Den Jakobsweg erleben – Informationen und Tipps

  • Den Jakobsweg erleben – Informationen und Tipps
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    Keine Pilgerroute der Welt ist so bekannt und beliebt wie der Jakobsweg. Wanderer und Pilger aus aller Welt beschreiten diesen Weg schon seit mehr 1.000 Jahren und verfolgen dabei ganz unterschiedliche Ziele. Geografisch gesehen führt der Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien, doch häufig steht auch die innere Reise und Selbstfindung im Fokus. Wer sich den lange gehegten Traum von einer Wanderung auf dem Jakobsweg erfüllen möchte, sollte sich vorab genau informieren und eine individuelle Route festlegen.

     

    Die Faszination Jakobsweg wird immer beliebter 

     

    Es gibt Reiseziele mit ganz besonderem Flair. Sie entwickeln sich für viele Menschen zu Lebenszielen, die erst dann erreicht werden können, wenn genügend Zeit zum Reisen zur Verfügung steht. Genau wie der Süden Norwegens mit seiner malerischen Natur gehört der Jakobsweg zu solchen Destinationen. Selbstverständlich spielen religiöse Beweggründe bei einer Wanderung auf dem Jakobsweg eine besondere Rolle. Schließlich führt die gesamte Route zum angeblichen Grab von Jakobus, einem der zwölf Apostel Jesus Christus. Viele gläubige Wanderer möchten sich bei einer Tour auf dem Jakobsweg ihrem Glauben näher fühlen und erhoffen sich Antworten auf entscheidende Lebensfragen.

     

    Die wachsende Beliebtheit des Jakobsweges spiegelt sich auch in den Statistiken des Pilgerbüros in Santiago de Compostela. Zählten die Verantwortlichen hier im Jahr 2014 noch 179.891 Pilger, waren es 2016 bereits 277.854. 91 Prozent der Pilger von heute erreichen Santiago de Compostela zu Fuß, während sich andere per Fahrrad oder auf dem Pferderücken ihrem Ziel nähern. Auch das Alter zeigt, dass der Jakobsweg keinesfalls ein ausschließliches Ziel für die ältere Generation ist. 2016 waren rund 55 Prozent der Pilger zwischen dreißig und fünfzig Jahren und 18 Prozent älter als sechzig. Mit 27 Prozent lag auch der Anteil der unter Dreißigjährigen überraschend hoch. So verbindet der Jakobsweg nicht nur Menschen per se, sondern auch Generationen und Kulturen.

     

    Österreich und mehr – Der Jakobsweg für Individualisten  

     

    Wo Reisende ihre Wanderung auf dem Jakobsweg beginnen, ist eine individuelle Entscheidung. Kürzere Wanderungen können schon in Spanien starten, während wiederum andere ihren Anfang in Österreich oder auch Deutschland finden. Insbesondere der Jakobsweg Österreich erlebt in den vergangenen Jahren wachsende Beliebtheit. Auch hier haben Wanderer die Möglichkeit, bis nach Spanien zu gehen oder sich ausschließlich innerhalb der österreichischen Landesgrenzen aufzuhalten.

     

     

    Welche Route sich in Österreich besonders anbietet, wird häufig diskutiert. Es gibt zahlreiche verschiedene Wege, die in unterschiedlichen Regionen Österreichs beginnen. Als Grundlage für die Gestaltung des Jakobsweges in Österreich gilt die Forschung von Peter Lindenthal, der 1999 wichtige Informationen rund um die Route veröffentlichte. Der Hauptast des Jakobsweges in Österreich ist rund 800 Kilometer lang und wurde in den vergangenen Jahren zunehmend beschildert. Eine besonders einfache Orientierung ist daher auf den Etappen

     

    ·        Weinviertel,

    ·        Weststeiermark,

    ·        Göttweik-Melk,

    ·        Oberösterreich und Salzburg,

    ·        Tirol,

    ·        Landeck-Einsiedeln,

    ·        und Wien

     

    möglich. Eine Verbindung zur Hauptroute des Jakobsweges finden Reisende bei Innsbruck. Von hier aus ist es möglich, die Wanderung über die Schweiz, Frankreich und schließlich auch das spanische Festland fortzusetzen.

