten und Auskünfte erhalten konnten. Großartige Pyramiden und eindrucksvolle Obelisken, die die Pharaonen, die Herrscher Ägyptens, bauen ließen, waren dem bedeutenden Sonnengott Re gewidmet. In zahlreichen Darstellungen wird dieser mit einer überdimensionalen Sonnenscheibe auf dem Kopf gezeigt. Seine ärgste Gegnerin ist die Göttin Anophis, die in Gestalt einer Schlange erscheint.

 

Weitere Götter und deren Bedeutung

Der Pharao selbst, als uneingeschränkter Herrscher von Ägypten, wurde als Himmelsgott Horus in Form eines Falken verehrt, der schon deshalb eine übergeordnete Bedeutung hatte. Berühmt ist Anubis, die Gottheit aus der Unterwelt mit dem Schakalkopf, die für die Einbalsamierung der Verstorbenen verantwortlich war. Der bedeutende Gott zum Schutz des Hauses ist der Zwerg Bes, der im alten Ägypten eine zentrale Rolle einnahm. Der Gott des Mondes Chos ist die geheimnisvolle Figur, die mit einer Mondscheibe auf ihrem Haupt in den alten Aufzeichnungen erscheint. Die Beschützerin, die Göttin der Fruchtbarkeit und Auferstehung, die als Mumie erscheinende Isis, und die Kriegsgöttin Neith, gekennzeichnet durch Pfeil und Krone, sowie Osiris, Gott der Wiedergeburt, des Jenseits und des Flusses Nil, gehören zu den wichtigen und großen Gottheiten dieser alten Kultur. Thot, der mächtige Gott mit Ibis-Kopf ist für die Gelehrtheit und sogar die Zeitrechnung verantwortlich. Bis in die heutige Zeit dienen die Götter des alten Ägyptens dazu, Voraussagen zu erbitten, um in die Zukunft blicken zu können.

 

Foto (c) Frenta / fotolia.com

Redaktion, 11.07.2013

anneli01
0 | 16.07.2013, 01:40

Dieser Beitrag ist für mich sehr inteiressant, weil mein Wissen über die Götterwelt des alten Ägyptens bislang große Lücken aufwies.
( Ägypten gehörte auch nicht zum Lehrprogramm in der Schule...)gq
Dabei ist es so faszinierend, die Mystik der Gottheiten in den einzelnen  Kulturkreisen  zu kennen und zu vergleichen.
Aber auch historische Verfilmungen sind mit diesem Wissen viel besser zu verstehen.
Ich zumindest habe wieder etwas dazugelernt...
               Gefällt mir!   :-) 

Woodly
0 | 12.07.2013, 10:27

Noch immer meine zweite Heimat !
Ich hatte als sehr junge Frau die Möglichkeit in einem guten Haus ein halbes Jahr zu verbringen. In den Frauengemächern mit Blick auf einen Hof, der die Schönheiten dieser NaturWelten offen gelegt hat.Ich habe die Gastfreundschaft dieser Familie schätzen gelernt.
In meinem Zimmer waren die Wandmalereien einfach herrlich. Unweigerlich kamen Fragen auf, die genauestens beantwortet wurden.
Eintauchen und ruhen...