Perfektion im Haushalt - muss das wirklich sein?

Perfektion im Haushalt - muss das wirklich sein?

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Was ist eigentlich ein perfekter Haushalt?

Die Antworten auf diese Frage dürften recht unterschiedlich ausfallen. Denn was für den einen sauber und ordentlich ist, ist für den anderen noch lange nicht perfekt genug. Viele Paare kennen das Problem nur zu gut. Oftmals - aber nicht immer - sind es die Männer, die wesentlich niedrigere Ansprüche an Ordnung und Sauberkeit haben. Da präsentiert der Partner dann ganz stolz die "gründlich" geputzte Küche, doch die perfekte Hausfrau sieht auf den ersten Blick noch mehrere "Schmutzecken". Meist führen diese Differenzen dazu, dass der Partner bald gar nicht mehr im Haushalt hilft, da er nicht verstehen kann, was die Partnerin zu bemängeln hat und sich somit gekränkt zurückzieht.

 

Warum setzen viele Frauen sich selbst so sehr unter Druck?

Warum ist für einige Frauen ein perfekter Haushalt eigentlich so wichtig? Der Beruf, die Kinder oder Enkelkinder, der Partner, diverse Hobbys, der Freundeskreis und viele andere Dinge sorgen für ständigen Zeitdruck und doch schämt Frau sich, wenn die Nachbarin klingelt und das Frühstücksgeschirr am Nachmittag noch nicht abgewaschen ist oder dringend mal wieder gesaugt werden müsste. Doch ist es eigentlich wichtig, was die Nachbarin denkt? Ist es nicht viel wichtiger, ob Sie selbst sich in Ihrer Wohnung wohlfühlen? Die Frage sollte eigentlich eher lauten, ob Sie selbst die Fusseln auf dem Teppich oder das Geschirr in der Spüle wirklich stören? Vielleicht hatten Sie sich ganz bewusst dazu entschieden, nach der Arbeit nicht im Haushalt weiter zu schuften, sondern lieber gemütlich eine Tasse Kaffee auf der Terrasse zu trinken und mit der besten Freundin zu telefonieren. Ist das nun wirklich ein Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben? Jeder braucht mal eine Auszeit und die Fusseln auf dem Teppich sind garantiert morgen auch noch da.

 

Das Paretoprinzip - beziehungsweise ein nicht ganz perfekter Haushalt

Das Paretoprinzip wird auch die 80-zu-20-Regel genannt. Es besagt, dass wir in 20% der Zeit 80% der Ergebnisse erzielen. Die restlichen 80% der Zeit bringen dann nur noch magere 20% Verbesserung ein. Dieses Prinzip gilt für fast alle Lebensbereiche und ist auch im Haushalt prima anwendbar. Versuchen Sie es doch einfach mal. Wenn Sie bisher 4 Stunden für den Hausputz angesetzt haben, dann geben Sie sich das nächste Mal nur noch ca. 50 Minuten Zeit und gucken, ob Sie hinterher wirklich einen großen Unterschied feststellen können. Sicherlich wird nicht jede Ecke blitzen und blinken, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass das Haus auch nach einer knappen Stunde Hausputz durchaus passabel aussehen wird. Außerdem ist es ziemlich sicher, dass das Ergebnis von 3 weiteren Putzstunden in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis stehen würde.

 

Perfektionismus kann auch blockieren

Es mag wie ein Widerspruch klingen, aber oftmals sind die Haushalte der größten Perfektionistinnen am unordentlichsten. Das ist eigentlich ganz einfach zu erklären. Wenn Sie sich vornehmen, sämtliche Fenster des Hauses streifen- und schlierenfrei zu putzen und auch die Fensterbretter und Fensterrahmen auf Hochglanz zu bringen, ist der Gedanke an all die Arbeit lähmend. Eventuell bewirkt das letztendlich, dass Sie überhaupt nichts tun, da die vorhandene Zeit sowieso nicht reichen würde. Gehen Sie hingegen mit einem geringen Anspruch an die Aufgabe heran und nehmen sich lediglich vor, schnell mal die auffallend dreckigen Terrassenfenster zu putzen, kann es sein, dass Sie so in Schwung kommen, dass Sie danach gleich noch die anderen Fenster putzen und so bald ruckzuck durch das ganze Haus durch sind. Hinzu kommt noch, dass Sie nach getaner Arbeit stolz und zufrieden sein können, da Sie viel mehr geschafft haben, als Sie überhaupt geplant hatten. Aber auch wenn Sie wirklich nur die Terrassenfenster putzen, haben Sie immer noch gewonnen, denn wenigstens haben Sie schon mal einen Teil der Arbeit erledigt.

Redaktion, 27.09.2012

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