Die grüne Hauptstadt Europas 2017 – 10 besondere Orte in Essen

Die grüne Hauptstadt Europas 2017 – 10 besondere Orte in Essen

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Wer an die Städte des Ruhrgebiets denkt, dem fallen in der Regel eher Begriffe wie Industrie, Stahl und Verkehr ein als saftige Grünflächen und Ruheoasen. Aber ausgerechnet eine dieser Städte ist grüne Hauptstadt Europas 2017. Und tatsächlich ist Essen sehr viel grüner als das Image einer Stadt im ehemaligen Kohlenpott vermuten lässt.

 

Grüne Hauptstadt Europas, was bedeutet das eigentlich? Die Europäische Kommission verleiht diesen Titel jährlich an Städte, die ihren Bürgern eine besonders gute Lebensqualität bieten. Diese herausragende Qualität beruht auf Maßnahmen zum Umweltschutz und auch auf der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, wobei hier beides ineinander greifen soll. Über vierzig Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern sind dieser Initiative seit ihrer Gründung 2006 beigetreten.

 

Metamorphose Essens von der Kohle- und Stahlstadt zum grünen Dienstleistungszentrum

 

In diesem Jahr ist nun Essen, einst Kohle- und Stahlstandort, die europäische Umwelthaupstadt. Nachdem seit den 70iger Jahren die Schwerindustrie langsam verschwand, wandelte sich Essen immer mehr zum Medien-, Handels- und Dienstleistungszentrum.

Was das wirtschafltiche Wachstum betrifft, ist dieses im deutschen Vergleich in Essen besonders stark. Essen gehört zu den drei in Deutschland am stärksten wirtschaftlich wachsenden Städten.

Ganze 58 Landschaftsschutzgebiete, 12 Naturschutzgebiete sowie über 700 Grünanlagen kann die Stadt an der Ruhr vorweisen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Krupp Gussstahlfabrik entsteht gerade das viertgrößte innerstädtische Naherholungsgebiet Essens: Der Krupp-Park. Der nördliche Teil wurde im August 2009 eröffnet. Hügel, Wiesen, ein See, eine Sportanlage und viele Bewegungsflächen prägen die weitläufige Grünanlage.

 

Wasserschloss und Industriedenkmal im Norden Essens

 

Das sehenswerte barocke Wasserschloss Borbeck befindet sich im gleichnamigen nordwestlich gelegenen Stadtteil. Seine Räumlichkeiten werden heute für vhs-Kurse, Musikschulunterricht und Ausstellungen genutzt. Außerdem finden hier regelmäßige Veranstaltungen statt. Der 42 Hektar große als englischer Landschaftsgarten gestaltete Schlosspark gilt als eine der ältesten Parkanlagen des Rheinlands.

 

Im nordöstlich gelegenen Stadtteil Stoppenberg können Interessierte das ehemalige Steinkohlebergwerk Zeche Zollverein besichtigen. Bis 1986 wurde hier noch malocht. Heute ist die Zeche zusammen mit der Kokerei Zollverein ein zum Welterbe der UNESCO zählendes Architektur- und Industriedenkmal. Wer Genaueres über die früheren Arbeitsabläufe wissen möchte, kann an einer der angebotenen Führungen teilnehmen. Die ehemalige Kohlenwäsche beherbergt heute das natur- und kulturhistorische Ruhr Museum, das spannende Einblicke in die Geschichte des Ruhrgebietes gibt.

 

Große grüne Oase und Gartenstadt

 

Der größte Park ist mit etwa 65 Hektar der im Süden gelegene Grugapark. Die weitläufige Grünanlage ging aus der ersten Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung 1929 hervor. Der Park ist eine wunderbar angelegte grüne Ruheoase inmitten der Stadt. Über 40 Skulpturen und Kunstwerke von bekannten Bildhauern können hier auf einem ausgedehnten Spaziergang besichtigt werden. Sehenswert ist auch das am nördlichen Rand des Grugaparks nahe der Orangerie gelegene Hundertwasserhaus der McDonald's Kinderhilfe Stiftung. Noch bis zum 12 März. kann man sich ab Einbruch der Dunkelheit vom Parkleuchten verzaubern lassen, das hier jedes Jahr stattfindet. Dabei werden Pflanzen und Wege durch Tausende von Lichtern und Projektionen in buntes Licht getaucht.

