Hörverlust: Symptome und Lösungen

Hörverlust: Symptome und Lösungen

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Sechzehn Prozent aller Europäer erwachsenen Alters leiden an so starkem Hörverlust, dass sie unter täglichen Beeinträchtigungen leiden. Bis zu 71 Millionen Erwachsene Europäer im Alter von 18 bis 80 Jahren haben eine Hörminderung von über 25 dB, was von der Weltgesundheitsorganisation als Hörschädigung bezeichnet wird. Allein in Deutschland beträgt die Zahl der Schwerhörigen mehr als 10 Millionen Menschen.

Die verbreitetsten Ursachen für Hörverlust stellen verschiedene Krankheiten, genetische Veranlagung und zunehmendes Alter dar. Auch die Änderungen, die das moderne Leben der letzten paar Generationen mit sich gebracht hat, tragen zu der Gefahr des Hörverlusts bei - so können manche Medikamente und Quellen von lautem, ununterbrochenem Lärm das Hörvermögen beeinträchtigen. Doch wie können Sie Hörverlust an sich selbst und anderen feststellen, und welche Lösungen gibt es?

 

Woran erkennt man Hörverlust?

In den meisten Fällen lässt das Hörvermögen so langsam nach, dass anfangs gar keine Schwierigkeiten festgestellt werden. Sie denken vielleicht, dass andere Menschen mehr murmeln, zu leise sprechen oder das Telefon nicht richtig funktioniert. Solange Sie überhaupt noch etwas hören, fällt es leicht anzunehmen, dass alles in Ordnung ist.

Im Anfangsstadium von Hörverlust fällt es plötzlich schwer, hohe Töne, wie die Stimmen von Kindern und Frauen, wahrzunehmen. Auch die Buchstaben “F” und “S” sind nicht mehr leicht zu verstehen. Es wird zunehmend anstrengender, Telefongesprächen zu folgen und andere Menschen zu verstehen, wenn es Hintergrundgeräusche gibt oder wenn mehrere Personen gleichzeitig sprechen. Missverständnisse können passieren, wenn Sie nicht verstehen, was der Gesprächspartner sagt und Sie die verkehrte Antwort geben. Sie müssen andere Menschen zunehmend bitten, sich zu wiederholen, da sie Ihrer Meinung nach zu leise sprechen, und diese wiederum beschweren sich vielleicht, dass der Fernseher zu laut ist, obwohl Sie selber kaum etwas verstehen.

 

Die 4 Stufen von Hörverlust

Ärzte stufen Hörverlust in 4 Stufen ein: leicht, mittel, schwer, und sehr schwer. Durch den zunehmenden Fortschritt der Schwerhörigkeit wird die betroffene Person immer mehr von der Welt der Sprache und Geräusche abgeschnitten.

Die Symptome der verschiedenen Stufen lauten wie folgt:

  1. Leichter Hörverlust: Gespräche mit nur einer weiteren Person laufen meist ohne Probleme ab, aber es ist schwer, alles zu verstehen, wenn es Hintergrundgeräusche gibt.
  2. Mittlerer Hörverlust: Sie müssen Ihren Gesprächspartner in persönlichen und Telefongesprächen oft darum bitten, sich zu wiederholen.
  3. Schwerer Hörverlust: Einer Konversation ohne Hörgerät zu folgen ist beinahe unmöglich.
  4. Sehr schwerer Hörverlust: Sie können andere Menschen nicht sprechen hören, außer wenn diese extrem laut sprechen. Ohne Hörgerät oder ein Implantat ist kompletter Hörverlust vorhanden.

 

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Die Art der Behandlung kommt auf den Typ und die Quelle des Hörverlusts an. Operationen können Hörverlust rückgängig machen, der sich durch Krankheiten wie Osteosklerose, Narbengewebe oder Infektionen zugetragen hat. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Medikamente für Ihre Schwerhörigkeit verantwortlich sein könnten, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren und darauf ansprechen.

Menschen mit dauerhaftem Hörverlust müssen lernen, damit zu leben und zurechtzukommen. Die meisten Hörgeschädigten können vom Gebrauch eines Hörgeräts profitieren - allerdings nutzt nur jeder 5. davon ein Hörgerät. Auch Cochlea-Implantate können helfen; diese wurden bisher vor allem bei Kleinkindern eingesetzt, finden inzwischen aber auch bei Erwachsenen, die an starkem Hörverlust leiden, Anklang.

 

Leben mit Schwerhörigkeit

Um sich an das Leben mit Schwerhörigkeit zu gewöhnen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie sollten mit Ihrer Familie und Ihren Freunden zusammenarbeiten, um bessere Verständigungsmöglichkeiten zu schaffen. So hilft es zum Beispiel, das eigene Zuhause so einzurichten, dass alle Räume gut beleuchtet sind und Stühle sich gegenüberstehen. Wenn Sie Ihr Gegenüber beim Sprechen gut sehen können, können Sie deren Mund und Gesichtsausdrücke beobachten. Auch das Entfernen der Quellen von Hintergrundgeräuschen kann hilfreich sein; so sollte zum Beispiel der Fernseher ausgeschaltet werden, wenn ihm niemand zusieht. Indem Sie andere darum bitten, auf ein paar Punkte zu achten, können Sie sich das Leben um einiges leichter machen. So sollten andere darauf achten, Ihre Aufmerksamkeit zu haben, bevor sie mit dem Sprechen beginnen. Sie sollten klar und deutlich sprechen, ohne dabei zu schreien, und sicherstellen, dass Sie dabei Ihre Lippen beobachten können.

 

Wie kann man Hörverlust vorbeugen?

Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, sich das Leben mit Schwerhörigkeit zu erleichtern, ist es immer noch am besten, es möglichst gar nicht so weit kommen zu lassen und Hörverlust zu vermeiden. Rasenmäher, Staubsauger oder Konzerte sind alle laut genug, um ungeschützten Ohren zu schaden - tragen Sie so oft wie möglich Ohrenschützer, um eine Schädigung Ihres Hörvermögens zu vermeiden. Verringern Sie laute Geräusche Zuhause, und achten Sie darauf, wie lange Sie mit Kopfhörern Musik hören. Es kann eine lohnende Investition sein, sich Kopfhörer anzuschaffen, die Hintergrundgeräusche reduzieren; dadurch fällt es leichter festzustellen, wie laut die Musik in den Kopfhörern wirklich ist. Auch geräuscharme Haushaltsgeräte können sich lohnen. Und nicht vergessen - bei den ersten Anzeichen von Hörverlust unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Redaktion, 03.09.2015

scherzkeks69
0 | 08.09.2015, 11:01

Kopfhörer benutze ich bisher nur in der Werkstatt

richtig laut empfinde ich die Schallzeichen von Notarzt & Feuerwehr,
aber die dürfen ja Krach machen

die Empfehlung mit dem Arzt taugt m.E. nichts
hier wird gerne mal unterstellt, daß Beschwerden altersbedingt normal
seien, echte Hilfe ist selten (auch in anderen Bereichen !!!)