Wenn das Haus im Alter zur Last wird

Wenn das Haus im Alter zur Last wird

6 | 1860 Aufrufe

Mit dem Leben vor sich, starten Familien in das Projekt Hausbau. Sie haben andere Prioritäten und denken meist nicht daran, was wird, wenn Kinder ausziehen und die Eltern im Alter allein auf einer viel zu großen Wohnfläche leben oder Treppen sogar zur Barriere werden.

 

 

Reinigung, Unterhalt und Reparaturen

 

Ein großes Haus macht sehr viel Arbeit. Selbst wenn Räume selten oder gar nicht genutzt werden, sollte ab und an gereinigt werden. Das Dach altert mit seinen Bewohnern und braucht vielleicht eine Reparatur oder die Heizungsanlage entspricht nicht den aktuellen Vorschriften und muss erneuert werden. Abgesehen von den Kosten, kommen hier viele Arbeiten auf ältere Menschen zu, denen sie körperlich nicht mehr gewachsen sind. Welche Möglichkeiten gibt es, mit diesen Problemen umzugehen?

 

 

Wohnungstausch oder bauliche Veränderungen

 

Kinder gründen früher oder später eigene Familien. Je nach Wohnsituation bietet es sich an, den Wohnraum zu tauschen oder das Haus so zu gestalten, dass es zu einem Mehrgenerationenhaus wird. Auch über einen Neubau mit weniger Wohnfläche und ohne Barrieren ließe sich nachdenken, wenn die Kinder etwas eigenes Bauen möchten. Mit einem Bungalow würden die Eltern das neugebaute Haus beziehen und die Kinder hätten später etwas davon, wenn sie selbst zu Großeltern geworden sind.

 

 

Die Senioren-WG

 

Nicht alle Familien harmonieren so, dass sie zusammenwohnen wollen. Oft ist es auch beruflich gar nicht möglich, am Ort der Kindheit zu arbeiten oder Partner aus dem Ausland, möchten nicht nach Deutschland ziehen. Dann ließe sich die Last der Arbeit und auch der anstehenden Kosten teilen, indem Senioren mit einziehen, die sich gegenseitig unterstützen. Für gemeinsam genutzte Bereiche ließen sich Dienstleister aus den Mieteinnahmen finanzieren oder die Verantwortung für einzelne Räume, den Garten oder Arbeiten wird gerecht verteilt.

 

 

Austauschschüler oder Studenten

 

Vereine, die Schüleraustausche organisieren, suchen immer wieder nach Wohnraum für ausländische Schüler. Auch Studenten sehen eine Win Win Situation, wenn sie mit Senioren zusammen eine WG gründen und gegen Mithilfe günstig wohnen können. Der Vorteil ist, dass die Austauschschüler oder Studenten in der Regel volljährig sind und keine Aufsicht benötigen. Zudem können die Gastgeber vorhandene Fremdsprachenkenntnisse nutzen und erweitern. Das hält auch geistig fit. Der Nachteil ist allerdings, dass vor allem bei Austauschschülern nach einiger Zeit Wechsel stattfinden und man sich immer wieder auf neue Menschen einlassen muss. Das reizt einige zwar, fällt aber viele Menschen nicht immer leicht.

 

 

Verkauf oder Vermietung

 

Ein Umzug ist immer stressig. Mit höherem Alter wird er jedoch zu einer Herausforderung, der nicht jeder gewachsen ist. Es müssen die ganzen Sachen sortiert werden, was sich anfühlen kann, als wenn das ganze Leben noch einmal in Kisten verpackt wird. Was dann entsorgt werden muss, verursacht Herzschmerz und Bedauern. Die Endlichkeit des Lebens wird vor Augen geführt. Den Weg zum Minimalismus, empfinden einige als befreiend, andere wiederum als sehr bedrückend. Doch wer sein Haus verkaufen oder vermieten will, muss dies in der Regel leeren.

Je nach Gesundheitszustand und Vorlieben nutzen Senioren diesen Schritt für völlig neue Lebensmodelle. Einige werden Dauercamper oder reisen mit dem Wohnmobil herum, andere ziehen in barrierefreie Wohnungen und genießen es, Freizeit zu haben.

 

 

Redaktion, 08.03.2022