Achtung Giftköder: Lebensgefahr für Hunde

Achtung Giftköder: Lebensgefahr für Hunde

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Jährlich verursachen brutale und gewissenlose Tierquäler durch ausgelegte Giftköder den Tod vieler Hunde. Die Zahl der Tiere, die als Opfer von Hundehassern qualvoll verenden, steigt kontinuierlich und stellt für Hundebesitzer und ihre geliebten Vierbeiner eine schreckliche Bedrohung dar, die auf jeder Wiese, in Parks, Hundezonen und städtischen Grünanlagen lauern kann. Die Motive von Menschen, die neben Nägeln, Rasierklingen, zerbrochenen Glasstücken oder Stacheldraht auch oft Gift in Fleisch- oder Wurststücken und Hundeleckereien verstecken, sind unverständlich. Da sich Giftköder jedoch unter jedem Busch und in jeder Grasfläche verstecken können, sollten Hundehalter darüber Bescheid wissen, um im Notfall richtig reagieren und so das Leben ihres Tieres retten zu können.

 

Rattengift - Des Tierquälers bevorzugte Wahl

Das weit verbreitete Rattengift findet sich am häufigsten in von Hundehassern ausgelegten Giftködern und wirkt auf Basis blutgerinnungshemmender Substanzen, die im Körper die Synthese mit Vitamin K unterbinden. Von der Einnahme bis zum Auftreten der ersten Symptome können zwischen 48 Stunden und mehreren Tagen vergehen. Kann der Tierarzt in dieser Zeit nicht helfend eingreifen, bedeutet die Vergiftung den sicheren Tod durch innerliches Verbluten.

Das unter dem gebräuchlichen Namen Schneckenkorn bekannte Magengift Metaldehyd kann bei Haustieren zum qualvollen Tod innerhalb einer Stunde führen und wird deshalb ebenfalls von kriminellen Hundehassern eingesetzt. Vor allem durch seinen süßlichen Geschmack, von dem Hunde leicht angezogen werden, ist Schneckenkorn ein häufig verstecktes Gift in den tödlichen Ködern. Durch die kurze Latenzzeit des Magengifts ist jede Minute entscheidend über Leben und Tod.

Seit einiger Zeit setzen Tierquäler auch eine ganze Reihe von starken Arzneimitteln in hohen Dosen ein, die ebenfalls, wenn die Vergiftung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, zum Tod führen können. Vor allem bestimmte sedativ wirkende Medikamente sowie für Herzkrankheiten eingesetzte Tabletten werden regelmäßig in Giftködern sichergestellt.

 

Schutz vor Giftködern - Aufmerksamkeit und die richtige Erziehung

Nichts kann den Hund hundertprozentig davor bewahren, dass er mit einem Giftköder in Berührung kommt. Trotzdem können Hundehalter viel tun, um das Risiko eines solchen Falles erheblich zu reduzieren.

Durch den Austausch mit anderen Hundehaltern, spezielle Internetseiten oder auch eine aufs Handy geladene App kann man sich im Vorfeld über Orte informieren, an denen das Risiko, mit Giftködern in Kontakt zu kommen, besonders hoch ist. In einer Gegend, in der schon ausgelegte Köder sichergestellt wurden, sollten Spaziergänge mit dem Hund so gut es geht vermieden werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich, den Hund an einer kurzen Leine zu halten, ihm einen Beißkorb umzubinden und ihn bei jedem Schritt aufmerksam zu beobachten. Werden Leckerli in der Tasche mitgeführt und hin und wieder gegeben, sucht der Hund nicht gezielt nach Nahrung und wird von in Lebensmitteln verstecktem Gift nicht so leicht angezogen. Natürlich gibt es unter Hunden auch Schlinger, die schlichtweg alles fressen, was ihnen in den Weg kommt. Deshalb ist es auch unumgänglich, dem Hund so früh wie möglich, am besten bereits im Welpenalter mit den richtigen Erziehungsmethoden beizubringen, dass Futter nur mit dem Einverständnis des Besitzers gefressen werden darf.

 

Erste Hilfe für den Hund - Sofort zum Tierarzt

Hat ein Hund einen Giftköder gefressen, abgeschleckt oder ist mit der Nase damit in Berührung gekommen, lassen sich je nach Art der Substanz nach einiger Zeit Symptome feststellen, die auf eine gefährliche Vergiftung hindeuten.

Erste Anzeichen sind meist Benommenheit, Müdigkeit und Lethargie, die bereits ernst genommen werden müssen. Allgemein gilt die Regel, dass ein Hund bei jeder auffälligen Verhaltensänderung aufmerksam beobachtet werden und sofort ein Tierarzt aufgesucht werden sollte. Im Falle des Verzehrs eines mit Rattengift gefüllten Köders können die Alarmzeichen wie blutiger oder bläulich verfärbter Stuhl, starkes Erbrechen und Durchfall einen oder mehrere Tage auf sich warten lassen, jedoch kann es dann auch sein, dass die Notfallmaßnahmen des Tierarztes schon zu spät erfolgen und der Hund qualvoll verendet. Deshalb sind auch ungewöhnlich weißlich-zähflüssiger oder unkontrollierter Speichelfluss, ein schwankender Gang, Zittern, Atemnot oder veränderte Pupillen Alarmsignale, auf die der Hundebesitzer ehestens reagieren muss.

Wichtig ist, in einem solchen Fall Ruhe zu bewahren. Panik überträgt sich auf das Tier und verschlimmert mitunter die Symptome. Wenn der Hund das Bewusstsein verliert, sollte er in die Seitenlage gebracht werden, damit Speichel und Erbrochenes leicht aus dem Maul fließen können und es nicht zu Erstickung kommt. Es ist dringend abzuraten, dem Hund auf eigene Faust Wasser zu verabreichen oder ihn zum Erbrechen zu bringen. Nur der Tierarzt kann im Fall einer Vergiftung die erforderlichen Maßnahmen wie Magenspülungen oder die Verabreichung von Brechmitteln und Vitamin K setzen, um das Gift im Körper unschädlich zu machen.

 

Es ist in jedem Fall sinnvoll, eine Strafanzeige gegen einen anonymen Täter einzubringen, auch wenn dessen Identität mit großer Wahrscheinlichkeit nie in Erfahrung gebracht werden kann. Je besser die Polizei über diese Fälle informiert wird, desto effizienter kann sie auch handeln und es damit Tierquälern erheblich erschweren, ihre grausamen Köder auszulegen.

 

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Foto: © Halfpoint - Fotolia.com

Redaktion, 26.02.2014

herlitz
1 | 28.02.2014, 12:04

wer Hunde hasst hat auch für Menschen nichts übrig, außerdem sind die Strafen viel zu niedrig, da es sich laut Gesetz bloß um eine Sachbeschädigung handelt.