Frühlingsanfang - Eine gute Zeit für einen Neubeginn, auch mit 50plus

Frühlingsanfang - Eine gute Zeit für einen Neubeginn, auch mit 50plus

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Die Natur blüht wieder auf. Die ersten zarten Blätter der Laubbäume sind zu sehen. Von den herrlich bunten Frühjahrsblumen wurden wir bereits zu Ostern begrüßt. Natur und Tiere leben auf. Mit der Wärme und den längeren Tagen kommen auch die Frühlingsgefühle, die wieder neuen Mut geben. Die beste Zeit für einen persönlichen Frühjahrsputz. Oder vielleicht sogar für einen Neuanfang?

 

Wenn die Tage länger, freundlicher und wärmer werden, erwachen auch die Lebensgeister neu. Neuer Mut stellt sich ein und vielleicht sollte dieser gleich genutzt werden, um lang gehegte Wünsche in die Tat umzusetzen.

Die einen möchten endlich neue Kontakte knüpfen, andere würden gerne ihre Ernährung umstellen, um gesünder zu leben. Wieder andere würden gerne etwas Neues lernen oder denken sogar über einen Jobwechsel oder einen größeren Umzug nach. Fast jeder hat etwas, das er schon immer einmal machen wollte, aber aus verschiedenen Gründen auf die lange Bank geschoben hat. Solange die Familie versorgt oder ein Haus abbezahlt werden muss, ist kaum die Gelegenheit da, etwas auszuprobieren. Jetzt, da sich derartige Verpflichtungen bei den meisten reduziert haben, ist sie da: Die Gelegenheit. Warum nicht jetzt damit starten, eine neue Sprache oder ein Instrument zu lernen oder was auch immer einen umtreibt.

 

Der ein oder andere stellt vielleicht noch ganz andere Überlegungen an und und denkt an eine größere berufliche Veränderung oder einen Umzug ins Ausland. Wer solche Gedanken hat, hat diese nicht ohne Grund.

Der zeitgenössische Philosoph und Coach Ferdinand Rohrhirsch rät in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung zum Thema Persönlichkeitsentwicklung, sich immer wieder selbst zu hinterfragen: „Warum denke und verhalte ich mich so, wie ich es tue? Wem nutzt das? Tut das mir und anderen gut? Ist das zielführend? Wohin möchte ich eigentlich und bringen mich meine derzeitigen Tätigkeiten und Verhaltensweisen dorthin? Auch wenn einige das sicher nicht so sehen, unserer Meinung nach machen diese Fragen in jedem Lebensabschnitt Sinn. Sie sind vollkommen altersunabhängig. Veränderungen sind immer möglich, aber vielleicht nicht mehr so unkompliziert umsetzbar wie in jüngeren Jahren.

 

Wer sich zu dem Thema im Internet umsieht, wird feststellen, es gibt sie, die Beispiele für über 50-, 60- und 70-Jährige, die etwas ganz Neues begonnen und erfolgreich weitergeführt haben.

Etwas zu ändern oder sogar noch einmal ganz neu anzufangen war nie so einfach wie heute. Wer etwas Neues lernen will, findet Informationsmaterial zu fast jedem Thema. Es existiert eine Vielzahl von Unterrichtsangeboten, die sich an Erwachsene und immer häufiger sogar gezielt an ältere Menschen richten.

Wer umziehen möchte, möglicherweise sogar ins Ausland, findet einschlägige Info-Adressen im Internet. Das world wide web bietet viele Möglichkeiten, andere zu kontaktieren, die bereits als Einwanderer am Wunschort leben und ihre Erfahrungen gerne weitergeben. Auch ein beruflicher Wechsel ist oft noch möglich, muss aber wohlüberlegt und gut geplant sein. Es muss nichts übers Knie gebrochen werden. Ein schrittweises Vorgehen kann die häufige mit größeren Veränderungen zusammenhängenden Ängste abbauen helfen. Das könnte zum Beispiel die Reduzierung der Arbeitszeit im alten Job und der gleichzeitige Aufbau des neuen Berufsweges sein. Vor einem Umzug lässt sich der Wunsch-Wohnort in mindestens einem ausgiebigen Urlaub testen.

 

Die New Yorker Psychologin Ursula M. Staudinger sagte dem Hamburger Abendblatt: „... Das Veränderungspotential der Älteren ist immens... Wir haben mehr Lebenszeit, die wir sinnvoll füllen können – aber wir müssen sie auch nutzen und gestalten.“ Und die Autorin Katharina Daniels schreibt in „Sieg der Silberrücken – Beruflicher Richtungswechsel in der Lebensmitte“: „Selbstverständlich gehen wir mit dem Unbekannten ein Risiko ein. Das weitaus größere Risiko kann aber darin bestehen, nichts zu tun und an unseren gewohnten Verläufen festzuhalten.“

 

Natürlich ist es nicht immer einfach, etwas zu verändern. Gerade, wenn Familie und Freunde Einwände haben, kann es schwierig sein, trotzdem das zu tun, was man selbst für das Richtige hält.

