Wenn die Liebe geht ...

Wenn die Liebe geht ...

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Trennung nach jahrzehntelanger Partnerschaft

In einer Ehe oder Lebensgemeinschaft, die sich über Jahrzehnte erstreckt, ist es vollkommen normal die eigene Lebensweise auf die Bedürfnisse des Partners abzustellen. Kommt es dann eines Tages aus welchen Gründen auch immer doch zu einer Trennung, fallen viele Menschen zunächst in ein tiefes, schwarzes Loch, das nicht selten zu Depressionen führt. Natürlich ist eine gewisse Phase der Trauer nach dem Scheitern einer Beziehung wichtig, die dabei hilft, Abschied von dem einst so schönen gemeinsamen Lebenstraum zu nehmen. Dabei jedoch sollte kein Betroffener vergessen, dass eine Trennung auch neue Chancen und Möglichkeiten mit sich bringt.

 

Wer bin ich eigentlich?

Genau diese Frage stellen viele Menschen während einer lang andauernden Beziehung in den Hintergrund, sondern definieren sich stattdessen über die Partnerschaft. Steht man nun plötzlich vor der Herausforderung, das eigene Leben allein zu meistern, wird den meisten mehr und mehr klar, wie viel von ihrer eigenen Persönlichkeit sie eigentlich zugunsten der Partnerschaft aufgegeben haben. Nach einer Trennung kann ein Betroffener endlich nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen handeln, ohne dabei Rücksicht auf den Partner nehmen zu müssen. Aus diesem Grund kann jetzt die Gunst der Stunde genutzt werden und beispielsweise ein altes Hobby wieder aufgegriffen oder wichtige Freundschaften gepflegt werden. Auch ganz neue, von dem ehemaligen Partner möglicherweise belächelte Träume und Wünsche können nun in die Realität umgesetzt werden. Natürlich ist eine Trennung ein mitunter schmerzhafter Lernprozess, doch am Ende wird der Betroffene erkennen, welcher wichtige Gewinn sich hieraus ziehen lässt: Die eigene Persönlichkeit wieder zuzulassen und ganz nach den eigenen Bedürfnissen zu handeln!

 

Für immer allein?

Voller Graus denken viele reife Menschen in den Fünfzigern an die Vorstellung, für den Rest des Lebens allein bleiben zu müssen. Ist der Kummer über den gescheiterten Lebenstraum erst einmal verarbeitet und die Betroffenen haben sich Zeit genug gelassen, ihre persönliche Identität zu erforschen, kann getrost Ausschau nach einem neuen Partner gemacht werden. Dabei sind die Erfahrungen, die innerhalb der langjährigen Partnerschaft sowie in der Trennungsphase gemacht wurden, sogar goldwert. Schließlich lässt sich nach diesem Erfahrungsprozess wesentlich genauer definieren, was man eigentlich möchte und die Kompromissbereitschaft ist in aller Regel deutlich gesunken. Beste Voraussetzungen also für eine glückliche Partnerschaft! Wo man die Suche beginnen möchte, dürfte sicherlich eine Frage des Geschmacks sein. Ziehen manche Menschen, die persönliche Kontaktanbahnung vor, nutzen andere die Möglichkeiten des heutigen Zeitalters. Im Internet wird die Suche nach einem geeigneten Partner tatsächlich zu einem wahren Kinderspiel. So sind zahlreiche Singleportal vertreten, die eine einfache und unkomplizierte Kontaktanbahnung ermöglichen. Besonders viel Erfolg verspricht die Partnersuche online beim 50plus-Treff, da sich hier bereits die Gemeinsamkeit der gleichen Altersklasse ergibt.

