Gutes Porzellan: Worauf ist beim Kauf zu achten

Gutes Porzellan: Worauf ist beim Kauf zu achten

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Der Volksmund bezeichnet Porzellan - etwas poetisch ausgedrückt - auch als "weißes Gold". Eine feine und zerbrechliche, in Perlmuttfarben schimmernde Meeresschnecke wird auf Italienisch "Porcellana" genannt. Dieser Name prägte die europäische Bezeichnung "Porzellan" für die feine Keramik. Führende Porzellanhersteller und Manufakturen halten die komplizierten Rezepturen und Brennverfahren zur Herstellung ihres speziellen Porzellans streng unter Verschluss. Je nach Zusammensetzung der Materialien kann das vielfältig verwendete Porzellan als Hart- oder Weichporzellan gefertigt werden. Neben Gebrauchsgegenständen gehören Wandteller, Schalen, Figuren, Zierbrunnen oder hübsche Vasen aus Porzellan auch im 21. Jahrhundert immer noch zu den begehrten Wohnaccessoires.

 

Kostbares Porzellan wurde im "Reich der Mitte" erfunden

Die Erfindung des Porzellans im 7. Jahrhundert im alten China machte die zarte und zerbrechliche Keramik zur begehrten und kostbaren Ware. In die europäischen Königshäuser und Fürstenhöfe wurde das hochwertige Gut zu exorbitanten Preisen direkt aus China eingeführt. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in Meißen über die Herstellung von Porzellan geforscht, um das Geheimnis der Chinesen zu lüften. Die Porzellanmanufaktur in Meißen wurde im Jahre 1706 durch die Erfindung ihres "Meißner Porzellans" weltberühmt. Das "Meißner Porzellan" der staatlichen Porzellanmanufaktur gilt auch heutzutage noch als ein Produkt von höchster Qualität und Güte. Das edle Produkt wird hauptsächlich aus Porzellanerde, Quarz und Feldspat hergestellt. Durch besonders komplizierte Brennvorgänge erhält die weiße glasartige Keramik ihre porenfreie und dichte Konsistenz, was sie von anderen Keramiken unterscheidet. Das eher empfindliche und sehr zarte chinesische Porzellan erhält durch die Zugabe von Knochenasche seine transparente und durchschimmernde Wirkung.

 

Porzellan für den Alltagsgebrauch, in der Medizin und für künstlerische Zwecke

Glasiertes oder nicht glasiertes Porzellan wird zur Herstellung von Geschirr, technischen Produkten, Zier- und Gebrauchsgegenständen aller Art benutzt. Dentalprodukte wie beispielsweise Zahnkronen weisen durch einen verstärkten Anteil von Kaolin (Porzellanerde) eine hervorragende Transparenz und Haltbarkeit auf. Gerade Dentalerzeugnisse können in den unterschiedlichsten und sehr feinen Farbabstufungen in hoher Qualität gefertigt werden. Das ästhetische Material Porzellan findet aber auch für gestalterische Zwecken immer wieder gerne bei Künstlern Verwendung. Porzellan ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Auf dem Markt wird Porzellan versstärkt auch als maschinell hergestellte Massenware angeboten, die in erster Linie für den alltäglichen Gebrauch bestimmt ist. Jedoch gehört hochwertiges Tafelporzellan für eine stilvolle Tischgestaltung für viele Menschen zur besonderen Lebensart. Feines Geschirr für den täglichen Gebrauch ist ebenso gefragt wie ausgefallene Designerobjekte, hübsche Tafelservice-Serien, ausgesuchtes Zierporzellan oder wertvolle und seltene Sammlerstücke.

 

Worauf der Kunde beim Kauf von hochwertigem Porzellan achten sollte

Namhafte Hersteller aus verschiedenen Ländern bieten ihre Markenprodukte im Handel und heutzutage verstärkt auch im Internet an. Ratsam ist es jedoch vor dem Kauf zu überprüfen, ob die Ware augenscheinliche Fehler aufweist. Wer ein Service aus Porzellan zum täglich Gebrauch erwerben möchte, sollte überprüfen, ob dieses das Prädikat "spülmaschinenecht" trägt. Sein Augenmerk sollte der Kunde außerdem darauf legen, dass die Motive und Ornamente klar zu erkennen sind und keinesfalls verschwommen aussehen. Vom Geschirr, das bereits Kratzer aufweist, sollte man die Hände lassen. Gute und hochwertige Porzellanprodukte zerkratzen seltener als billige Ware. Beim Kauf von gutem und hochpreisigem Porzellan wird meistens eine Garantiezeit angegeben. Wer beim Händler direkt kauft, ist auf der sicheren Seite und kann eventuell vorhandene Mängel direkt vor Ort reklamieren und mangelhafte Ware umtauschen. Hersteller bzw. Manufakturen versehen das Porzellan mit einem Stempel, bei dem die Kunden die Serie sowie das Produktionsjahr ablesen können. Wenn Käufer sich für eine bestimmte Produktserie für ein Tafelservice entscheiden, sollten sie sich vergewissern, dass Ersatzstücke noch lange nachzukaufen sind.