Aber in den meisten Fällen ist es eine Bereicherung, aus Gewohnheiten auszubrechen. Sicher lassen sich Lösungen finden, die die Bedürfnisse aller Betroffenen so weit wie möglich berücksichtigen. Die reiferen Jahre bringen den Vorteil eines reichen Erfahrungsschatzes mit sich, auf den zurückgegriffen werden kann. Das ist eine tolle Hilfe, wenn es um die Umsetzung neuer Pläne geht.

 

 

 

Foto: © sonne_fleckl/fotolia.de

Redaktion, 07.04.2016

Baschenka
0 | 07.04.2016, 15:07

Beitrag gefällt mir - ist er doch gleichzeitig Beispiel dafür, wie Ratschläge umgesetzt werden - nämlich nicht so, wie sie geratschlagt werden.

PH/C F. Rohrhirsch rät in seinem Interview:
(ich zitiere u.a.)
"Sich immer wieder selbst zu hinterfragen:
... wem nutzt das?
... ist das zielführend?
... tut das mir und anderen gut?"

Diese Fragestellung richtet sich - abgesehen von ihrem Unterhaltungswert - an die Leser der Plattform 50+ und nach meinem Verständnis auch an die Einsteller (in der Gesamtheit aller daran Beteiligten - sich hinterfragen).

Was fällt mir auf:
Nicht zum ersten Mal werden Texte eingestellt, die wie eine Zusammenfassung von Blogs zu einem Thema erscheinen. Letztes Beispiel Redaktionsblog/Sex.

Wenn so ein Beitrag nicht unbedingt von neuen Erkenntnissen strotzt, sollte er auf keinen Fall dazu beitragen können, Blogs vorzeitig von der Startseite nach Seite 2 zu transportieren.

Ich persönlich möchte den Verfasser/Bearbeiter eines Themas genannt wissen.


Im Abspann heißt es:
(ich zitiere)
"Die reiferen Jahre bringen den Vorteil eines reichen Erfahrungsschatzes mit sich, auf den zurückgegriffen werden kann. Das ist eine tolle Hilfe, wenn es um die Umsetzung neuer Pläne geht."


Ist eine tolle Hilfe - sage ich - wenn der Erfahrungsschatz nicht nur Feststellung bleibt, sondern Praxis wird.

1. Vorschläge und Ratschläge, die aus 50+ kommen zumindest beantwortet werden - ob (in diesem Falle wird auf Ph/C F. Rohrhirsch verwiesen) etwas zielführend ist oder nicht - wem es nutzt oder nicht - es zum Vorteil der Gemeinschaft ist.

Heißt vereinfacht, dass Anfragen zügiger bearbeitet und vor allem eine Entscheidung begründet wird.









Wenn dann der Abspann so formuliert

Rosenblatt
0 | 07.04.2016, 13:37

Mit 50 plus habe ich meinen ersten Tauchschein gemacht und habe mich zum Rettungstaucher ausbilden lassen.
Die Kinder waren über meine Wandlung bestürzt. Das Ergebnis war aber,
meine Tochter hat später auch den ersten Tauchschein erworben und wir hatten schöne Tauchgänge zusammen.
Ja, und als ich Reiki-Meisterin wurde, haben sie geglaubt ich würde verrückt.
Jetzt lassen sie sich aber von mir erfolgreich nach Bedarf behandeln.
Jetzt ist in ihren Augen alles super . Das hat allerdings auch Nachteile, man wird oft gefordert nach dem Motto : " Mama ist ja noch jung und leistungsfähig.
Ich will damit schreiben, es gehört Mut dazu, sich im Alter zu wandeln und sich geheime Wünsche zu erfüllen, die durch Kindererziehung und Beruf auf d. Strecke geblieben waren.
Es lohnt sich !!!!!!

cloudy
0 | 07.04.2016, 13:35

Tja, jede Veränderung birgt auch Unwägbarkeiten.

"Was ich habe, weiß ich, was mir die Veränderung bringt, kann ich *nur* in etwa abwägen".

Risikofreude hat man, oder eben nicht.
Und heutzutage mal eben den "Job an den Nagel zu hängen" ist fast schon Dummheit.

Aber eines ist gewiss, wenn etwas einen sehnlichen Wunsch oder dringendes Bedürfnis darstellt, sollte es in Angriff genommen werden.
Unzufriedenheit ist kein guter Lebensmotor.