 

Single aus Überzeugung

Sicherlich gibt es aber auch Menschen, die nach einer Beziehung voller Entbehrung und einer schmerzhaften Trennung, sich ganz bewusst für das Alleinsein entscheiden und mit keinem neuen Partner mehr das Leben teilen möchten. Auch dieser Lebensweg kann durchaus derart gestaltet werden, dass man zwar alleine lebt, sich dabei aber alles andere als einsam fühlt. Neben dem persönlichen Freundeskreis sorgen jede Menge Aktivitäten für ein erfülltes Leben: So kann die Mitgliedschaft in einem Sportverein, die regelmäßige Teilnahme an Gruppenreisen oder aber ehrenamtliche Tätigkeiten dafür sorgen, dass garantiert keine Augenblicke der Einsamkeit aufkommen.

Redaktion, 07.08.2012

Himmelsstern2018
0 | 08.05.2018, 13:52

Hallo erstmal, ich habe mit großem Interesse die Kommentare zu Menschen mit Trennungssituationen gelesen und kann nur sagen: Zu Anfang habe Ich gedacht: Ich würde am liebsten in ein Erdloch versinken oder der Himmel soll auf mich fallen,dann wäre es wenigstens vorbei.Aber: Es ist nicht vorbei und Ich musste mich der neuen Situation stellen. Genau hiess das für mich: eine neue Wohnung, ein neues Umfeld, neue Menschen.
Es fällt mir nicht schwer neue Menschen kennenzulernen, aber zu zweit war man zumindest am Anfang nicht so alleine. Später erlebte Ich dann wie man trotz Partner allein sein kann,m weil man verschiedene Zielsetzungen verfolgt. Gott sei Dank hatte Ich aber vor dem Ende unserer Beziehung schon angefangen meine Interessen wieder verstärkt aufzunehmen. Durch diese Kontakte habe Ich eine neue Wohnung erhalten, in der Ich mich wieder freier bewegen kann als vorher. Trotz alledem finde Ich es schwierig die Balance zu finden zwischen selbstbestimmten Leben, was in meiner vorherigen Beziehung oft genug zu Diskussionen und Reibereien geführt hat. Ich bin immer noch nicht soweit mich wieder auf eine neue Partnerschaft einzulassen, aber es ist nicht mehr ganz so dunkel und traurig in mir.

rickycat
1 | 05.12.2017, 00:22

Sehr interresant Dein Bericht lieber Froggybin und entspricht der Wahrheit. Hat mich sehr nachdenklich gemacht, da ich mich gerade in solch einer Situation befinde. 

naturwunder
0 | 15.09.2016, 13:12

(froggybln)

Mit Spannung las ich deinen interessanten Bericht, so ist es doch tatsächlich!