 

Zwischen dem Grugapark und dem Südwest-Friedhof liegt die unter Denkmalschutz stehende Gartenstadt Margaretenhöhe, ein Zeugnis großartiger Stadtplanung. Wie in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt man sich inmitten der vielen kleinen liebevoll gestalteten Wohnhäuser. Wer einmal hinter die lieblichen Fassaden blicken möchte, kann sich in der Stensstraße 25 eine museale Musterwohnung ansehen. Im kleinen Atelierhaus in der Sommerburgstraße 18 kann sich jeder einen Überblick über die Geschichte der Siedlung und den Alltag ihrer Einwohner verschaffen.

 

Naturschutzgebiete neben industriellem Glanz

 

Östlich des südlichen Stadteils Heisingen kann auf mehreren offiziellen Wegen das Naturschutzgebiet Heisinger Ruhraue erwandert werden. Hier gibt es eine intakte Auenlandschaft, viele Feuchtbiotope und eine lebendige Artenvielfalt.

Märchenhaft wirkt der Schellenberger Wald in Heisingen bei einem Spaziergang, der einen auch am im Wald verborgenen Schloss Schellenberg vorbeiführt. Im Schellenberger Wald liegt außerdem das Naturschutzgebiet Hülsenhaine, in dem sich unter anderem sehr alte Buchen- und Eichenbaumbestände finden.

 

Ein prunkvoller Ort ist sie, eine Erinnerung an Glanz und Größe der Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet: die westlich von Heisingen mitten im Grünen über Ruhr und Baldeneysee gelegene Villa Hügel, in der ehemals die Industriellenfamilie Krupp residierte. Fast schon ein Schloss ist das größte Einfamilienhaus Deutschlands mit seinen 269 Zimmern, von denen nur ein kleiner Teil der Öffentlichkeit zugänglich ist. Altehrwürdige Räume sowie die historische Ausstellung Krupp können in dem stattlichen Gebäude besichtigt werden. Der große, schön angelegte Park eignet sich hervorragend für einen ausgedehnten Spaziergang.

 

Malerische Altstädte im Süden von Essen

 

Ein wenig weiter südlich direkt an der Ruhr liegt Werden, in dessen beschaulicher Altstadt viele Baudenkmäler zu sehen sind: die mittelalterliche Basilika St. Ludgerus mit Schatzkammer zum Beispiel oder die barocken Bauten der ehemaligen Abtei oder auch das alte Rathaus. Ein Spaziergang durch die kleinen Gassen der Werdener Altstadt führt an wunderschönen Fachwerkhäusern vorbei. Gediegene Cafés und Restaurants bieten sich für eine Pause an.

 

Im Südwesten schließt sich das ebenfalls unbedingt besuchenswerte Kettwig an. Die pittoreske Altstadt mit den zahlreichen Fachwerkhäusern ist einfach nur malerisch. Lauschige Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Beim Bummel durch die romantischen Gassen stößt man auf interessante kleine Läden. Auf dem Wanderweg Kettwig A1 lässt sich neben verschiedenen historischen Gebäuden auch das Naturschutzgebiet Untere Kettwiger Ruhraue entdecken.

 

Die Stadt Essen als lohnenswertes Ziel für einen Städtetripp bietet sich also nicht nur zum Besuch einer der zahlreichen Messen an. Es gibt viel zu sehen in dieser erstaunlich grünen Stadt.

 

 

 

Foto: © Stephan Sühling/fotolia.de

 

Redaktion, 09.03.2017

sinush
2 | 09.03.2017, 18:57

Essen!!!Die Wiege des Ruhrgebiets,Kohle Stahl und Fußball haben es im Laufe von Jahrzehnten zu dem gemacht was es heute ist.
Essen die grüne Lunge des Ruhrgebiets.

artwork
3 | 09.03.2017, 12:20

Danke für diesen Artikel.

Ja, ich bin in diesen früheren grauen, stinkenden Ruhrpott groß geworden.

Heute ist die Schwerindustrie verschwunden.
Die Luft sauber.
Viele Zechen sind Kulturzentren.
oder gar Weltkulturerbe / Zeche Zollverein.

Es lohnt sich ,hier vorbei zu schauen
h.