Sich selbst verzeihen - Ein wohltuendes Geschenk für sich selbst

Sich selbst verzeihen - Ein wohltuendes Geschenk für sich selbst

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Die heutige Zeit wird dominiert von Stress und Hektik. Viele Menschen leiden unter dem ständigen Druck, der auf ihnen lastet, ob privat oder im Beruf. Kommen sie zur Ruhe, dann denken sie oft über den Sinn des eigenen Lebens nach, insbesondere ältere Menschen, und kommen zu dem Entschluss, mehr für sich selbst tun zu wollen.

Emotionale oder körperliche Beschwerden sind oft Auslöser, um die Sinnfrage des Lebens zu stellen und Antworten zu finden. Eigene Unzulänglichkeiten zu erkennen und sich selbst zu verzeihen ist Balsam für die Seele, da sich Selbstachtung und Selbstwertgefühl dadurch neu definieren. Der Frieden, den man mit sich selbst schließt, kann durchaus der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit und deutlich besserer psychischer und körperlicher Gesundheit sein.

 

Ursachen negativer Gefühle

Die Erfahrungen mit negativen Gefühlen stehen im engen Zusammenhang mit aufgebauten Glaubenssätzen. Über Jahre hinweg manifestieren sich diese Glaubenssätze, deren Ursprung bereits in der Kindheit liegt. Viele Menschen litten bereits unbewusst in frühen Kinderjahren unter zu wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung, aber auch unter Enttäuschungen und Verletzungen durch Eltern und andere nahestehende Personen. Das hat oft zur Folge, sich wertlos und untauglich zu fühlen, auch für den Rest des Lebens. Sich selbst jedoch so anzunehmen, wie man ist, fällt dann besonders schwer. So unterliegen viele Menschen dem Irrtum, andere wären für ihre negativen Gefühle verantwortlich. Diese Fehlinterpretation rührt eben aus der Kindheit her, in der man sich Verhaltensweisen nicht erklären konnte.

 

Falsche Glaubenssätze

Manifestierte Glaubenssätze sind beispielsweise:

  • - Ich werde nur geliebt, wenn ich perfekt bin.
  • - Wenn ich nicht perfekt bin, sind die anderen Schuld.
  • - Ich muss hart sein, damit ich stark bin.
  • - Die Gefühle anderer sind wichtiger als meine eigenen.
  • - Ich brauche keine Hilfe, weil ich es allein kann.
  • - Keiner kann mich kontrollieren, wenn ich selbst kontrolliere und manipuliere.

Daraus resultierende Verhaltensmuster machen das Leben im Erwachsenenalter deutlich schwieriger. Denken, Fühlen und Handeln dominieren dann das Verhalten nach diesen Glaubensmustern. Durch falsche Glaubensmuster entstehen Verhaltensweisen wie Sturheit, Selbstabwertung und Lieblosigkeit. Es entstehen vielfach Schuldgefühle und Selbstvorwürfe. Die Folgen sind zumeist verheerend: Soziale Kontakte zerbrechen, Verletzungen und Enttäuschungen zermürben über die Jahre. Dieses Verhaltensmuster zu korrigieren ist nicht einfach, aber machbar.

 

Beziehungen zu anderen Menschen

Sich selbst gegenüber verurteilt man Vergehen oder Fehlverhalten meist härter als anderen gegenüber. Aber auch über andere Menschen urteilen wir manchmal sehr hart, ohne zu bemerken, dass jeder Mensch mehr Stärken als Schwächen besitzt. So ist es wichtig und ratsam, mit zunehmendem Alter mehr in sich zu gehen und eigene Schwächen einzugestehen. Oft besteht in der Kritik des anderen eine Spieglung seiner selbst. Wer es schafft, eher großmütig mit den Fehlern umzugehen, wird sich und anderen eher verzeihen können. Das ist der erste Schritt zu einer größeren Selbstzufriedenheit.

 

Respekt sich selbst gegenüber und positives Denken

Wer denkt schon über Respekt sich selbst gegenüber nach? Wer dies versucht, wird schnell erkennen, dass man sich selbst oftmals nicht allzu respektvoll bisher begegnet ist. Es beginnt mit allen Süchten, die man sich angetan und mit denen man vielleicht jahrelang gekämpft hat. Aber auch das gehört zum Leben dazu. Irgendwann kam die Erkenntnis, abhängig geworden zu sein, sodass dieser Zustand zumeist recht mühevoll verändert werden sollte. Die Erkenntnis, ausgeliefert zu sein, erhält man im Leben manchmal mehrmals. Jeder Mensch kann eigene Strategien entwickeln, aus einem dieser Teufelskreise wieder zu entrinnen, wenngleich nicht jeder die Stärke besitzt, es auch konsequent umzusetzen. Manchmal benötigt man viele Jahre, um zu einer dieser Erkenntnis zu gelangen. Auch Selbstzweifel, Wertlosigkeit, Unschlüssigkeit, Schuld, Aufopferung und Depressionen sind Ausdruck negativer Gefühle, die manchmal mehrere Lebensabschnitte bestimmen. Oft ändern sich Einstellungen und Beziehungen zu anderen Menschen, sodass mehr oder weniger schlechte Gefühle aufkommen.

Schließen Sie Frieden mit sich und Ihrer Umwelt! Versuchen Sie, anderen und sich selbst gegenüber Wertschätzung und Dankbarkeit entgegenzubringen, anstatt zu verletzen und zu ignorieren! Behandeln Sie jeden so, wie Sie selbst behandelt werden möchten! Sehen Sie nichts als Selbstverständlichkeit, sondern wertschätzen Sie alles, was Sie umgibt! Dazu zählen besonders der Partner, der auch Sorgen und Nöte hat, das Zuhause, wenn es auch nicht das Traumhaus ist, die Kinder, wenn sie auch nicht immer nur angepasst sind, der Beruf, den Sie einst liebten oder das Essen, welches täglich vorhanden ist. Entdecken Sie all die Kleinigkeiten, die im Alltag oft vergessen werden, neu und freuen Sie sich daran! Nehmen Sie Ihr Glück und Ihre Zufriedenheit selbst in die Hand und verzeihen sich und anderen! Ihr Körper und Ihre Seele werden es Ihnen danken!

Redaktion, 13.12.2011

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