     

    So vielfältig die Möglichkeiten der Entdeckung des Jakobsweges in Österreich sind, so facettenreich präsentiert sich auch die Umwelt. Pilger durchwandern hier nicht nur dichte Wälder und weite Wiesen, sondern kommen an idyllischen Seen sowie Flüssen vorüber und finden unterwegs immer wieder Gelegenheit zur Einkehr in urigen Dörfern. Insgesamt umfasst das österreichische Wegenetz rund um den Jakobsweg ganze 2.000 Kilometer Wanderwege, weswegen eine Anpassung an die eigene körperliche Konstitution und die persönlichen Wünsche leicht möglich ist.

     

    Tipps zur Reisevorbereitung und -planung

     

    Ist die Entscheidung zur Bewanderung des Jakobsweges einmal gefallen, geht es an die detaillierte Planung. Welche Wege zu den eigenen Bedürfnissen passen, wie lang die gesamte Wanderreise werden soll und wie viele Etappen der Urlaub umfassen wird, sind Fragen, die unbedingt vorab beantwortet werden sollten. So ist es durchaus möglich, auch eine kurze Wochenendreise auf dem Jakobsweg zu verbringen und lediglich zwei Etappen zu nutzen. Häufiger jedoch wünschen sich Wanderer die Möglichkeit, einige Tage lang zu Fuß unterwegs zu sein und sich fernab des alltäglichen Trubels zu erholen.

     

    Ohne die passende Ausrüstung ist das jedoch nur schwerlich möglich. Da eine Wanderung auf dem Jakobsweg keinesfalls mit schwerem Gepäck, Koffern und Reisetaschen möglich ist, braucht es einen guten Wanderrucksack, der ausreichend groß ist. Hier sollten alle wichtigen Utensilien wie Hygieneartikel, Bekleidung, Erste-Hilfe-Set und Verpflegung Platz finden. Tipps zum richtigen Packen des Wanderrucksacks finden Interresierte unter packliste-reise.de.

     

    Auch sollten Reisende bei der Planung ihrer Pilgerroute auf die Wetterverhältnisse achten. Die Wintermonate eignen sich eher schlecht, da Schnee und Eis sowie bittere Kälte das tägliche Wandern zur Belastungsprobe werden lassen. Gleiches gilt auch für den Hochsommer, denn hier kann die Sonneneinstrahlung verbunden mit großer Hitze besonders empfindlichen Wanderern stark zusetzen. Als besonders empfehlenswert gilt daher der Frühsommer, denn hier ist es bereits angenehm warm und Regenfälle werden allmählich seltener. Dennoch gehört auch eine solide Regenjacke zu jeder Jahreszeit in das Pilger-Gepäck.

     

    Gute Wanderschuhe und Funktionskleidung sind optimale Begleiter auf dem Jakobsweg. Die Schuhe sollten gut passen und auch bei längerem Gehen keine Blasen oder Druckstellen hinterlassen. Am besten ist es, die Schuhe schon einige Wochen vor dem Reisebeginn zu kaufen und bei Wanderungen einzulaufen. Hier zeigt sich, ob die ausgewählten Wanderschuhe den Belastungen einer langen Tour standhalten können.

     

    Wer zudem von gesundheitlichen Problemen betroffen ist, sollte vor der Reise mit dem eigenen Hausarzt sprechen. Dieser kann entscheidende Hinweise rund um die maximale Etappenlänge und den Schwierigkeitsgrad der Wege geben, sodass Herz-Kreislauf-System und Bewegungsapparat geschont werden.

     

     

    Foto: (c) Gerhard Reus / fotolia.com



    Redaktion, 12.06.2017


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