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7 besonders sehenswerte Orte in der Fuggerstadt Augsburg

7 besonders sehenswerte Orte in der Fuggerstadt Augsburg

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Augsburg, die Hauptstadt des bayerischen Schwabens, wurde etwa 15 vor Christus als römisches Heerlager unter Kaiser Augustus gegründet (Augusta Vindelicum) und ist damit eine der ältesten Städte Deutschlands. Ihre günstige Lage an der Handelsstraße nach Italien machte Augsburg seit dem 14. Jahrhundert zu einem bevorzugten Handelsplatz, dem das Geschlecht der Fugger Geltung in ganz Europa verschaffte.

 

Historischer Rückblick auf die Fuggerei, einer kleinen Stadt innerhalb Augsburgs

Der Name Fugger entstammt einer deutschen Kaufmannsfamilie fürstlichen und gräflichen Geschlechts. Sie siedelte sich ab 1367 in Augsburg an. Ursprünglich waren die Fugger Webermeister. Im 15. Jahrhundert wandten sie sich Geldgeschäften zu und trieben Handel mit überseeischen Waren. Ferner betätigten sie sich im Silber- und Kupferbergbau. Unter Jakob Fugger, dem Reichen, entstand ein regelrechtes Finanz-Imperium. Er wurde zum Bankier des Kaisers sowie der Gesamtheit der päpstlichen Behörden in Rom. Ab 1516 ließ der  wohlhabende Jakob Fugger (1459 - 1525) eine Wohnsiedlung für Bedürftige in Augsburg bauen: die Fuggerei. Sie ist heute ein Stiftungseigentum seiner Nachfahren und wird ganz im Sinne ihres Gründers weitergeführt.

 

Die Fuggerei im 21. Jahrhundert

Mit acht Gassen, drei Toren, einer Kirche, Stadtmauern und Stadttoren zählt die Fuggerei mit zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Augsburgs. Noch heute werden die rund 140 Wohnungen ausschließlich an schuldlos verarmte Menschen vermietet. Die unglaubliche Jahreskaltmiete einer Wohnung beträgt 0,88 EUR plus Nebenkosten. Im Gegenzug müssen alle Mieter drei Gebete täglich zum seelischen Wohlergehen der Stifterfamilie aussprechen. Dabei bietet die Fuggerei keineswegs einen ärmlichen Anblick. Im Gegenteil, sie hat den Charme einer sehr gepflegten englischen Siedlung. Augsburgs Touristen kommen gerne hierher. In drei Räumen einer Wohnung kann sogar die Lebensart dieser Siedlung besichtigt werden. Ferner beherbergt die Fuggerei ein sehr interessantes Museum sowie einen Weltkriegsbunker. Die historischen Eindrücke, die hier vermittelt werden, sind hochinteressant und lassen die Besucher innehalten.

 

Herrschaftlicher Glanz und großartige Aussicht inmitten der Altstadt: Rathaus und Perlachturm

Augsburg wird von Renaissancebauten geprägt. Dies zeigt sich auch deutlich an der Schönheit des Rathauses, in dem der Stadtrat voller Stolz tagen darf. Gerühmt wird das herrschaftliche Gebäude aber insbesondere für seinen wunderschönen Goldenen Saal. Im 2. Weltkrieg völlig zerstört, dauerte es fast zwei Jahrzehnte, seinen alten Glanz wieder herzustellen.Nur ein paar Meter vom Rathaus entfernt befindet sich der Perlachturm. Niemand weiß genau, wie er zu seinem Namen kann. Fest steht jedoch, dass er ab Ende des 10. Jahrhunderts in wesentlich kleinerer Form als Wachturm diente. Heute ist er vor allem wegen der tollen Aussicht bekannt, die sich einem von der weit oben gelegenen Plattform bietet. Bei schönem Wetter wird der Panoramablick noch um die Bergsicht der Alpen erweitert.

 

Das Schaezlerpalais mit seinem Rokokofestsaal

Dieses Museum ist ein Muss für alle Freunde des Barock. Nicht nur wunderschöne Gemälde von Dürer, Holbein, Tiepolo oder van Dyck sind hier zu bewundern, sondern auch Erbstücke des Kunsthändlers Karl Haberstock und seiner Gattin. Herausragend ist Dürers Portraitgemälde von Jakob Fugger, den die Augsburger immer in Erinnerung behalten werden. Schier überwältigend ist natürlich der Glanz des Rokokofestsaales im Schaezlerpalais. Und wer ein wenig diese faszinierenden Eindrücke auf sich wirken lassen möchte, findet im Museumsgarten einen Ort der Muße.

 

Das Mozarthaus in der Frauentorstraße

Nicht Wolfgang Amadeus Mozart wurde hier geboren, sondern dessen Vater Leopold. Der Komponist ist der Nachwelt vor allem als Förderer und Begleiter seines begabten Sohnes bekannt. Wunderbare Einblicke in das Leben dieser weltberühmten Familie, deren Leben die klassische Musik prägte, lassen sich im Mozarthaus einfühlsam gewinnen.

 

Der Mariendom

Bischof Simpert ließ im 9. Jahrhundert diese atemberaubende Kathedrale errichten. Ihre verzaubernden, romanischen Glasfenster sind den Propheten gewidmet. Zahlreiche religiöse Kunstwerke im Innern des Gotteshauses zeugen von Demut und Religiosität und lassen auch die Besucher dem Himmel ein Stück näher kommen.

 

Botanischer Garten

Zu jeder Zeit ein idyllischer Ort, das ist der Botanische Garten in Augsburg. Mehr als 3000 Pflanzenarten gedeihen auf dem weitläufigen Areal. Viele verschiedene Themengärten lassen sich hier durchwandern wie der Japanische Garten, der Römergarten, der Wassergarten, der Steingarten oder der Rosengarten, um nur einige Beispiele zu nennen. Tropische und subtropische Gewächse können ganzjährig in den Gewächshäusern bewundert werden.

 

 

 

 

Foto: © SeanPavonePhoto/fotolia.de

 

 

Redaktion, 22.02.2018