froggybln
4 | 07.08.2012, 10:12

kann ich noch ergänzen

Die seelische Bewältigung der Trennung vom Lebenspartner

Jeder, der von der Scheidung oder Trennung, Tod, vom Lebenspartner betroffen wird, stellt fest, dass sich eine Fülle von Schwierigkeiten auftun. Es sind organisatorische Veränderungen im Alltag und in der Freizeit zu bewältigen. Es gibt zahlreiche finanzielle Probleme, Papierkram mit den Behörden, Versicherungen, dem Vermieter usw. ist zu erledigen. Es bleibt kaum Zeit für sich selbst und der eigenen seelischen Not. Es ist eine tiefe Lebenskrise. Es müssen nicht nur Konflikte mit dem Partner bearbeitet werden, sondern auch die Beziehungen zu Verwandten und Freunden unterliegen schweren Belastungsproben und jeder steht letztlich vor seinem ureigensten Problem: Wir werde ich fertig mit der Trennung.
Die Trennung vom Partner ist ein vielfältiges Abschiednehmen. ,Abschied von Menschen, die sich nicht nur räumlich, sondern auch seelisch von uns entfernen und uns dadurch eine bittere Enttäuschung bereiten. Abschied von der Illusion, dass wir uns auf bestimmte Menschen verlassen können. Wir nehmen Abschied vom Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit in der Partnerschaft. Abschied von liebgewordenen Gewohnheiten, von Bequemlichkeiten, dem gewohnten Lebensstandard, einer gewohnten Umgebung und dem sozialen Umfeld. Wir verlieren eine Reihe bisheriger Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten. All diese Probleme machen uns zur gleichen Zeit zu schaffen. Es hilft dem Betroffenen wenig, wenn er von allen Seiten hört, dass es ja schließlich sehr vielen Menschen so geht und die Trennung vom Lebenspartner schon fast ein Normalfall ist. Wenig hilft auch der Hinweis darauf, dass es anderen noch viel schlechter geht, die eine schwere Krankheit haben usw. Scheidungs- und Trennungsbetroffene haben eines gemeinsam : Sie müssen eine harte Arbeit leisten und einen schwierigen und langwierigen Lernprozess durchlaufen, bis sie mit diesen Verlusten zurecht kommen.
Es gibt verschiedene Phasen, die ein Mensch durchmacht, wenn er seinen Lebenspartner verliert.
1. Die erste Reaktion auf den Verlust eines Partners ist: man will die neue Situation Überhaupt nicht wahrhaben. Verzweifelt klammert man sich an die Hoffnung, dass alles nur ein Alptraum ist. Der Verlassene kapselt sich von den Mitmenschen ab und wartet wie gelähmt auf weitere Ereignisse.
- 3 -__Bald zwingt der Ablauf der Dinge, die Unabänderlichkeit der Lage einzusehen. Der Betroffene reagiert mit Aggression gegen sich selbst und nach außen.
2. Die Resignation. Der Verlust wird in vollem Umfang bewusst. Die schweren Einschränkungen der bisherigen Lebensmöglichkeiten, Lebensangst, Schwermut und Depressionen bis hin zu Selbsttötungstendenzen werden deutlich und spürbar.
In dieser Phase sind Freunde und Helfer gefragt. Es versteht sich von selbst, dass hier sehr sensibel vorgegangen werden muss, da auch diese Phase in fast allen Fällen vorübergeht. Durch zukunftsorientierte Hilfe und Beratung muss der Lebensmut des Betroffenen gefördert und seine Fähigkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, gestärkt werden. Zuvor müssen aber auch hier alle Gefühle wie Enttäuschung, Lebensangst, Verzweiflung usw. zugelassen werden und vom Betroffenen nach Möglichkeit gegenüber Freunden und Helfern ausgedrückt werden. Helfern und Freunden werden in dieser Phase viel Geduld und viel Verständnis abverlangt.
3. Der Betroffene kann sich selbst annehmen und lernen, mit der neuen Situation zu Recht zu kommen und sein Leben neu ordnen.
Die Fähigkeit, sich selbst anzunehmen, die Selbstakzeptanz, ist für jeden Menschen von entscheidender Bedeutung, besonders aber für den vom Verlust des Lebenspartners Betroffenen. Selbstakzeptanz heißt aber nicht, das Schicksal apathisch und passiv zu erleiden oder einfach resigniert und tatenlos aufzugeben.
4. Soziale Integration und seelische Weiterentwicklung. Wer aus seiner Trennungskrise durch eigene Anstrengung etwas gelernt hat, wird nicht nur damit zu Recht kommen, sondern aus seinem weiteren Leben etwas machen.
Es wird seine Fähigkeiten und Talente weiterentwickeln, wird konfliktfähiger und friedensfähiger werden. Er wird neue Kontakte knüpfen und die Beziehungen zu seinen Mitmenschen mit größerer Aufmerksamkeit pflegen. Auch hier sind immer wieder Rückfälle möglich. Auch wer geglaubt hat, eine Phase hinter sich gebracht zu haben, wird erleben, dass Aggressionen und Resignation wieder durchbrechen.
- 4 -__Auch diese Tendenzen, wenn sie akzeptiert werden, werden sich rasch verflüchtigen. In allen Phasen ist es jedoch wichtig und sehr zweckmäßig einen Freund zu haben. Für einen Freund gilt: Der andere braucht mich. Leider hat nicht jeder Betroffene Freunde oder Bekannte, die ihm in seiner Krise Hilfestellung geben können.