 

Foto: © Flexmedia - Fotolia.com

Redaktion, 17.04.2014

moutz2404
0 | 18.04.2014, 23:54

Ich liebe Porzellan und verwende es täglich, nicht nur zu Festtagen. Ich mache aus jedem Tag einen Festtag. Übrigens gibt es einen Unterschied zwischen Spülmaschinengeeignet und Spülmaschinenfest. Bei ersterem würde ich grundsätzlich von Hand abwaschen.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Moutz :-))

Ominator
0 | 18.04.2014, 13:43

Wirklich hier mal ein schöner Bericht über das weisse Gold. Die Liebe hierzu war wohl auch für mich der Grund dafür, mich hiermit viele Jahrzehnte beruflich zu beschäftigen.
Wenn auch hier wie in vielen Hochwertkonsumgüterbereichen unsere derzeitige schnelllebige Zeit ein wenig am Bedarf genagt hat, bleibt es für den fachkundige Liebhaber immer eine attraktive Wertschätzung der hochwertigen Porzellanherstellung. Besonders im Bereich der Tischkultur finden sich hier wahre Genussfreudige. Der alltägliche Gebrauch solcher hochwertigen Porzellanarbeiten tragen sicherlich wesentlich dazu bei, wahre Lebensqualität zu Leben. Eine Qualität die uns doch persönlich am Nächsten liegen sollte.
Einige Hersteller des hochwertigen Porzellanbereichs haben sich daher in den letzten Jahren bemüht an diesem Niveau zu arbeiten. So werden derzeit weniger die Küchenschränke der Verbraucher mit Service gefüllt, sondern Kombinationen in Form, Farbe und vielseitiger Funktion haben den Vorrang. Eine sehr interessante Entwicklung in der Porzellanherstellung im neuen Trend der heutigen Zeit.
Trotz intensiver Zusammenarbeit der Spülmaschinen,-und Porzellanhersteller wird es wohl nie eine 100 % zufriedenstellende Lösung für Hochwertgeschirre geben. Hier wird wohl der wahre Liebhaber immer ein wenig gefordert sein, selber Hand anzulegen beim Abwaschen oder besser gesagt beim Pflegen. Einen Diamantring stecken wir ja auch nicht in die Spülmaschine und den Masaratie oder Porsche fahren wir ja auch nicht durch die Waschstrasse.
Der Bruch, wenn Porzellan auf den Boden fällt, ist wohl nicht vermeidbar wenn wir es dann nur einfach fallen lassen. Im Gegensatz zu Gummi oder Plastik ist Porzellan extrem hart. Im Fallen x Weg und Gewicht auf ähnlichen harten Untergund ist natürlich die Sprengung des Porzellanteils die Folge. Das ist aber vermeidbar mit etwas Mut und Geschicklichkeit. Das fallende Porzellanteil mit dem Fuß aufzufangen oder gegebenfalls mit dem Fuß zu kicken, übersteht es zu 95% schadenfrei wenn man die fallende Tasse nicht mit einem Fußball verwechselt.
Ich wünsche allen Liebhaber und Genussmenschen des Porzellans ein frohes Osterfest und vielleicht ein wenig mehr uneingetrübtes Glück mit dem weissen Gold unserer Zeit.

titirangi
0 | 17.04.2014, 20:59

Ich liebe edles Porzellan und meine Schränke sind übervoll. Nehme mir immer wieder vor nichts mehr zu kaufen, meistens gelingt es mir nicht.
Auch das teuerste Porzellan ist für mich Alltagsgut und je nach Speise
wähle ich ein anderes. Meistens wasche ich alles von Hand, ausser ich habe eine grosse Einladung. "Das Auge isst mit" und für mich ist es wichtig auch wenn ich ganz alleine am Tisch sitze, stilvoll zu Speisen.