Hörgeräte: Welche Möglichkeiten gibt es heute?

Hörgeräte: Welche Möglichkeiten gibt es heute?

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Unsere Ohren sind eines der wichtigsten Sinnesorgane. Als "Fühler zur Welt" helfen sie uns dabei, aktiv am Leben teilzunehmen. Ist das Hören beeinträchtigt, kann darunter die gesamte Lebensqualität leiden.

 

Viele Menschen, die unter Schwerhörigkeit leiden, scheuen sich leider davor, zum Arzt zu gehen. Dabei gibt es mittlerweile moderne Möglichkeiten, einem aufkeimenden Hörverlust entgegenzuwirken. Es ist daher anzuraten, so früh wie möglich entstehende Symptome abklären zu lassen. Einige Akustiker bieten kostenlose und unverbindliche Hörtests an, was vielleicht eine Lösung für diejenigen wäre, die nicht zum Arzt gehen möchten.

 

Die große Auswahl an Hörgeräten hilft dabei, wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Damit jeder das passende Hörsystem findet, zeigen wir, welche verschiedenen Arten es gibt und worin die Unterschiede liegen.

 

 

Mit modernen Hörgeräten die Folgen von Schwerhörigkeit abfangen

 

Laut Statistik des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB) ist Schwerhörigkeit kein Problem, das erst ab einem Alter von mehr als 70 Jahren beginnt. Zum Jahresende 2018 gab es unter den 50-59-Jährigen mit 13,5 Millionen ebenfalls eine hohe Anzahl an Betroffenen. Die Gründe für Schwerhörigkeit reichen dabei von Infektionen und Verletzungen über Vorschädigungen durch Lärm bis hin zu Knochenwucherungen. Aber auch andere Ohrkrankheiten, wie etwa ein Hörsturz, können zu einem dauerhaften Hörverlust führen – vorausgesetzt, er wird nicht sofort behandelt.

Unabhängig von der Ursache haben Betroffene die Möglichkeit, die Auswirkungen von Schwerhörigkeit mit einer passenden Hörhilfe abzumildern.

 

Krankenkassen kommen für Hörgeräte unter Umständen vollständig auf, wenn sie aus medizinischer Sicht notwendig sind. Immerhin sind die gesetzlichen Krankenkassen mindestens dazu verpflichtet einen Festbetrag zu übernehmen.

 

 

Welche Arten von Hörsystemen gibt es?

 

Mittlerweile gibt es mehr als 1.000 verschiedene Hörsysteme. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Bauart, Größe und Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich werden dabei vier Hörsysteme voneinander unterschieden:

·      Im-Ohr-Systeme (IdO)

·      Hinter-dem-Ohr-Systeme (HdO)

·      HdO mit offener Anpassung

·      RIC-Hörsysteme

 

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, sich für ein teil- oder vollimplantiertes Hörgerät zu entscheiden.

 

 

Wann passt welches Hörsystem?

 

Welches Hörgerät am besten geeignet ist, hängt von individuellen Präferenzen ab. Um sich bereits vor dem Besuch beim Hörakustiker einen Überblick verschaffen zu können, stellen wir die vier Hörsysteme kurz vor.

 

Im-Ohr-Systeme:

Hierbei handelt es sich um extrem kleine Geräte, die sich perfekt im Gehörgang verstecken lassen. Sie werden für jeden Patienten individuell angefertigt und sind ein wahres Wunderwerk der Technik. Allerdings ist das Handling aufgrund der geringen Größe nicht ganz einfach. Deswegen sind sie nur für Patienten mit einer gewissen Fingerfertigkeit zu empfehlen.

 

Hinter-dem-Ohr-Systeme:

Diese klassischen Hörgeräte gibt es mittlerweile in viel dezenteren Ausführungen als noch vor wenigen Jahren. Weil es sie in vielen verschiedenen Farbtönen gibt, können sie perfekt der Haarfarbe angepasst werden. Auch sonst ist die Auswahl groß und reicht von einfachen Standardgeräten bis hin zu Hightech-Varianten.

 

HdO mit offener Anpassung:

Sehr klein und unauffällig wird das HdO mit offener Anpassung hinter dem Ohr getragen. Die kleine, luftdurchlässige Halterung sorgt dafür, dass diese Hörgeräte perfekt sitzen und einen hohen Tragekomfort bieten. Für viele Betroffene ein großer Vorteil: Man spürt die Hörgeräte kaum noch. Geeignet ist diese Variante für Patienten mit leichten bis mittleren Hörminderungen.

 

RIC-Hörsysteme:

Bei Receiver-In-Canal-Hörgeräten befindet sich der Hörer direkt im Gehörgang. Dies bietet den Vorteil, dass der Schall direkter zum Trommelfell gelangen kann. Darüber hinaus überzeugen RIC-Hörgeräte durch ihre dezente Optik. Getragen werden können sie von Patienten mit hochgradigen Hörminderungen.

 

Redaktion, 15.10.2020

Dieter41
0 | 28.01.2021, 20:34

Ich empfehle, den Gang zum HNO-Arzt nicht zu scheuen. Der macht eine erste Vermessung des verbliebenen Hörvermögens und verordnet das oder die Hörgeräte. Und wenn der Hörgeräte-Akustiker dann die Geräte geliefert hat, kontrolliert der HNO-Arzt das Ergebnis.
Mit der Verordnung des HNO-Arztes sollte man (oder Frau) nicht nur zu EINEM Akustiker zu gehen. Bei gleicher Qualität und Leistung gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen den Ketten (Kind, Geers usw, auch Fielmann).
Für Brillenträger sind die Im-Ohr-Systeme besser. Hinter-dem-Ohr-Systeme verheddern sich gerne mit den Brillenbügeln.
Bei der Gerätegröße bevorzuge ich die mittlere Größe, da hält die Batterie länger, die es übrigens nicht nur beim Akustiker, sondern auch im Versandhandel und in manchen Supermärkten gibt.
Ganz gute Geräte gibt es inzwischen auch mit Bluetooth, die sind etwas teurer.

Zypressa
0 | 24.01.2021, 10:09

Es ist gut, dass dieses Thema einmal aufgegriffen wird.
Seit längerer Zeit trage ich "im Ohr"-Geräte, und ich betrachte meine "kleinen" Helfer jeden Morgen liebevoll, wenn ich sie in den Ohren verstaue. In Wahrheit bedanke ich mich bei den Entwicklern dieser für mich technischen Wunder. Anfangs war es auch ein Problem, doch mit der Zeit kam ich gut zurecht und merke oft nicht, dass ich sie trage.
Ich empfehle jedem mit Hörproblemen, nicht zu lange zu warten mit dem Gang zum
Hörakustiker.

brucer762
0 | 15.10.2020, 13:13

in der schule wurde mir schon nachgesagt,ich könne schlecht hören.aber da war auch noch alles aus holz...