Das Streben nach dem persönlichen Glück

Das Streben nach dem persönlichen Glück

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Glück ist so individuell wie die Menschen, die nach ihm suchen und es ersehnen. Es setzt einen wachen Blick voraus und ein aktives Wahrnehmen dessen, was im persönlichen Leben Relevanz hat.

Ein und dieselbe Erfahrung kann für verschiedene Menschen eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben. Während die einen kein besonderes Gefühl mit einer Situation verbinden, empfinden andere Glück. Die Glücksforschung weiß: Glück bedeutet für jeden Menschen etwas völlig anderes.

Eine Aussage über das Streben nach Glück ist somit immer eine Spurensuche nach dem persönlichen Weg, der dort hinführt und es erlebbar macht.

 

Glücksdefinitionen und Glücksvoraussetzungen

 

Eine allgemeingültige Definition über das Wesen des Glücks existiert nicht. Es gibt nicht einmal innerhalb eines Kulturkreises einheitliche Sichtweisen und Übereinstimmungen zur Frage, wie Glück beschaffen und auf welche Weise es zu erreichen ist.

Werden Menschen zu ihren persönlichen Vorstellungen von Glück befragt, fallen die Antworten zuweilen sehr plakativ aus. Häufig gehen die Vorstellungen in Richtung Reichtum, ewige Liebe oder hohe berufliche Positionen. Im Wesentlichen kommen Aspekte zum Ausdruck, die allgemein mit einem sorgenfreien und angenehmen Leben verbunden werden.

 

Seit Jahrtausenden stellen sich Menschen die Frage nach dem persönlichen Glück. Die Philosophen sahen es als eine Befähigung, das Leben mit allen Widrigkeiten anzunehmen. Zu einer solchen Annahme gehören Mut und ein inneres Gefühl der Zugehörigkeit zur Welt. Nicht allen ist eine solche Sichtweise vergönnt. Viele Menschen hadern mit ihrem Schicksal oder verwechseln Glück mit Errungenschaften im Kontext einer fordernden Leistungsgesellschaft.

 

Solange es Menschen gibt, wird es die Sehnsucht und das Streben nach Glück geben. Es hält uns am Leben, macht uns lebendig und verleiht dem Leben Sinn und Bedeutung. Wann ein Mensch glücklich ist, hängt vor allem vom Selbsterleben und der Zufriedenheit mit der eigenen Wirklichkeit ab. Offenheit und Zugewandtheit sind wesentliche Voraussetzungen, um Glück empfinden zu können.

 

Erzwungenes versus echtes Glück

 

Vielfach erleben Menschen ein hohes Maß an Druck, vor allem anderen gegenüber erfolgreich und glücklich zu wirken. Die vermeintlichen Richtlinien einer zunehmend effizienter funktionierenden Gesellschaft inszenieren vor allem erfolgreiche, strahlende Personen, die ein konstantes Glückserleben vermitteln.

Die Werbung und das Internet sind voll von dynamischen, ambitioniert wirkenden Menschen, die ihr Leben via Selfies präsentierten und dabei in der Regel glücklich wirken. Häufig ist diese Darstellung lediglich ein schönes Abbild, das eher einem Wunsch und einer erwarteten Vorstellung anderer entspricht als dem eigenen Innenleben.

 

Nach Glück streben bedeutet nicht, ihm verzweifelt nachzujagen und sich selbst dabei zu verlieren. Es ist für das eigene Wohlergehen viel wichtiger, das tatsächliche Erleben zu akzeptieren und nicht zu verleugnen als nach außen hin einen Schein zu wahren.

Glück lässt sich nicht erzwingen. Jeder kennt Durststrecken und Krisen, schwierige Zeiten, in denen Glück kaum wahrnehmbar ist, weil wir mit anderen Dingen erfüllt sind.

Echtes Glück bedeutet kein dauerhaftes und ewig währendes Glücklichsein, sondern ein Anerkennen der Realität und das Bemühen, in allem offen zu bleiben für mögliche Momente des Glücks.

 

Wege zum Glück

 

Die Welt ist voll von mehr oder weniger klugen Ratgebern mit Tipps zum Glücklichsein. Sie reichen von Vorschlägen des positiven Denkens bis hin zu Meditations-Anleitungen.

Wer jedoch verzweifelt mit allerlei Tipps und Tricks hinter dem Glück herjagt, wird es vermutlich nicht finden und eher das Gegenteil erreichen. Glück erfordert in erster Linie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und eine Hinwendung zum Leben mit all seinen hellen und dunklen Facetten. Das zu erlernen ist vielleicht die wesentliche Aufgabe, und hierfür sind vor allem drei Dinge wichtig:

Selbstbewusstsein

Dieser Begriff ist absolut wörtlich gemeint: sich seiner selbst bewusst sein. Wer seinen eigenen Bedürfnissen und Emotionen nachspürt, schafft die besten Voraussetzungen für Glücksmomente.

Erwartungen

Wer glücklich sein möchte, braucht Erwartungen an sich selbst und das Leben. Das Wahrnehmen von Träumen, Hoffnungen und Wünschen öffnet die Sicht auf entsprechende Ereignisse und Begegnungen.

Sinnstrukturen

Menschen, die nur funktionieren, um zu überleben und durch den Tag zu kommen, tun sich mit dem Glücklichsein schwer. Es ist immens wichtig, Sinn im eigenen Leben und Handeln zu finden, selbst in ganz kleinen Aspekten. Ein Sinnerleben ist eine der zentralen Voraussetzungen für das Wahrnehmen von Glück.

 

 

 

Foto: © WavebreakMediaMicro/fotolia.de

 

Redaktion, 22.02.2017

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