Humor hilft

Humor hilft

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Lachen ist gesund und kann durch seine innere Wirkung einen heilsamen Effekt haben. Humor schützt uns in bedrohlichen Situationen. Er gestaltet negative Erlebnisse erträglicher. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Arten wie Zynismus, Ironie, Selbstverspottung oder schwarzen Humor handeln, um nur einige Beispiele zu nennen. Sigmund Freud schreibt in seiner Schrift über den Humor, der Humor setze gegen die Realität das Lustprinzip durch... Das Ich verweigere es, sich durch die Veranlassungen aus der Realität kränken, zum Leiden nötigen zu lassen.

 

Schwarzer Humor

 

Der schwarze Humor verharmlost schreckliche Ereignisse wie zum Beispiel Krankheit und Tod und handelt diese auf satirische Weise ab. Das, worüber man spricht und wie man darüber spricht, erscheint paradox. Der Regisseur und Schauspieler Roberto Benigni wählte dieses Stilmittel für seine Tragikomödie „Das Leben ist schön“: Eine jüdischer Vater erklärt seinem Sohn im Konzentrationslager das Lagerleben als Spiel, in dem es darum gehe, dass sein Sohn von den Aufsehern nicht entdeckt werde. Mit aberwitzigen Ideen und grotesken Manövern gelingt es dem Vater, seinen Sohn zu verstecken und die Illusion des Spieles zu bewahren. In einem Interview zum Film erklärte Benigni: „...Lachen rettet uns. Die andere, unwirkliche und amüsante Seite der Dinge zu sehen oder sich vorzustellen hilft uns, nicht zertreten zu werden. Sie gibt uns die Kraft zum Widerstand, die Nacht zu überleben, selbst wenn sie lang ist...“.

 

Humor bei Krankheit

 

„Wer noch mehr Krebs hat als ich, stirbt.“, sagte der französische Kabarettist Pierre Desproges über seine Krankheit. Indem man sich über seinen eigenen Zustand lustig macht, wird einem dieser erträglicher. Das Herumwitzeln lenkt von der Ernsthafigkeit der Situation ab, was in gewisser Weise wie eine Medizin wirken kann. Der Autor und Filmproduzent Will Reiser sagte in einem Interview zu seinem Drehbuch zur Komödie „50/50 – Freunde fürs (Über)Leben“, in dem er seine eigene Krebs-Erkrankung verarbeitet hat: „Keiner weiß, wie er mit so etwas umgehen soll. Aber wenn man über seine eigene Unbeholfenheit reden und lachen kann, erleichtert das die Situation ungemein.“

 

Wer lacht, fühlt sich besser. Deshalb besuchen auch immer häufiger sogenannte Klinik-Clowns schwer kranke Menschen, um diese von ihrem Leiden abzulenken. Die Ablenkung lässt Ängste und Schmerzen für einige Zeit vergessen sein. Dadurch werden Hoffnung und Lebensmut gestärkt, die medizinische Therapie unterstützt.

 

Die provokative Therapie

 

Ein Mittel, selbstschädigende Verhaltensweisen in den Griff zu bekommen, ist die provokative Therapie, eine Form der Psychotherapie. Das Verhalten des Patienten wird dabei sanft ironisiert ohne zu beleidigen, so dass dieser über sich selbst lachen kann. Ziel ist es, das Leben aus einer heitereren Perspektive zu sehen. Wer sich weniger Gedanken über sich selbst und seine Wirkung macht, kann sich wesentlich besser auf das einlassen, was ihm Spaß macht. Das kann einen heilsamen Wandel in der eigenen Einstellung hin zum positiveren Denken und mehr Lebensfreude nach sich ziehen.

 

Lachen ist gesund

 

Lachen ist gesund, sagt die Gelotologie. So wird die Wissenschaft genannt, die sich mit den Auswirkungen des Lachens beschäftigt. Etwa 80 Muskeln sind beteiligt, wenn man richtig lacht. Allein im Gesicht werden dabei 17 Muskeln beansprucht, ein schönes und wirksames Gesichtstraining. „Lachen ist Joggen im Sitzen“, sagte der US-amerikanische Psychiater William Fry, der Begründer der Gelotologie. Eine Minute echtes Lachen soll genauso erfrischend sein wie 45 Minuten Entspannungstraining, meinen Lachforscher. Der Körper wird mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt, die Verbrennung wird angefacht, Muskeln werden entspannt und das Herz-Kreislauf-System wird angeregt. Da beim Lachen die Produktion von Stresshormonen gebremst wird und eine größere Menge des „Gelassenheitshormons“ Serotonin sowie des „Glückshormons“ Endorphin ausgeschüttet wird, werden Anspannungen gelöst und Stress kompensiert. Man fühlt sich gleich viel besser.

 

Öfter mal Lachen tut gut

 

Lachen ist nicht nur gesund, es lässt einen auch von innen strahlen. So oft wie möglich lachen tut also in mehrfacher Hinsicht gut. Wer nicht viele Gelegenheiten zum Lachen hat, kann dem mit wenigen Mitteln Abhilfe schaffen. Häufiger eine Komödie ansehen, ein lustiges Buch lesen oder als Hörbuch anhören sollte für jeden machbar sein. Wenn man besonders witzige Menschen zu seinem Freundes- oder Bekanntenkreis zählt, könnte man sich öfter mit diesen treffen. Lachen ist ja bekanntlich ansteckend. Das Internet bietet jede Menge Möglichkeiten, sich urkomische Videos, zum Beispiel von Kabarettisten, anzusehen. Zusammen mit anderen amüsante Gesellschaftsspiele zu spielen, kann ein weiterer Anlass für fröhliche Stunden sein. Will man sich „ernsthaft“ mit dem Thema Lachen beschäftigen, gibt es die Option an einer Lach-Therapie teilzunehmen oder Angebote wie Lach-Clubs, Lach-Seminare oder Lach-Yoga wahrzunehmen. Hier kann das richtige, die Gesundheit fördernde Lachen geübt werden. Übrigens, bereits ein Lächeln kann die Stimmung aufhellen und zwar nicht nur die eigene. Natürlich ist Lachen kein Wundermittel. Aber es ist eine kostenlose positive Kraft, die es zu probieren lohnt.

 

 

 

Foto: © denissimonov/fotolia.de

Redaktion, 18.02.2016

akinom1959
0 | 06.04.2016, 07:28

Wichtiger als Reichtum und Macht sind Menschen mit denen man lacht .
Kein Geld der Welt kann dir ein Lachen kaufen .